Regie: Sönke Wortmann
Verleih: Studiocanal
Im Sommer 2006 warf eine zuvor von Medien wie Fans in Grund und Boden verrissene Nationalmannschaft deutsche Sekundärtugenden wie Beißen, Kämpfen, Quengeln für einen Moment über Bord und zauberte statt dessen einen zuvor selten da gewesenen, unbekümmerten Offensiv-Fußball auf den Rasen. Damit versetzte sie fast das ganze Volk in eine Art Karnevalstaumel.
In der Kabine, im Hotel oder auf dem Trainingsparcour war stets der deutsche Erfolgsregisseur und "Das Wunder von Bern"-Macher Sönke Wortmann mit dabei, um einen Film zu drehen von dem Sommer, in dem die Deutschen Spaß hatten. Auch wird hier das Geheimnis gelüftet, was denn auf dem Zettel stand, den der Köpke dem Lehmann reichte.
Was will man im Kino sehen? Das, was man noch nie gesehen hat! Wir haben nach dem Spiel gegen Italien geweint, waren im Taumel der Gefühle, feierten uns - und mit den Freunden aus der ganzen Welt.
Jürgen Klinsmann hat es geschafft. Er wurde nach miserablem Abschneiden bei der Europameisterschaft, dem überraschenden Rücktritt Rudi Völlers und einer quälenden Suche schließlich der neue Bundestrainer. Er stellte den DFB auf den Kopf und zauberte aus einer Durchschnittstruppe ein Team, das die ganze Nation in einen Rausch versetzte.
Und es grenzt an ein Wunder, dass es dieser Jürgen Klinsmann einem Regisseur erlaubte, in allen "heiligen Orten" und Taburäumen zu drehen, die ein normaler Fan nie zu Gesicht bekommen wird: in der Kabine, bei der Dopingkontrolle, im Hotel und im Mannschaftsbus. Die WM, die die Welt bewegte, schrieb das Drehbuch zu diesem Film. Und aus 100 Stunden Material montierte Sönke Wortmann einen bewegenden Film, der uns Momente des höchsten Glücks und der tiefsten Niedergeschlagenheit miterleben lässt.
Wir geistern durch die Katakomben der Stadien hinauf ins Licht der Arena, sind dabei wie ein Teammitglied, vor dem Spiel, in der Halbzeitpause und nach dem Spiel. Wir jubeln bei den ausgelassenen Feiern nach den Erfolgen mit und sind berührt von den Momenten der Konzentration im Fackellicht, sind mit der Mannschaft nach dem Training erschöpft.
Und wir weinen die Tränen mit ihnen und verstummen nach der Halbfinalniederlage gegen Italien. Szenen aus dem Innenleben des Teams. "Jetzt steht der Sönke schon wieder im Bild" war das geflügelte Wort unter Journalisten, weil Wortmann mit seiner Kamera sogar beim Training immer zwischen den Spielern zu finden war.
Wir haben die Weltmeisterschaft erlebt. Jetzt wissen wir auch, wie unsere Spieler sie erlebt haben. Der Unterschied zu einem Hollywoodfilm? Der Held ist hier die Mannschaft! Und noch etwas Gutes hat der Film: Der Erlös der Kinoauswertung ist für die Gemeinschaftsaktion der SOS-Kinderdörfer und der FIFA "6 Dörfer für 2006" bestimmt.
| Regie: | Sönke Wortmann | ||
|---|---|---|---|
| Drehbuch: | Sönke Wortmann | ||
| Produzent: | Tom Spieß | ||
| Kamera: | Sönke Wortmann | ||
| Frank Griebe | |||
| Schnitt: | Melania Singer | ||
| Christian von Lüpke | |||
| Musik: | Marcel Barsotti | ||
| Ton: | Tschangis Chahrokh | ||
Ob deutsche Highlights wie "Das Parfum", US-Perlen wie "Brokeback Mountain" oder Realsatire á la "Borat": Das Kinojahr 2006 hatte Einiges zu bieten.
Hollywoods große Blockbuster mussten auch erzählerisch zum Äußersten greifen anno 2006, um die hohen Erwartungen der Fans zu erfüllen und wirklich noch etwas Spannung aus ihren sattsam bekannten Szenarien zu kitzeln.
"Mission: Impossible III", "Casino Royale" und "Superman Returns" standen nicht allein in der Wahl extremer Mittel. Johnny Depp wurde am Schluss von "Fluch der Karibik 2" vom Wal verschluckt (da er jedoch auch im dritten Teil die Hauptfigur darstellt, darf davon ausgegangen werden, dass er überlebt), "X-Men 3" verabschiedete mit Patrick Stewart und Famke Janssen gleich zwei lang gediente Superhelden und "Poseidon" ging auch nicht zimperlich mit dem Leben seiner Protagonisten um.
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