Aufwendige Verfilmung von Klaus Manns Roman über deutsche Exilanten in Paris. http://images.kino.de/flbilder/max99/bf99/bf34/b9934620/b150x150.jpg Der Vulkan

Filmdetails

Der Vulkan

Aufwendige Verfilmung von Klaus Manns Roman über deutsche Exilanten in Paris.


Der Vulkan
Start: 21.10.1999

Drama

Deutschland 1999
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Nina Hoss
Meret Becker
Christian Nickel

Regie: Ottokar Runze
Verleih: Arsenal

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Temperatur

lau

Inhalt

Paris ist Mitte der 30er Jahre Fluchtpunkt für Exilanten aus dem Dritten Reich. Unter ihnen ist auch Schriftsteller Martin Korella. Er trifft hier die Berliner Künstlerin Marion von Kammer, mit der er einen antifaschistischen Schwarzsender, "Die Stimme des anderen Deutschlands" betreibt. Marion kämpft engagiert, doch Korella geht am harten Exilleben, einer unglücklichen Liebe und einer Überdosis Heroin zugrunde.


Kritik

Der Vulkan

Wie eine Welle schwappen derzeit Filme über das Dritte Reich ins Kino. Nicht mehr nur aufklärerisch, sondern oft verbunden mit einer Liebesgeschichte. In diesem Fahrwasser bewegt sich auch diese Klaus-Mann-Verfilmung über deutsche Exilanten und ihren Widerstand.

Klaus Mann schrieb seinen autobiographisch gefärbten Roman 1939 in einem New Yorker Hotelzimmer, für seinen berühmten Vater Thomas Mann "ein Bild deutscher Entwurzelung und Wanderung, gesehen und gemalt à la Jean Cocteau". In opulenter Ausstattung zeichnet Ottokar Runze das Schicksal von Emigranten, in deren Mittelpunkt die junge Berlinerin Marion von Kammer steht. Die Schauspielerin und Chansonette, die das Herz auf der Zunge trägt, kommt mit ihrer Mutter und jüngeren Schwester nach Zürich und muß erfahren, daß die Schweizer Freunde mit Hitler sympathisieren. Bald flieht sie weiter nach Paris, wo das Leben unbeschwerter scheint und sie mit ihrem Jugendfreund Martin und einem Kommunisten einen antifaschistischen Schwarzsender betreibt und mit politischen Liederabenden Erfolg feiert. Marion kämpft mutig mit aller Kraft für ein besseres Deutschland und hofft auf Änderung der politischen Verhältnisse. Doch unter den Weggenossen befinden sich auch Spitzel, die existentielle Bedrohung nimmt zu. Für einige endet das Katz-und Maus-Spiel tödlich.

Der Film erzählt von einer verlorenen Generation, von Idealisten, deren Utopien nicht in Erfüllung gehen und die an der harten Wirklichkeit verzweifeln. Geschickt verknüpft Runze die Sehnsucht der Protagonisten nach einem ganz normalen Leben in einer nicht normalen Zeit mit der "großen" Politik. Seine - manchmal sehr naiv wirkenden - Figuren sind keine makellosen Helden oder "Emigranten im Hauptberuf", wie Klaus Mann schreibt, sondern Menschen, die nach Liebe und Freundschaft hungern, mit emotionalen Enttäuschungen umgehen müssen. Der Tanz auf dem Vulkan geschieht in der lockeren Atmosphäre der 30er Jahre, in der sich Kommunisten, Anarchisten und Abenteurer zu einem Bündnis auf Zeit zusammenschließen, das schnell einer Zerreißprobe unterworfen ist. Mag die Gratwanderung zwischen Unterhaltung und politischer Lektion auch nicht immer gelungen sein, die Schauspieler machen einiges wett. Allen voran Nina Hoss als couragierte Künstlerin, die in Montreal den Preis für die Beste Darstellerin erhielt und Meret Becker als ihre an den Umständen zerbrechende Schwester. mk.

Der Vulkan

Darsteller:  Nina Hoss   als Marion von Kammer
  Meret Becker   als Tilly von Kammer
  Christian Nickel   als Martin Korella
  Udo Samel   als Professor Benjamin Abel
  Sylvester Groth   als Hans Hollmann
  Katharina Thalbach   als Mutter Schwalbe
  Stefan Kurt   als Walter Konradi
  Heinz Schubert  
  Rainer Strecker   als Theo Hummel
  Adrien de Van   als Marcel
  Boris Terral   als Kikjou
  Elfriede Irrall   als Viola
  Heidemarie Rohwedder   als Frau von Kammer
 
Regie:  Ottokar Runze  
Drehbuch:  Rebecca Hughes  
  Ursula Grützmacher-Tabori  
  Ottokar Runze  
Produzent:  Ottokar Runze  
  Antoine de Clermont-Tonnerre  
Koproduzent:  Helga Bähr  
  Frank Heide  
  Christoph Holch  
Buchvorlage:  Klaus Mann  
Kamera:  Michael Epp  
Musik:  Dimitri Schostakowitsch  
  Friedrich Hollaender  
  Hanns Eisler  
  Bob Lenox  
Produktionsdesign:  Bernd Gaebler  
Kostüme:  Susanne Braun  

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