Alfie ist ein Vorstadt-Casanova aus dem Westend und erlebt seine wilden Jahre im Swinging London der Sixties zwischen Beat und Betten. Stets modisch gekleidet und moralisch unberührbar, verführt er alle und lässt alle sitzen, hat zahlreiche kurzlebige Affären und nimmt sich, was immer ihm an reizenden Mini-Rock-Damen und Girlies über den Weg läuft. Als eine seiner Freundinnen abtreibt, packt ihn Katzenjammer und Alfie gibt sein aufregendes Leben als Don Juan und Playboy der westlichen Welt auf.
Alfie", nach einem erfolgreichen Bühnenstück von Bill Naughton entstanden, war nach "Zulu" und dem Harry-Palmer-Film "Ipcress - Streng geheim" der endgültige Durchbruch zum Weltstar von Sir Michael Caine. Der charmante Lockenkopf sprach für die US-Fassung seinen Dialog neu ein (weniger Cockney). Dafür gab's die erste Oscar-Nominierung. 2004 entstand ein amerikanisiertes Remake mit Jude Law in der Hauptrolle. Regie führte James-Bond-007-Regisseur Lewis Gilbert ("Man lebt nur zweimal", "Der Spion, der mich liebte", "Moonraker").
| Darsteller: | Sir Michael Caine | als Alfie | |
|---|---|---|---|
| Shelley Winters | als Ruby | ||
| Millicent Martin | als Siddie | ||
| Julia Foster | als Gilda | ||
| Jane Asher | als Annie | ||
| Denholm Elliott | |||
| Vivien Merchant | |||
| Shirley Anne Field | als Carla | ||
| Regie: | Lewis Gilbert | ||
| Drehbuch: | Bill Naughton | ||
| Produzent: | Lewis Gilbert | ||
| Kamera: | Otto Heller | ||
| Schnitt: | Thelma Connell | ||
| Musik: | Sonny Rollins | ||
Mit "Alfie", einer Neuauflage des Klassikers "Der Verführer läßt schön grüßen" von 1966 mit Michael Caine, ist Charles Shyer eine moderne, sinnliche Komödie gelungen. Obwohl die Besucherzahlen in den USA hinter den Erwartungen zurückblieben, verteidigt er seinen Film vehement.
Ich habe nur eine vage Erinnerung. Einen besonderen Eindruck hinterließ "Der Verführer läßt schön grüßen" jedenfalls nicht.
Mir ging es auch nie darum, ein Remake zu machen. Meine Drehbuchkollegin Elaine Pope hatte mir die Geschichte vorgeschlagen. Elaine sprach mich darauf an, einen Film der sechziger Jahre neu zu bearbeiten. Und dabei ging es ihr weniger um den gesellschaftlichen Hintergrund, als um den Film an sich.
Deshalb hatte ich mir eigentlich geschworen, nie wieder eine Neuverfilmung in Angriff zu nehmen. Das Problem sind die Kritiker, die Remakes nie als eigene Filme akzeptieren, sondern immer nur Vergleiche mit dem Original anstellen. "Hamlet" wird auch dauernd neu gespielt und niemand regt sich auf. Nur Filme sollen unantastbar sein. Das verstehe ich nicht.
Mir gefiel die Geschichte. Sie sprach mich ganz unmittelbar an. In gewisser Weise bin ich selbst dieser Alfie. Nach der Trennung von meiner Ehefrau und Filmpartnerin Nancy Meyers Ende der neunziger Jahre hatte ich auch eine Phase, in der ich verantwortungslos durchs Leben gedriftet bin und mich mit Abenteuern betäubt habe. Man würde sich wünschen, dass Typen wie Alfie Geschichte sind. Da lügt man sich in die Tasche: Alfie hat auch in unserer Zeit Bedeutung. Viele Männer sind wie er.
Frauen haben sich verändert in den letzten 40 Jahren. Es wäre unmöglich für einen Mann, sich Frauen in der Art zu nähern, wie Michael Caine es damals getan hat. Deshalb lebt, denkt und fühlt der Alfie von heute anders - auch wenn er derselbe Typ Mann ist.
Als Nancy Meyers und ich begonnen haben, Filme zu machen, waren wir an Komödien wie "Schütze Benjamin" oder "Baby Boom" beteiligt. Das waren Filme mit Ecken und Kanten für ein erwachsenes Publikum. Dann landeten wir bei Disney und blieben sieben Jahre lang. Ich kann das rückblickend gar nicht glauben.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe die "Vater der Braut"-Filme. Aber es gab gewisse Parameter, die man einhalten musste. Nach der Trennung von Nancy orientierte ich mich neu. Das klingt abgeschmackt, aber ich wollte fortan Filme machen, die mir selbst etwas bedeuten. Und das habe ich umgesetzt. Ich muss nicht betonen, dass mich das befreit hat, als Künstler und als Mensch.
"Was das Herz begehrt": Shyer musste sich von Ex-Frau und Regisseurin Nancy Meyers (rechts) "freischwimmen" (Foto: Warner)
Er ist eine Art Warnung an mich selbst - und an alle Männer: Wenn man gedankenlos mit den Gefühlen anderer spielt, wird man einen Preis dafür zahlen müssen. Insofern: Ja, viele Szenen oder Situationen in "Alfie" habe ich selbst durchgemacht.
Eine gewisse Ironie hat es, dass ich auch in Nancys letztem Film, "Was das Herz begehrt", so manches entdecken konnte, was ich aus unserer Beziehung kannte. "Alfie" ist eine direkte Reaktion darauf. Wir mussten uns wohl beide freischwimmen.
Vielleicht war "Alfie" der großen Masse zu frech, zu freizügig, zu verspielt. Ich wollte eine Hommage an Richard Lester und John Schlesinger machen - einen freien Film, der sexy aussieht und mit dem Medium spielt. Das hat Kritiker verärgert. Und das Publikum war irritiert. Das tat weh, aber ich kann damit leben.
Ich bin 61 Jahre alt und befinde mich gerade in meiner "Fuck You"-Phase. Wer austeilt, muss auch mit der Antwort leben können. Viele Kritiker mochten den Film, und Michael Caine war begeistert. Das zählt. Vielleicht wird "Alfie" ja noch auf DVD entdeckt, die wir mit vielen Extras ausgestattet haben. Das ist meine Hoffnung.
Was ihm mit den Verkörperungen des intellektuellen britischen Geheimagenten Harry Palmer in drei Kinofilmen ("Ipcress - streng geheim...
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