Dieter Pfaff
Jens Schäfer
Axel Milberg
Regie: Marcus O. Rosenmüller
Verleih: Helkon
Wie kommt der tote Taucher in den Wald, Kilometer entfernt vom nächstgelegenen See? Und wie Studentinnenleichenteile in eine roten Sporttasche? Feuer und Flamme ist der muffige Kommissar Hartwich nicht gerade für den rätselhaften Fall, den er noch kurz vor seiner Pensionierung lösen muss, obendrein gemeinsam mit seinem Nachfolger Kutschke, der natürlich - jugendlicher Leichtsinn - alles besser weiß.

Ein Krimi, der mit dem Skurrilen kokettiert, nach dem Originellen strebt und mit solider Spannung routiniert umgeht ist dieser erste Kinofilm von Marcus O. Rosenmüller. Dabei setzt der 37jährige Regisseur und Co-Autor, der sich bisher durch Musik-Clips und TV-Shows profilierte, auf den speziellen Charme der ostdeutschen Provinz in der Lausitz.
Feuer und Flamme ist der notorisch muffige Kommissar Hartwich (TV-"Sperling" Dieter Pfaff) nicht gerade für den rätselhaften Fall, den er noch kurz vor seiner Pensionierung lösen muss, schon gemeinsam mit seinem jugendlichen Nachfolger Kutschke (Newcomer Jens Schäfer). Ein Jogger (TV-Show-Star Johannes B. Kerner) findet vorzugsweise Leichen im Wald. Erst einen in voller Unterwassermontur verkohlten Taucher, dann lauter weibliche Einzelkörperteile in einer roten Sporttasche, die als Reklamegeschenk einer Getränkefirma an mindestens tausend Kunden verschickt worden war. Fabelhafte Gelegenheit für knalliges Product Placement, wenn alle Tascheninhaber mit ihrem corpus deliciti zur Polizei zitiert werden. Und von solchen visuellen Hommagen an diverse Sponsoren aus der Industrie gibt es immer wieder genügend in Rosenmüllers Film. Ob Supermarktplastiktüte oder zur Waldszenerie passender Kräuterlikör, den erstaunlicherweise alle Leute in dem Provinzkaff trinken - es fällt ins Auge, obwohl die atmosphärischen Bilder vom Kameramann Ekkehart Pollack solche Aufdringlichkeiten nicht verdient hätten. Aber man kann es ja auch witzig nehmen, denn für witzige Momente hat Rosenmüller durchaus Sinn. Uwe Ochsenknecht als Schrotthändler beispielsweise ist von lakonischer Bodenständigkeit, und Ingo Naujoks ein Chaos-Faulpelz und Gelegenheitsdieb mit viel Talent für Schlamasselsituationen.
Rosenmüller erzählt seine Story in einem eigenwilligen Balanceakt zwischen "Tatort"-Dramaturgie und Krimikomödie und konzentriert sich auf die individuellen Schrulligkeiten seiner Personen, die ein ziemlich schräges Typen-Arsenal bilden, was die lockere Stimmung des Films und seinen Flirt mit so manchem Nonsense-Humor unterstreicht. Wie kommt der tote Taucher in den Wald, Kilometer entfernt vom nächstgelegenen See, in dem ein Flieger (Axel Milberg als Pilot) landete, um den Löschwassertank für den Einsatz bei dem Waldbrand aufzutanken? Und die Studentinnenleichenteile in der roten Sporttasche?
Für Krimifreunde, die ihren heimischen TV-Sessel auch gern mal mit einem Kinoplatz vor der Leinwand tauschen, bietet Marcus O. Rosenmüller vergnügliche, wenn auch nicht gerade sophisticated spannende, aber freundliche Unterhaltung. fh.
| Darsteller: | Dieter Pfaff | als Konrad Hartwich | |
|---|---|---|---|
| Jens Schäfer | als Tobias Kutschke | ||
| Axel Milberg | als Lothar Blank | ||
| Niki Greb | als Charlotte Sternberg | ||
| Ingo Naujoks | als Harry Minx | ||
| Michael Kind | als Bruno Bergmann | ||
| Jack Recknitz | als Marian Kattowitz | ||
| Uwe Ochsenknecht | als Udo Tiburski | ||
| Michaela Schaffrath | als Katharina | ||
| Michael Tregor | als Dr. Finke | ||
| Johannes B. Kerner | als Jogger | ||
| Gert Burkard | als Kurt Wannemacher | ||
| Regie: | Marcus O. Rosenmüller | ||
| Drehbuch: | Peter Dollinger | ||
| Marcus O. Rosenmüller | |||
| Produzent: | Werner Koenig | ||
| Nils Dünker | |||
| Koproduzent: | Jörg A. Hoppe | ||
| Christoph Post | |||
| Prof. Dr. Arthur Hofer | |||
| Kamera: | Ekkehart Pollack | ||
| Schnitt: | Raimund Vienken | ||
| Musik: | Reinhold Heil | ||
| Produktionsdesign: | Horst Fischer | ||
| Kostüme: | Tatjana Brecht-Bergen | ||
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