Originaltitel: The Talented Mr. Ripley
USA 1999
Matt Damon
Gwyneth Paltrow
Jude Law
Regie: Anthony Minghella
Verleih: Studiocanal
Arbeiterkind Tom Ripley träumt vom Leben in der Highsociety. Eine Möglichkeit tut sich auf, als ihn ein reicher Reeder für seinesgleichen hält und ihn nach Italien schickt, um seinen Sohn Dickie vom Dolce vita ins Geschäftsleben zu bugsieren. Stattdessen läßt Tom sich von Dickie und dessen Verlobter Marge ins Szeneleben einführen, das er nicht mehr verlassen will, koste es, was es wolle.

Eine fulminante Highsmith-Verfilmung ist Anthony Minghella gelungen, die sich mit der ersten Kinoversion des 1955 erschienenen Hochspannungskrimis von René Clément mehr als messen kann. Der grandios talentierte Matt Damon als der Titel-Ripley ist im Gegensatz zu dem schillernd bösartigen, charismatisch unwiderstehlichen Alain Delon der Clément-Klassikers "Nur die Sonne war Zeuge" (1959) der scheinbar solide All-American-Boy, der im Lügen, Täuschen und Betrügen eine meisterliche Undercover-Kunstfertigkeit entwickelt, die ihn bei einem Mord nach dem anderen ungeschoren davonkommen lässt. Das ist spannendes Erzählkino mit großem Atem und spürbarer Liebe zu den Personen, wie es auch Hithcock nicht besser machte.
Oscar-Gewinner Minghella ("Der englische Patient") schafft ein faszinierendes Ambiente des Dolce-Vita-Treibens reicher Amerikaner im Italien der 50er Jahre. Eine idyllische kleine Küstenstadt bei Neapel, San Remo, Rom und Venedig sind die mondänen Schauplätze, wo sich in eleganten Villen, Cafés, Nachtlokalen, Palazzi und Luxusyachten Erotik, Intrigen, Sex und Crime abspielen. Tom Ripley (Damon) kommt in diese Szene im Auftrag des New Yorker Reeder Herbert Greenleaf, um dessen dort auf großem Fuß lebenden Sohn Dickie (Jude Law als schöner, strahlender und auch der Homoerotik nicht abgeneigter Mittelpunkt der lockeren Lifestyle-Clique) zur Rückkehr in die USA zu bewegen. Dickie lebt mit der schönen jungen Schriftstellerin Marge (Gwyneth Paltrow bodenständig mit vernünftig klarem Kopf und rechtzeitigen Zweifeln an Toms Lauterkeit) zusammen, ist aber auch anderen Weiblichkeiten durchaus zugetan. Minghella zeigt das vitale, lustvolle In-den-Tag-hinein-Leben der jungen und schönen Reichen mit mitreissendem Schwung und genauem Gespür für den Zeitgeist der 50er Jahre. Fabelhaft trifft er auch in der Musik, die von Miles Davis und Sonny Rollins bis zu Klassikern wie Vivaldi, Bach und Beethoven reicht, ein temperamentvoller Höhepunkt ist ein populärer italienischer verjazzter Song, spontan in einem Nachtclub von Jude Law und Matt Damon mit den Profi-Musikern exzellent gesungen. Jazz ist eine Leidenschaft, die Tom mit Dickie teilt - oder gibt er das nur vor, weil er sich mehr und mehr in die Identität des reichen Reedersohnes hineinmanövrieren will? Unter dem Vorwand, Dickie zu seinem Vater auftragsmäßig zurückzubringen, genießt er mit größtem Vergnügen die Situation finanzieller Sorglosigkeit. Und seine Spielereien mit Stimmen-Imitationen und dem täuschend ähnlichen Fälschen der Unterschrift Dickies, amüsieren diesen, lassen aber Marge aufmerken. Minghella, der sich in seinem Drehbuch an den Roman von Patricia Highsmith hält, steigert den Suspense in einem langsam intensiven Crescendo, wenn Dickies fröhlicher Freund Freddie (Philip Seymour Hoffman) auftaucht, der Tom mit Argwohn betrachtet. Eine junge Italienerin aus Dickies Umkreis begeht Selbstmord, und schließlich kommt es auf einer Bootsfahrt zu einem auch physisch heftigen Streit zwischen Dickie und Tom, der für den reichen Amerikaner tödlich endet. Und Tom Ripley, der in Minghellas Film so gar nicht der Typ des Serienkillers ist, entdeckt plötzlich ein neues Leben, das er mit Raffinesse und völlig Skrupel realisiert.
Mag in dem französischen Film Alain Delon die Faszination des erotisch attraktiven Mörders haben, so ist Matt Damon in Minghellas Version der Jedermann, der wie du und ich fähig ist zu morden und packt uns beunruhigend unmittelbar. Vieler Oscars und auch in Deutschland einer siebenstelligen Zuschauerzahl dürfte der von John Seale atmosphärisch dicht fotografierte Film sicher sein. fh.
| Darsteller: | Matt Damon | als Tom Ripley | |
|---|---|---|---|
| Gwyneth Paltrow | als Marge Sherwood | ||
| Jude Law | als Dickie Greenleaf | ||
| Cate Blanchett | als Meredith Logue | ||
| Philip Seymour Hoffman | als Freddie Miles | ||
| Jack Davenport | als Peter Smith-Kingsley | ||
| James Rebhorn | als Herbert Greenleaf | ||
| Sergio Rubini | als Inspektor Roverini | ||
| Philip Baker Hall | als Alvin MacCarron | ||
| Celia Weston | als Tante Joan | ||
| Rosario Fiorello | als Fausto | ||
| Stefania Rocca | als Silvana | ||
| Ivano Marescotti | als Colonnello Verrecchia | ||
| Anna Longhi | als Signora Buffi | ||
| Alessandro Fabrizi | als Sergeant Baggio | ||
| Lisa Eichhorn | als Emily Greenleaf | ||
| Regie: | Anthony Minghella | ||
| Drehbuch: | Anthony Minghella | ||
| Produzent: | William Horberg | ||
| Tom Sternberg | |||
| Koproduzent: | Paul Zaentz | ||
| Ausf. Produzent: | Sydney Pollack | ||
| Buchvorlage: | Patricia Highsmith | ||
| Kamera: | John Seale | ||
| Schnitt: | Walter Murch | ||
| Musik: | Gabriel Yared | ||
| Produktionsdesign: | Roy Walker | ||
| John Fenner | |||
| Kostüme: | Ann Roth | ||
| Gary Jones | |||
| Ton: | Ivan Sharrock | ||
George Clooney freut sich darauf, für seine nächste Rolle etliche Pfunde auf die Rippen zu packen. Skeptisch ist der Hollywood-Star allerdings was das Rasieren seines Kopfes angeht.
Uneitel, was die Speckröllchen angeht, ängstlich, was seine Haare betrifft: George Clooney (Foto: Kurt Krieger)
Ein Freund hatte George Clooney ("Ocean's Eleven") nämlich gewarnt, seine Haare könnten nach der Rasur eventuell nicht mehr zur vollen Pracht heranwachsen.
Diese Information hat den Star, der auch ohne Rasur bereits um seinen Haarschopf bangt, so sehr in Aufregung versetzt, dass er nun lieber eine Glatzen-Attrappe verwenden möchte.
Die Veränderungen an seinem Äußeren nimmt Clooney für die Rolle des CIA-Agenten Robert Baer in dem Thriller "Syriana" auf sich. Der Film basiert auf Baers Buch "See No Evil", das sich mit dem Scheitern des US-Geheimdienstes im Nahen und Mittleren Osten beschäftigt.
Matt Damon ("Der talentierte Mr. Ripley") und Jeffrey Wright ("Ali") sind auch mit von der Partie, allerdings ohne einschneidende Veränderungen an ihrem Aussehen.
KINO.DE hat bereits über Mr. Clooneys Vorbereitungen berichtet: Trotz des überraschenden "Neins" zur Glatze - das bekommen die Make-Up-Artisten auch anders hin - beweist George Clooney Mut zur Hässlichkeit. Die 20 Kilo mehr auf den Rippen könnten sich für ihn schließlich auszahlen: Hollywood belohnt die Stars nämlich gerne mit einem Oscar für derlei Strapazen.
Vielleicht wird George aber doch noch vom Drehteam überredet: Rasieren geht schließlich ganz flott. Nachwachsen dauert zwar etwas länger, aber die Haare kommen wieder - versprochen.
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