Drama http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto29/09290528/b150x150.jpg Der Sturm zieht auf

Filmdetails

Der Sturm zieht auf


Der Sturm zieht auf

Originaltitel: Voici venir l'orage

Drama

Frankreich 2007

Anouk Grinberg
Natacha Régnier
Anne Brochet

Regie: Nina Companéez

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Der Sturm zieht auf

Eine Familie im Räderwerk der Geschichte: Die russische Revolution von 1905, der Erste Weltkrieg, die Oktoberrevolution, der Börsencrash im Oktober 1929, Nationalsozialismus, Judenverfolgung und Zweiter Weltkrieg drohen das Leben der russisch-jüdischen Familie Schneider zu zermahlen. Die Erzählung beginnt im Moskau der Jahrhundertwende.

Moskau 1903: Grigori Schneider besitzt ein gut gehendes Modehaus. Die Familie genießt das großstädtische Leben im Wohlstand, auch wenn die judenfeindliche Gesetzgebung des Zaren Nikolaus II. erste Einschränkungen mit sich bringt. Die Schneiders mussten, um in Moskau bleiben zu können, zum orthodoxen Glauben konvertieren.
Die ältesten Töchter der Familie, Fania und Tatiana, beide kapriziös und von blendender Schönheit, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind sich dennoch sehr nahe. Die Schwestern stürzen sich voller Erwartungen auf ihre Zukunft. Die romantisch-verträumte Fania kann sich der aufdringlichen Leidenschaft des antisemitischen Kosaken-Offiziers Wassiliev nicht entziehen. Die aufmüpfige Tatiana hingegen, heißblütig und geistreich, setzt sich für Gerechtigkeit und den demokratischen Fortschritt Russlands ein. Sie hält Verbindungen zu konspirativen, sozialistischen Kreisen, wo sie Itzhak kennenlernt, in den sie sich unsterblich verliebt.
Mit der Revolution von 1905 und dem Petersburger Blutsonntag bricht die Gewalt im Land offen aus. Fania flüchtet mit Wassiliev und heiratet ihn zum großen Leidwesen der Familie. Um ihre Eltern vor weiteren Enttäuschungen zu bewahren, glaubt Tatiana ihre große Liebe Itzhak opfern zu müssen. Sie heiratet trotz innerer Vorbehalte Leonid Stern, den reichen jüdischen Industriellen, der von ihrem Temperament und Intellekt angetan ist.
Dann bricht neues Unheil herein: Der Erste Weltkrieg und die bolschewistische Revolution mit dem endgültigen Ende der Monarchie machen Russland zur Räterepublik. Die Bourgeoisie wird verfolgt, ausgeplündert und vertrieben; Tatiana und Leonid müssen Russland verlassen, sie flüchten mit ihren beiden Töchtern Sofia und Natalia nach Berlin ...

Die Familie Stern lässt sich in Berlin nieder, wie viele andere emigrierte Russen. Tatiana und Leonid treffen auf ihre alten Freunde und greifen den luxuriösen Lebenswandel längst vergessener Tage wieder auf. Im Rausch der Bälle fließt der Champagner in Strömen, Repression und Vertreibung sind nur noch schlechte Erinnerung, Fröhlichkeit und Sorglosigkeit kehren zurück.
Die Euphorie ist jedoch nur von kurzer Dauer. Leonid, von betrügerischen Landsleuten in den finanziellen Ruin getrieben, kauft eine Metzgerei im russisch geprägten Stadtteil Schöneberg. Aber er hat seine Widerstandskräfte überschätzt, der notorische Kettenraucher kann einer Beinamputation nicht entgehen. Tatiana beschließt, die Metzgerei aufzugeben und macht aus der großen Wohnung der Sterns eine Familienpension.
Sofia und Natalia sind mittlerweile zu modernen, jungen Frauen herangewachsen. Sofia, voll von Liebe und romantischen Gefühlen, lässt sich kein Vergnügen entgehen, seien es Boxkämpfe, Kino, Tanzabende oder Kabarett. Ihr Lebensdurst verdreht den Männern den Kopf, sie hat zahlreiche Liebesabenteuer. Im Gegensatz dazu wartet die vernünftige und arbeitsame Natalia auf die eine große Liebe.
Trotz aller finanzieller Schwierigkeiten geht das Leben weiter: beide heiraten. Sofia aus Leidenschaft den dandyhaften Anatole Ratner, Natalia aus Vernunft, dem Willen der Eltern folgend. Aber noch in der Hochzeitsnacht, läuft sie dem groben Victor Rabinovitch davon. Zum Leidwesen von Tatiana und Leonid findet sie schließlich in dem charmant-flatterhaften Micha, einem arbeitslosen Ingenieur aus ärmsten Verhältnissen, ihre große Liebe.
Vom großen Börsenkrach von 1929 bleibt auch die Familie Stern nicht verschont. Die Pension steht vor dem finanziellen Ruin, da die Gäste nicht mehr in der Lage sind, zu bezahlen. Nur der anfangs so ungeliebte Micha, der in der Zwischenzeit eine Anstellung gefunden hat, kann die Familie über Wasser halten. Doch der in den letzten Zügen liegenden Weimarer Republik stehen die bedrohlichsten Zeiten erst noch bevor ...

"Der Sturm zieht auf" ist das aufwühlende, historische Drama einer einzigartigen Familie im Strudel der europäischen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts. Zugleich fiktional und autobiografisch ist die bewegende Familiensaga krönendes und persönlichstes Werk der renommierten Regisseurin und Drehbuchautorin Nina Companeez.

Quelle: ARTE, www.arte.tv

Der Sturm zieht auf

Darsteller:  Anouk Grinberg   als Tatiana
  Natacha Régnier   als Fania
  Anne Brochet   als Sofia
  Valentine Varela   als Natalia
  Bruno Todeschini   als Micha Yakovlev
  Sava Lolov   als Leonid Stern
  Grégory Fitoussi   als Itzhak Nadson
  Arnaud Giovaninetti   als Anatole Ratner
  Mathias Mlekuz   als Boris Stern
  Alain Sachs   als Grigori Schneider
  Nicolas Sotnikoff   als Wassiliev
  Serge Kribus   als Sammy
  Jean-Claude Durand   als Victor Rabinovitch
  Valérie Karsenti   als Moussia Gordon
  Agnès Sourdillon   als Katia Katz
  Patrice Kerbrat   als Serge
  Cécile Brune   als Madame Lena
  Ivan Varco   als Victor Lifchitz
  Sébastien Libessart   als Monsieur Pierre
  Alexandra Mercouroff   als Zoria
  Céline Samie   als Raia
  Laurence Bourdil   als Marie Schneider
  William Mesquich   als Chimchon Brodsky
  Anne-Marie Quentin-Bonnet   als Madame Stern
  Corinne Masiero   als Gussarowa
  Airy Routier   als Galkine
  Alexandre Thibault   als Juri
  Benjamin Alazraki   als Nicky
  Laurent Lafitte   als Andrei Kovner
  Olivier Balazuc   als Abram Kirsh
  Manuel Bonnet   als Salionei
  Dominique Daquier   als M. Limonade
  Anatole Taubman  
 
Regie:  Nina Companéez  
Drehbuch:  Nina Companéez  
Produzent:  Alain Bessaudou  
  Mag Bodard  
Koproduzent:  Paul Fonteyn  
Kamera:  Dominique Brabant  
Schnitt:  Michèle Hollander  
Musik:  Bruno Bontempelli  
Produktionsdesign:  Yves Demarseille  
Kostüme:  Eve-Marie Arnault  
  Amandine Catala  
Ton:  Dominique Pauvros  

Star

Anatole Taubman

* 23.12.1971

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