Packendes Polit-Drama nach Rolf Hochhuths Theaterstück um die Zurückhaltung des Papstes gegenüber der Judenvernichtung. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz16/z0216131/b150x150.jpg Der Stellvertreter

Filmdetails

Der Stellvertreter

Packendes Polit-Drama nach Rolf Hochhuths Theaterstück um die Zurückhaltung des Papstes gegenüber der Judenvernichtung.


Der Stellvertreter
Start: 30.05.2002

Originaltitel: Amen

Drama

Frankreich/Deutschland 2002
Laufzeit: 131 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Ulrich Tukur
Mathieu Kassovitz
Ulrich Mühe

Regie: Constantin Costa-Gavras
Verleih: Concorde

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Action
Humor
Romantik
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Inhalt

Chemiker und SS-Mann Kurt Gerstein muss für den Nachschub von Zyklon B in den KZs sorgen. Während er Lieferungen verzögert, versucht er das Ausland über die Massenvernichtung zu informieren und gegen Hitler mobil zu machen. Der junge Jesuit Ricardo will ihm helfen und Papst Pius dazu bewegen, öffentlich gegen Hitler Stellung zu nehmen.


Kritik

Der Stellvertreter

Rolf Hochhuths Drama "Der Stellvertreter" löste 1963 einen mittleren Skandal aus. Die Frage nach der Mitwisserschaft des Vatikans am Holocaust, das Schweigen des Papstes Pius XII, wurde erstmals öffentlich gestellt. 38 Jahre später verfilmt Costa-Gavras das Theaterstück als psychologisch spannendes Plädoyer zur Übernahme von Verantwortung und löst mit dem Plakat von Oliviero Toscani einen Skandal aus. Gegen das Plakatmotiv, die blutrote Verbindung von Kruzifix und Hakenkreuz auf schwarzem Grund, protestierte die französische Bischofskonferenz, die den katholischen Traditionalisten nahe stehende "Vereinigung gegen Rassismus" klagte und verlor vor Gericht.

Costa-Gavras nahm nie ein Blatt vor den Mund, griff in Filmen wie "Z" oder "Der unsichtbare Aufstand" immer wieder politische Themen auf. Der in Frankreich lebende Grieche hat auch mit 69 Jahren nichts an Biss verloren. Er erzählt von zwei Persönlichkeiten im Dritten Reich - dem historischen Kurt Gerstein, Chemiker und Waffenoffizier der SS, und dem fiktiven Jesuiten Ricardo, der mit aller Macht Pius XII bewegen will, gegen Hitler und Holocaust Stellung zu nehmen. Gerstein, der für Nachschub des tödlichen Zyklon B sorgen muss, versucht die Lieferungen zu verzögern und das Ausland über die Massenvernichtung durch Nationalsozialisten zu informieren, stößt aber auf Skepsis, Desinteresse und Gleichgültigkeit, die "Soft-Version der Komplizenschaft" (Koautor Jean-Claude Grumberg). Nur Priester Ricardo glaubt ihm seinen Augenzeugenbericht, läuft aber bei seiner Initiative, die Kirche zu mobilisieren ins Leere. Am Ende hängt sich der SS-Mann in der Zelle der Alliierten auf, der Kirchenmann besteigt in Rom freiwillig einen der Güterzüge, die ihn ins KZ bringen. Costa-Gavras arbeitet mit Andeutungen, das Grauen lässt sich ahnen. So schaut Gerstein und andere durch ein Loch in die Gaskammer und man sieht nur deren verstörte Gesichter, mahlende Kiefer, der Opfertod Ricardos wird durch einen Blick auf die Kutte zwischen all den Kleidern vergaster Juden visualisiert. Gerade diese minimalistischen Hinweise gehen unter die Haut. Und mit einem ganz einfachen, sich leitmotivisch immer wiederholenden Bild wird die Unmenschlichkeit des Massentötens ins Gehirn gehämmert: Geschlossene Viehwaggons und Güterzüge rattern gen Osten und kehren mit geöffneten Türen wieder zurück. Die Zeit läuft gegen die beiden Protagonisten, die - jeder auf seine Weise - kämpfen, um die Mord-Maschinerie aufzuhalten. Vergeblich. Der Film wartet mit einem überzeugenden Schauspieler-Ensemble auf, Ulrich Tukur als gebrochene Figur Gerstein, Ulrich Mühe als zynischer Doktor mit Mephisto-Zügen (der mit Hilfe des Vatikans nach Argentinien entkommt) und Mathieu Kassovitz als aufrechter Ethiker Ricardo. Diese fulminante Verfilmung von "Der Stellvertreter" hat auch im Jahre 2002 nichts von seiner Aktualität und Brisanz verloren. Die Rolle von Piux XII ist immer noch umstritten, die vom Vatikan eingesetzte Historiker-Kommission legte wegen der Veröffentlichungspolitik des Vatikan-Archivs die Arbeit nieder. Und Genozid ist kein Relikt aus brauner Vergangenheit, sondern passiert Anfang des 21. Jahrhunderts vor allem in Afrika. Schweigen bedeutet Mitschuld. Damals wie heute. Die Zeit scheint stehengeblieben: 1963 protestierte der Vatikan gegen die Hochhuth-Aufführung in Berlin, bei der Pressekonferenz der Berlinale wetterte ein Vertreter von Radio Vatikan gegen die Filmemacher, die nicht in der Vergangenheit wühlen, sondern sich mit echter Geschichte befassen sollten. Solange es solche Argumente gibt, sind Filme wie dieser mehr als notwendig. mk.

Der Stellvertreter

Darsteller:  Ulrich Tukur   als Kurt Gerstein
  Mathieu Kassovitz   als Ricardo Fontana
  Ulrich Mühe   als Der Doktor
  Michel Duchaussoy   als Der Kardinal
  Ion Caramitru   als Graf Fontana
  Marcel Iures   als Der Papst
  Friedrich von Thun   als Gersteins Vater
  Antje Schmidt   als Frau Gerstein
  Hanns Zischler   als Grawitz
  Sebastian Koch   als Höss
  Erich Hallhuber   als von Rutta
  Burkhard Heyl   als Der Direktor
  Angus McInnes   als Tittmann
  Bernd Fischerauer   als Bischof von Galen
  Pierre Franckh   als Pastor Wehr
  Richard Durden   als Botschafter Taylor
  Monica Bleibtreu   als Frau Hinze
  Justus von Dohnányi   als Baron von Otter
  Günther Maria Halmer   als Pastor Dibelius
  August Zirner   als von Weizsäcker
  Susanne Lothar   als Alexandra Baltz
  Marina Berti   als La Principessa
  Michael Mendl   als Monsignor Hudal
  Matthias Koeberlin   als Offizier
  Nina Proll   als Helga
  Hinnerk Schönemann   als Schachspieler
  Lilly Tukur   als Adelheid Gerstein
  Charles Brian   als Arnulf Gerstein
  Sophie Parea   als Baby Gerstein
 
Regie:  Constantin Costa-Gavras  
Drehbuch:  Constantin Costa-Gavras  
  Jean-Claude Grumberg  
Produzent:  Claude Berri  
Koproduzent:  Roland Pellegrino  
  Dieter Meyer  
  Pierre Grunstein  
Ausf. Produzent:  Michèle Ray  
Buchvorlage:  Rolf Hochhuth  
Kamera:  Patrick Blossier  
Schnitt:  Yannick Kergoat  
Musik:  Armand Amar  
Produktionsdesign:  Ari Hantke  
  Maria Miu  
Kostüme:  Edith Vespérini  
Ton:  Pierre Gamet  
  Dominique Gaborieau  

Kinofest 2002: Der Star ist das Publikum

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Kino so günstig wie nie: Für nur drei Euro gibt's dieses Wochenende in deutschen Filmtheatern die absoluten Movie-Highlights zu sehen: Die Filmwirtschaft möchte sich bei ihrem Publikum bedanken und bittet zum Kinofest 2002. Aktuelle Blockbuster, grandiose Klassiker und die Topfilme der nächsten Monate flimmern in vielen deutschen Kinos zum Sonderpreis über die Leinwände.

Am 26. Juni gab's ihn Berlin schon die große Eröffnungsfeier mit Armin Rohde ("666 - Traue keinem, mit dem du schläfst") und Jessica Schwarz, der Moderatorin von "Film ab" auf VIVA (Di 19 u. 23 Uhr, So. 19 Uhr).

Auf www.kinofest2002.de finden Sie aktuelle Infos zum Kinofest, unter anderem eine Liste der teilnehmenden Kinos und Rezepte für coole Cocktails wie "Kinocolada", "Terminator", "Hollywood Dream" oder "Pretty Woman".



Diese Filme und viele mehr gibt es beim Kinofest 2002 zu sehen:

Star

Ulrich Tukur

Wenn Ulrich Tukur spielt, sind seine Rollen von zeitlos überzeitlicher Schauspielkunst, unangestrengt und von freiem Geist. Tukur muss nicht...

Star

Mathieu Kassovitz

Sein zweiter Spielfilm als Regisseur explodierte 1995 als bis dahin nicht gesehener Trip in die "banlieue" von Paris, die Bannmeile...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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