Originaltitel: The Soloist
Großbritannien/USA 2009
Jamie Foxx
Robert Downey Jr.
Catherine Keener
Regie: Joe Wright
Verleih: Universal
L.A.-Times-Zeitungskolumnist Steve Lopez (Robert Downey Jr.) traut seinen Augen nicht, als er auf den Straßen der Stadt Nathaniel Anthony Ayers (Jamie Foxx) entdeckt. Der schizophrene Obdachlose galt einst als Wunderkind der Klassik und träumt davon, wieder ein großes Konzert zu geben. Engagiert steht Steve dem ehemaligen Weltklasse-Cellisten bei, damit er wieder auf die Füße kommen kann. Daraus entwickelt sich bald eine einzigartige Freundschaft.
Nach der wahren Geschichte des Musikvirtuosen Nathaniel Ayers, der durch seine Krankheit auf der Straße landete, entwickelte "Abbitte"-Regisseur Joe Wright ein aufrichtiges wie bewegendes Drama um Freundschaft und den Traum, von ganz unten wieder nach ganz oben zu gelangen.

Joe Wrights dritte Inszenierung ist erstmals weder Kostüm- noch Liebesfilm, sondern ein berührender Blick auf eine ungewöhnliche Freundschaft und eine Welt im Abseits.
"Cinemascope ist nur gut für Beerdigungen und Schlangen", lästerte Fritz Lang einst in Godards "Die Verachtung". Nichts davon gibt es in Susannah Grants Adaption von Steve Lopez' Buch über seine Beziehung zu einem schizophrenen Obdachlosen, die beider Leben veränderte. Trotzdem setzt Regisseur Wright auf das große Format, stellt es in den Dienst einer intimen Geschichte über einen Mann, der seine vertraute Nische verlassen soll, um zurückzufinden in die Welt des Erfolgs und der übermächtigen Erwartungen. Ihr Chronist ist Steve Lopez (Robert Downey Jr.), Kolumnist der Los Angeles Times, der seine Erfolge im Beruf im Privatleben nicht fortsetzen konnte und die Ehe mit Chefredakteurin Mary (Catherine Keener) in den Sand setzte. Wie ein Trüffelschwein immer einer großen Story auf der Spur, findet er sie schließlich zufällig im Niemandsland von L.A., unter dem Labyrinth der Freeway-Brücken, in den Vierteln der Metropole, in denen sich Armut, Drogensucht und Verzweiflung ballen. Im obdachlosen Nathaniel Ayers (Jamie Foxx) entdeckt er einen verwirrten Musiker, der einst vor einer großen Karriere als Cellist stand, bis er Stimmen zu hören und unter dem Druck des eigenen Anspruchs und des attackierten Verstandes aggressiv und unberechenbar zu werden begann. Schließlich stieg das musikalische Genie aus, zog sich zurück auf die Straße, in die Welt einer paranoiden Schizophrenie, aus der ihn nun Lopez zu befreien versucht.
"Der Solist" erzählt von der behutsamen Annäherung dieser beiden Männer, von einer fragilen Freundschaft, die Ayers Schritt für Schritt aus seinem Schneckenhaus lockt, bis er wieder Cello spielt und seine Liebe zu Beethoven auch mit Fremden teilt. Was wie ein konventionelles Hollywood-Märchen klingt, ist eine wahre Geschichte, die es zwar in die Sonne zieht, letztlich aber vom Leben im Schatten berichtet. Von gescheiterten Existenzen, von der Hölle in der Stadt der Engel, von vielen Menschen, die wegsehen, und einigen wenigen, die selbstlos helfen. Ohne Rührseligkeit schaut "Der Solist" auf eine offene Wunde, appelliert an Humanität, ist aber auch sehr humorvoll, vertraut seiner Story und den engagierten, doch nie für die Galerie spielenden Stars. Nach der starken Ouvertüre "Stolz und Vorurteil" und der Perfektion von "Abbitte" gelingt Wright hier ein weiterer Treffer. Mit einem heiklen Sujet, mit aktuellem Zeitbezug, zurückhaltender in den filmischen Mitteln, aber immer bemüht, Bilder fürs Kino und bei aller Ernsthaftigkeit auch Entertainment zu bieten. kob.
| Darsteller: | Jamie Foxx | als Nathaniel Anthony Ayers | |
|---|---|---|---|
| Robert Downey Jr. | als Steve Lopez | ||
| Catherine Keener | als Mary Weston | ||
| Tom Hollander | als Graham Claydon | ||
| Lisa Gay Hamilton | als Jennifer Ayers-Moore | ||
| Rachael Harris | als Leslie | ||
| Charlie Weirauch | als Atheist | ||
| Stephen Root | als Curt | ||
| David Jean Thomas | als Jim Trotter | ||
| Regie: | Joe Wright | ||
| Drehbuch: | Susannah Grant | ||
| Produzent: | Gary Foster | ||
| Russ Krasnoff | |||
| Tim Bevan | |||
| Eric Fellner | |||
| Koproduzent: | Rikki Lea Bestall | ||
| Ausf. Produzent: | Debra Hayward | ||
| Liza Chasin | |||
| Jeff Skoll | |||
| Patricia Whitcher | |||
| Buchvorlage: | Steve Lopez | ||
| Kamera: | Seamus McGarvey | ||
| Schnitt: | Paul Tothill | ||
| Musik: | Dario Marianelli | ||
| Produktionsdesign: | Sarah Greenwood | ||
| Kostüme: | Jacqueline Durran | ||
| Casting: | Francine Maisler | ||
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