Originaltitel: Snow Flower and the Secret Fan
China/USA 2011
Jun Ji-hyun
Li Bingbing
Russell Wong
Regie: Wayne Wang
Verleih: Senator
Als ihre beste Freundin Sophia nach einem Unfall im Koma liegt, reist Geschäftsfrau Nina von New York in ihre Heimatstadt Shanghai und in Gedanken zu ihren Ahnen zurück. Wie Snow Flower und Lily im 19. Jahrhundert, sind Nina und Sophia Seelenverwandte, die durch einen Schwur ein Leben lang verbunden sind, ähneln sich auch die Rollen in dieser Beziehung, die schließlich zum Bruch führen. Doch in der Rückschau auf das harte Leben ihrer Vorfahrinnen findet Nina Antworten, die zu Hoffnung und Versöhnung führen.

Wayne Wangs Bestsellerverfilmung verknüpft gefühlsbetont die Schicksale mehrerer Frauen im China des 19. und 21. Jahrhunderts.
Wangs Adaption des gleichnamigen Romans von Lisa See wirkt wie eine Rückkehr zum Sujet seines Melodrams "Töchter des Himmels", wobei nun die Geschichte verschiedener Frauengenerationen noch weiter zurückführt und ohne den Brückenschlag zu einem neuen Leben in den USA erzählt wird. Amerika ist nur zu Beginn und nur als Handelsmarkt präsent, als Nina beauftragt wird, eine Dependance einer erfolgreichen chinesischen Firma in New York aufzubauen. Als sie vom Unfall ihrer engsten Freundin Sophia hört, die in Shanghai im Koma liegt, reist sie zurück - auch in die Vergangenheit ihrer Vorfahrinnen, die auf ewig miteinander verbunden waren. Wie Nina und Sophia waren auch Snow Flower und Lily Laotongs - verwandte Seelen, die bereits als Kinder einen Schwur leisteten, für immer Schwestern und füreinander da zu sein.
Auf vier Zeit- und Entwicklungsebenen, von 1829 bis Anfang des 21. Jahrhunderts, beobachtet "Der Seidenfächer" das Leben dieser jeweils von Bingbing Li und Gianna Jun dargestellten Frauen im Wandel der Zeiten und der Gesellschaft - von der völligen Unterwerfung an den Mann und unausweichlicher Abhängigkeit bis hin zur wachsenden Selbstbestimmung im urbanen China der Moderne. Von den Füßen, die zum Gefallen der Männer gebrochen und abgebunden, bis hin zu den Familien, die auseinandergerissen werden, ist es ein Leben voller Opfer - und die Schwesternschaft eine rare Oase von Frieden und Nähe. Wang dämonisiert die Männer nicht, zeigt sie aber im Rückblick doch als emotionale Krüppel, als Gefangene wie auch Nutznießer einer Tradition, die im modernen China verschwindet wie die alte Bausubstanz in Shanghai. Subtil verknüpft der einschließlich des grafisch starken Nachspanns optisch attraktive Film Gestern und Heute - bis hin zu den High-Heels, den modernen "Entsprechungen" der Lotosfüße. Das Opfer, das der Zuschauer bei reduziertem Erzähltempo bringen muss, ist Geduld, als würde er das Entfalten einer Lotosblüte in Echtzeit beobachten. Die Belohnung ist ein Film, der emotional nie große Oper sein will und, unterstützt von Rachel Portmans zärtlichem Soundtrack, vergleichsweise dezent bleibt. Als Bonus offeriert dieses Drama eine chinesische Gesangseinlage von Gaststar Hugh Jackman wie auch eine ohne große Gesten beeindruckende Leistung der Chinesin BingBing Li und generiert am Ende mit Zurückhaltung größte Berührung. kob.
| Darsteller: | Jun Ji-hyun | als Snow Flower/Sophia | |
|---|---|---|---|
| Li Bingbing | als Lily/Nina | ||
| Russell Wong | als Bank CEO | ||
| Coco Chiang | als Anna | ||
| Archie Kao | als Sebastian | ||
| Hu Qing Yun | als Mrs. Liao | ||
| Shi Ping Cao | als Mr. Wei | ||
| Ruijia Zhang | als Mrs. Wei | ||
| Regie: | Wayne Wang | ||
| Drehbuch: | Angela Workman | ||
| Ronald Bass | |||
| Michael Ray | |||
| Produzent: | Wendi Murdoch | ||
| Florence Sloan | |||
| Ausf. Produzent: | Hugo Shong | ||
| Buchvorlage: | Lisa See | ||
| Kamera: | Richard Wong | ||
| Schnitt: | Deirdre Slevin | ||
| Musik: | Rachel Portman | ||
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