
Mit den Remakes "Die Schatzinsel" und "Die Brücke" hat Pro Sieben eher durchwachsene Erfahrungen gemacht. Die Neuverfilmung von Jack Londons Roman "Der Seewolf" übertrifft den TV-Klassiker allerdings bei Weitem.
Ein Schiff, zwei Männer, ein Zweikampf: Kaum zu glauben, dass diese drei Zutaten genug Stoff für eine über weite Strecken packende 180-minütige Handlung darstellen. Allerdings könnte sich aus Sendersicht genau dies als Problem entpuppen: Da sich Christoph Schrewes Adaption des Drehbuchs von Holger Karten Schmidt ("Die Sturmflut", "Das Papst-Attentat") eng an die Romanvorlage hält, speist sich die Spannung aus der konträren Lebensphilosophie der beiden Protagonisten. Dank der herausragenden darstellerischen Leistungen aber ist der durchaus anspruchvolle Disput zwischen den Hauptfiguren jederzeit fesselnd. Gerade Thomas Kretschmann gelingt es vorzüglich, die ganze Ambivalenz der charismatischen Titelfigur auszuloten: Wolf Larsen, Kapitän des Robbenfängers "Ghost", verkörpert die Brutalität des darwinistischen "Survival of the Fittest", weiß dieses Motto des Überlebens durch Stärke ("Macht ist Recht") aber durchaus philosophisch zu begründen. Beide Gesichter dieses zudem physisch attraktiven Mannsbildes spielt Kretschmann außerordentlich überzeugend. Davon profitiert der junge und bislang kaum bekannte Florian Stetter, der die zunächst deutlich undankbarere Rolle hat. Als die "Ghost" eine junge Frau (Petra Schmidt-Schaller) auffischt, entbrennt zwischen den beiden Männern ein Zweikampf um ihre Zuneigung. Am Ende muss Humphrey zwischen Instinkt und Vernunft seinen eigenen Weg finden.
Schrewe, bekannt geworden durch überaus pointiert inszenierte Komödien ("Popp dich schlank!"), verzichtet weitgehend auf vordergründige Effekthascherei; Ausnahmen sind die imposanten Sturmszenen oder typische Details aus dem Seemannsleben, etwa das Kielholen des betrügerischen Smutjes, der bei der Prozedur einem Hai ein halbes Bein überlassen muss. Um so krasser wirken die gelegentlichen Gewaltszenen, wenn Larsen beispielsweise an dem abtrünnigen Maat Johnson (Henning Baum) ein blutiges Exempel statuiert. Doch seine eigentliche Faszination verdankt der Film dem intellektuellen Kräftemessen; man wird sehen, ob das junge ProSieben-Publikum bereit ist, den überwiegend als Kammerspiel dargebotenen Debatten über die Unsterblichkeit der Seele zu folgen. Dank der Bildgestaltung (Mathias Neumann) und der Kinomusik von Marcel Barsotti, der auch schon Schrewes "Bibelcode" untermalte, ist "Der Seewolf" in jedem Fall großes Fernsehen. tpg.
| Darsteller: | Thomas Kretschmann | als Wolf Larsen | |
|---|---|---|---|
| Florian Stetter | als Humphrey van Weyden | ||
| Petra Schmidt-Schaller | als Maud Brewster | ||
| Vinzenz Kiefer | als George Leach | ||
| Henning Baum | als Maat Johnson | ||
| Alexander Hörbe | als Thomas Mugridge | ||
| Gennadi Vengerov | als Turner | ||
| Simon Licht | als Henderson | ||
| Jaymes E. Butler | als Smoke | ||
| Robinson Reichel | als Kelly | ||
| Regie: | Christoph Schrewe | ||
| Drehbuch: | Holger Karsten Schmidt | ||
| Produzent: | Philip Voges | ||
| Alban Rehnitz | |||
| Ausf. Produzent: | Karlheinz Ganzer | ||
| Buchvorlage: | Jack London | ||
| Kamera: | Mathias Neumann | ||
| Schnitt: | Antonia Fenn | ||
| Musik: | Marcel Barsotti | ||
| Produktionsdesign: | Jana Karen | ||
| Harald Turzer | |||
| Kostüme: | Jürgen Knoll | ||
| Maske: | Ines Ransch | ||
| Thomas Opatz | |||
| Ton: | Frank Tenge | ||
Ein deutscher Star mischt den fünften Teil von "Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben" auf.
Der Star aus "Das Leben der Anderen" Sebastian Koch ist für "Stirb langsam 5" gebucht (Foto: Constantin)
Sebastian Koch, Star aus Filmen wie "Das Leben der Anderen" oder "Der Seewolf", hat einen Part in "Stirb langsam 5" ergattert: Koch wird John McClanes Gegenspieler geben, einen durch und durch fiesen Bösewicht aus Russland namens Komorov. Damit steht Koch dem wohl coolsten Actionhelden aller Zeiten gegenüber: Bruce Willis, der zum fünften Mal als Kult-Cop die Knarre schwingt.
In "Stirb langsam 5 - Ein guter Tag zum Sterben" verschlägt es McClane nach Moskau, um dort mit ein paar schweren Jungs aufzuräumen. Dort trifft er auf seinen Sohn, von dem er sich ebenso entfremdet hat, wie von seiner Tochter in "Stirb langsam 4.0". Um den russischen Bösewichten gemeinsam beizukommen, müssen Vater und Sohn sich zusammenraufen.
Dabei kommen ihnen allerdings gleich zwei Gegenspieler in die Quere, einer davon ist Sebastian Koch. Der zweite sieht verdammt gut aus, heißt Yulia Snigir und ist ein russisches Model. Der schöne Nachwuchsstar gibt die Kratzbürste Irina, die sich ebenfalls mit McClane hauen will. Snigir ist hierzulande noch nicht bekannt und liefert mit dieser Rolle ihr englischsprachiges Debüt.
Zum Filmstart von "Stirb langsam 5" ist es noch eine Weile hin: Erst am 13. Februar 2013 werden die Waffen gezückt. Sebastian Koch tritt bis dahin in der TV-Fantasy-Serie "Camelot" als König Uther auf, die zur Zeit im Bezahlfernsehen Sky zu sehen ist.
Am besten sieht er in langen dunklen Mänteln und in Uniform aus, weil er seine sportliche Figur beherrscht und kerzengerade...
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