Adrien Brody
Thomas Kretschmann
Frank Finlay
Regie: Roman Polanski
Verleih: Tobis
1939 besetzen deutsche Truppen Polen. Der jüdische Pianist Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody), eben noch Star der Warschauer Kulturszene, muss erleben, wie sich die Lebensbedingungen beinahe täglich verschlimmern. Schließlich wird er mit seiner Familie in das Warschauer Ghetto eingewiesen. Dem Transport in die Vernichtungslager kann er sich nur durch eine tollkühne Flucht entziehen - der Beginn einer einsamen Untergrund-Odyssee durch die Jahre der Besetzung.
Roman Polanski, selbst ein Überlebender des Krakauer Ghettos, findet mit diesem packenden Drama nach einer wahren Geschichte zurück zu alter Form und erntete zu Recht die diesjährige Goldene Palme zu Cannes. Sehenswert auch Thomas Kretschmann als jener Wehrmachtsoffizier, der dem Überlebenskämpfer zum Rettungsanker wird.
Ergreifend: Roman Polanski erzählt eine wahre Geschichte aus der Zeit des Leids.
Überlebenskampf im Warschauer Ghetto - wer sollte das intensiver inszenieren können als Roman Polanski, der als Kind nur knapp dem Konzentrationslager entkam? Die "Goldene Palme" für sein Meisterwerk in Cannes war ihm gewiss.
Im Mittelpunkt steht der jüdisch-polnische Radiopianist Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody in einer starken Rolle), der durch die Hilfe von Freunden der Nazi-Todesfalle entkommt, auch wenn er hilflos der Deportation seiner Familie zuschauen muss. Bis zum Kriegsende lebt er in wechselnden Verstecken, von Angst vor Entdeckung gepeinigt.
Kurz vor der Kapitulation wird er sogar von einem deutschen Offizier (Thomas Kretschmann auf internationalem Erfolgskurs) aufgespürt, der ihn aber nicht verrät, sondern mit Lebensmitteln versorgt und hingerissen seiner Musik lauscht. Ein Moment von Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt. Aller Demütigung, Verzweiflung und Leid zum Trotz: Nur die Hoffnung zählt, sie gibt Kraft.
Manche Rollen sind den Schauspielern einfach auf den Leib geschrieben. Adrien Brody seine aktuelle eher nicht.
Adrien Brody weiß: Wer gegen Predatoren kämpfen will, muss Opfer bringen (Foto: Kurt Krieger)
In "Predators" tritt Adrien Brody ab 8. Juli als Söldner Royce in die massigen Fußstapfen von Arnie und erledigt außerirische Kopfjäger. Fragt sich nur, wie? Denn bereits als die Entscheidung publik wurde, Mr. Muskelschwund als kampfgestählten Soldaten zu besetzten, wurden viele Köpfe geschüttelt. Schließlich hat er auch als Pianist sein Instrument nur gespielt und nicht getragen. Aber bitte: Den Abzug ziehen können bekanntlich auch Bantam-Kämpfer.
Und obwohl Regisseur Nimrod Antal wie auch Produzent Robert Rodriguez nicht müde wurden, die Brillianz der Besetzung zu beteuern - irgendwie scheint sogar der Hauptdarsteller selbst gewisse Defizite bemerkt zu haben. Denn wie der Oscar-Preisträger jetzt zugab, musste er hart an sich arbeiten, um Rolle und Kampfanzug auszufüllen.
"Ich habe für die Rolle 25 Pfund zugelegt", behauptete der 36-Jährige in einem Interview. "Aber das war eigentlich nicht der Punkt - man hat mich nicht als Bodybuilder eingestellt. Trotzdem fand ich, um ordentlich spielen zu können, sollte ich nicht zu mickrig sein. Aber es ist nicht deine physische Stärke, mit der du ein Alien besiegst, das Energiewaffen besitzt, dich orten kann und in einer Kultur von Jagd und Trophäen lebt. Du musst es überlisten."
Auch das fällt mit der richtigen Vorbereitung wohl leichter: "Mein allabendliches Ritual bestand aus Survival-Ratgebern sowie militärischen und paramilitärischen Trainings-Handbüchern." Damit nicht genug: "Ich habe Sun Tzu gelesen, Meditation studiert. Ich war auf strenger Diät, habe nicht getrunken, keinen Zucker gegessen - ich hatte nicht mal Sex." Sapperlott! Aber wenn's denn der Körperertüchtigung dient...
Doch Mühen und Verzicht in Ehren: Zumindest auf Arnies Tradition des Predator-Ringkampfes sollte Adrien Brody vieleicht doch lieber verzichten - und statt dessen verstärkt mit Fernwaffen arbeiten. Bereits Arnolds ultragebuildeter Body diente damals dem Alien als bessere Langhantel. Brody im Mann-gegen-Monster-Modus gegenüber zu stehen, wäre für die hünenhaften Außerirdischen höchstens eine verlockende Einladung zum Zwergenwerfen. Ob sie sich dann wenigstens totlachen - und Brody so listig den Sieg davonträgt - ist höchst zweifelhaft. Denn bei allem was man über die todbringenden Jäger aus dem All weiß: Ihr Sinn für Humor scheint jedenfalls nicht besonders ausgeprägt.
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