Originaltitel: Mon Colonel
Frankreich/Belgien 2006
Olivier Gourmet
Robinson Stévenin
Cécile de France
Regie: Laurent Herbiet
Als der Oberst a. D. Duplan in seinem Wohnzimmer erschossen wird, ist die Polizei zunächst ratlos. Die Armee beauftragt daraufhin eine junge Offizierin, Oberleutnant Galois, die Ermittlungen aufzunehmen. Schon bald taucht ein anonymer Brief auf mit den Worten: "Der Oberst starb in Saint-Arnaud." Anbei sind Tagebuchseiten geheftet, die aus der Feder eines jungen Oberleutnants stammen. Während des Algerienkrieges hatte sich der Jurastudent Guy Rossi aus Liebeskummer freiwillig verpflichtet. 1955 trifft der Rekrut in Algerien ein und kommt unter das Kommando von Oberst Duplan. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung, deren Ambivalenzen der junge Rossi detailliert in seinem Tagebuch beschreibt.
Tag für Tag erhält Oberleutnant Galois einen Umschlag mit der Fortsetzung des Tagebuches, und Stück für Stück arbeitet sie sich in die Vergangenheit des jungen Rossi ein, der noch während des Krieges unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Und je mehr sie über die Beziehung zwischen Rossi und Duplan erfährt, desto tiefer rutscht sie auch in die schmutzigen Details des Algerienkrieges vor 50 Jahren - und in den Mordfall von heute.
"Ein Frankreich ohne Algerien wäre kein Frankreich mehr", sagte einst François Mitterrand. Mehr als 130 Jahre lang war das nordafrikanische Land in französischer Hand.
Die Zugehörigkeit Algeriens zur Französischen Republik infrage zu stellen, wäre noch Mitte der 50er Jahre für die meisten so unverständlich gewesen, wie heute von der Unabhängigkeit des Elsass zu sprechen, so Regisseur Laurent Herbiet zur Thematik seines Films. Auf der Leinwand ist der Algerienkrieg so gut wie vergessen, findet auch Drehbuchautor Costa-Gavras. Doch einen Film ausschließlich über die Vergangenheit zu drehen erschien ihm und seinem Koautor zu plump, zu betäubend für ein Publikum, das sich kaum mit der frankoalgerischen Geschichte beschäftigt hat. Und das, obwohl dieser brutale Abschnitt der französischen Kolonialgeschichte im politischen Leben der Republik noch sehr lebendig ist, wie 2005 durch das Inkrafttreten des Gesetzes der "Wohltaten der Kolonisation" verdeutlicht wurde.
Wie die sechs Millionen Franzosen, deren Leben auf direkte oder indirekte Weise vom Algerienkrieg beeinflusst sind, haben auch die Väter von Regisseur Laurent Herbiet und Koproduzent Salem Brahimi im Krieg auf afrikanischem Boden gekämpft - und das in gegnerischen Lagern.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Olivier Gourmet | als Col. Raoul Duplan | |
|---|---|---|---|
| Robinson Stévenin | als Lt. Guy Rossi | ||
| Cécile de France | als Oberleutnant Galois | ||
| Charles Aznavour | als Rossis Vater | ||
| Bruno Solo | als Kommandant Reidacher | ||
| Eric Caravaca | als René Ascensio | ||
| Guillaume Gallienne | als Unterpräfekt | ||
| Georges Siatidis | als Hauptmann Roger | ||
| Thierry Hancisse | als Kommissar Quitard | ||
| Jacques Boudet | |||
| Wladimir Yordanoff | als Generalstabschef | ||
| Bruno Lochet | als Adjutant Schmeck | ||
| Regie: | Laurent Herbiet | ||
| Drehbuch: | Constantin Costa-Gavras | ||
| Jean-Claude Grumberg | |||
| Laurent Herbiet | |||
| Produzent: | Constantin Costa-Gavras | ||
| Jean-Pierre Dardenne | |||
| Luc Dardenne | |||
| Michèle Ray-Gavras | |||
| Koproduzent: | Salem Brahimi | ||
| Buchvorlage: | Francis Zamponi | ||
| Kamera: | Patrick Blossier | ||
| Schnitt: | Nicole Berckmans | ||
| Musik: | Armand Amar | ||
| Kostüme: | Edith Vespérini | ||
| Ton: | Olivier Hespel | ||
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