Originaltitel: Man on the Moon
USA 1999
Jim Carrey
Danny DeVito
Courtney Love
Regie: Milos Forman
Verleih: Concorde
In den 70er Jahren ist Andy Kaufman Amerikas beliebtester Komödiant, weil das Publikum nie weiß, was es von ihm erwarten kann. Nicht einmal Andys Freunde wissen, was er ausheckt, wo Spaß endet und Ernst beginnt oder womit er seine Chefs als nächstes auf die Palme treiben wird. Nur eines steht fest: Es wird niemals langweilig sein - nicht einmal, als Andy tödlich erkrankt...

In seinem neunten amerikanischen Film läßt Milos Forman wieder einmal einen seiner nonkonformistischen Helden über das Kuckucksnest fliegen. Wie Formans "Larry Flynt - Die nackte Wahrheit" erzählt auch dieser nach einem Song von R.E.M. betitelte Aufruf zum zivilen Ungehorsam nach einem meisterhaften Drehbuch von Scott Alexander und Larry Karaszewski von einer realen Ikone der siebziger Jahre, die das Establishment nach allen Regeln der Kunst auf die Hörner nahm: Der Komödiant Andy Kaufman narrte sein Publikum derart konsequent, daß bei seinem Tod 1985 nicht einmal engste Freunde glauben wollten, daß der unkonventionelle Clown tatsächlich nicht mehr am Leben war. Eine Paraderolle für Jim Carrey, der nach "Die Truman Show" erneut als dramatischer Darsteller mit Oscar-Ambitionen überzeugt.
Wie ein "Amadeus" der Comedybranche war Andy Kaufman ein innovatives Unikat, ein visionärer Träumer, der den Kollegen seiner Zunft um Längen voraus war und seine Kunst kompromißlos revolutionierte. Gezielt legte es Kaufman darauf an, sein Publikum zu narren und führte das Credo "Give the people what they want" konsequent ad absurdum. Wo man ihn nicht kannte, sprach er in radebrechendem Polnisch-Kauderwelsch, bis die Zuschauer überzeugt waren, das sei sein wahrer Dialekt. Wenn ausverkaufte Hallen nach seinen Elvis-Parodien verlangten, las er ihnen Fitzgeralds kompletten "Der große Gatsby" vor, ohne eine Miene zu verziehen. Nicht einmal enge Vertraute (mit Ausnahme des Kompagnons Bob Zmuda, der als ausführender Coproduzent am Film beteiligt war) oder seine Manager wußten, wo bei Kaufman der Spaß aufhörte und der Ernst begann. Weil er seine Rolle des Mechanikers Latka in der erfolgreichen TV-Serie "Taxi" haßte, erfand er ein Alter ego, den heruntergekommenen Lounge-Sänger Tony Clifton, und zwang die Produzenten der Sendung, ihn in einigen Folgen mitspielen zu lassen. Kaufman war besessen von Wrestling und forderte Frauen dazu auf, mit ihm zu ringen, bis ihn ein Profi-Catcher bei einem Auftritt schwer verletzte - eine weitere Narretei, wie sich bald herausstellen sollte. Als Kaufman schließlich an Krebs starb, wollte niemand so recht glauben, daß es sich dabei nicht um einen weiteren Streich handelte.
Nach einem wunderschönen Intro, in dem Kaufman/Carrey das Publikum im typischen Kleinkindersingsang direkt anspricht und zu überreden versucht, das Kino wieder zu verlassen, weil der Film schlecht sei, tritt "Man on the Moon" ohne große Umschweife in den Werdegang und das Universum Kaufmans ein, in dem die verrückteste immer die beste Idee ist. Der subversive Charme des Komödianten beflügelt auch den stilistisch relativ konventionell realisierten Film, der stets weniger wie ein Biopic als vielmehr eine belustigte Meditation über das vielfältige Gesicht der Rage against the Machine wirkt. Notorische Nonkonformisten, die dem Status Quo ans Bein pinkeln, haben Tradition im Kino des Milos Forman. Das trifft für Jack Nicholsons Murphy in "Einer flog übers Kuckucksnest" und die Blumenkinder in "Hair" ebenso zu wie für den Schrat Mozart in "Amadeus" oder den Pornopapst Flynt in "Larry Flynt". In "Man on the Moon" triumphiert der Held über die Konvention, auch wenn es ihn das Leben und die eigene Persönlichkeit kostet: Einen echten Kaufman, so implizieren die Filmemacher, gab es nicht hinter den diversen Masken. Sein Leben waren die Masken. So erfährt man nicht, was diesen bizarren Mann ticken ließ, aber Forman läßt den Zuschauer teilhaben an dem unendlich befreienden Gefühl von Kaufmans kindlichem Anarchismus - bis man feststellt, daß auch der Film sein Publikum - in bester Kaufman-Manier - aufs Glatteis führt. Man läßt es gerne mit sich geschehen, und sei es nur, um dem von Danny DeVito, Paul Giamatti, Courtney Love und einer Unzahl wahrer Figuren aus dem Leben des Komödianten wunderbar unterstützten Jim Carrey dabei zuzusehen, als menschliches Chamäleon in der Titelfigur komplett aufzugehen. Das markerschütternde Lachen, wenn Kaufmann kurz vor seinem Tod bei einem Besuch bei einem Wunderheiler auf den Philippinen entdeckt, daß diesmal er einem Scharlatan aufgesessen ist, verfehlt sein emotionales Ziel ebensowenig wie der Showdown von "Kuckucksnest": Für den Pyrrhussieg über die Gesellschaft bezahlt man in Amerika immer noch einen hohen Preis. ts.
| Darsteller: | Jim Carrey | als Andy Kaufman | |
|---|---|---|---|
| Danny DeVito | als George Shapiro | ||
| Courtney Love | als Lynne Margulies | ||
| Paul Giamatti | als Bob Zmuda | ||
| George Shapiro | als Club-Besitzer | ||
| Vincent Schiavelli | als Maynard Smith | ||
| Peter Bonerz | als Ed Weinberger | ||
| Jerry Lawler | als Jerry Lawler | ||
| Gerry Becker | als Stanley Kaufman | ||
| Leslie Lyles | als Janice Kaufman | ||
| J. Alan Thomas | als J. Alan Thomas | ||
| Regie: | Milos Forman | ||
| Drehbuch: | Scott Alexander | ||
| Larry Karaszewski | |||
| Produzent: | Danny DeVito | ||
| Michael Shamberg | |||
| Stacey Sher | |||
| Ausf. Produzent: | George Shapiro | ||
| Howard West | |||
| Michael Hausman | |||
| Kamera: | Anastas Michos | ||
| Schnitt: | Christopher Tellefsen | ||
| Lynzee Klingman | |||
| Adam Boome | |||
| Musik: | R.E.M. | ||
| Peter Buck | |||
| Mike Mills | |||
| Michael Stipe | |||
| Produktionsdesign: | Patrizia von Brandenstein | ||
| James F. Truesdale | |||
| Ray Kluga | |||
| Kostüme: | Jeffrey Kurland | ||
| Ton: | Chris Newman | ||
| Ron Bochar | |||
Tom Wilkinson muss sich zur Zeit vorkommen wie ein Glückskind. Am 12. Dezember hat der Brite seinen 54. Geburtstag gefeiert, Weihnachten steht vor der Tür und über mangelnde Rollenangebote kann er sich auch nicht beklagen. Das Beste daran: Die Angebote sind nicht nur zahlreich, sondern auch inhaltlich eine Wucht.
So wird Tom Wilkinson, der für seine Leistung in "In the Bedroom" für den Oscar nominiert wurde, in "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" mitwirken. Dabei befindet er sich in exzellenter Gesellschaft. Denn auf der Besetzungsliste stehen nur Hollywood-Hochkaräter: Jim Carrey ("Der Mondmann"), Kate Winslet ("Iris"), Kirsten Dunst ("Spider-Man") und Mark Ruffalo ("Windtalkers"). Und auch auf dem Regiestuhl sitzt kein Unbekannter: Michel Gondry ("Human Nature - Die Krone der Schöpfung") wird das Starensemble vor der Kamera dirigieren.
Der Film handelt von einem Paar (Jim Carrey und Kate Winslet), das an dem toten Punkt in ihrer Beziehung angekommen zu sein scheint. In gegenseitigem Einvernehmen entschließen sich die Beiden sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Sie wollen die Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit aus dem Gedächtnis löschen lassen. Betreut werden sie von Dr. Mierzwiak, dargestellt von Tom Wilkinson.
Die Dreharbeiten sollen Mitte nächsten Jahres beginnen.
Mit der Gesichtsgymnastik eines gurgelnden Gummischlauchs und als anarchischer Körperverrenker mit garantierter Turbokomik übertrifft Jim Carrey...
Agil, gerissen, ein verbissener Wurzelzwerg, giftig, spöttisch, sarkastisch und Spitzbube cum laude, ist der kleinwüchsige Danny DeVito in...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.