Julia Koschitz
Felix Hellmann
Katharina Marie Schubert
Regie: Ralf Westhoff
Verleih: X Verleih (Warner)
Claire fühlt sich von Krankheiten bedroht, Leo nimmt alles leicht und futtert sogar rohes Hühnerfleisch. Sie schreibt endlose SMS, er sagt kurz und knapp, was Sache ist, sie hat ständig Lust auf Sex, er wandert ebenso gern mit dem Kumpel in die Berge, sie repariert selbst das Fahrrad, ihm ist die Zeit dafür zu schade. Trotzdem sind die beiden ein Paar, fragen sich aber sehr oft warum, streiten, versöhnen und trennen sich.

Was bewegt die urbanen Endzwanziger? Die Antwort gibt Ralf Westhoff in einer heiter-melancholischen Betrachtung über Beziehungsleid und Beziehungslust.
Claire fühlt sich von Krankheiten bedroht, Leo nimmt alles leicht und futtert sogar rohes Hühnerfleisch. Sie schreibt endlose SMSen, er sagt kurz und knapp, was Sache ist, sie hat ständig Lust auf Sex, er wandert ebenso gerne mit dem Kumpel in die Berge, sie träumt von einer Beziehung, er weiß noch nicht so recht, auch wenn "Der letzte schöne Herbsttag" für beide eine tolle Erinnerung ist.
Nach seinem erfolgreichen Speed-Dating-Film "Shoppen" leiden Ralf Westhoffs Helden erneut unter Beziehungsstress, hören nicht auf ihr Bauchgefühl, sondern diskutieren - und das nicht zu knapp. Ihren Frust sprechen Julia Koschitz und Felix Hellmann direkt und fast Hilfe suchend in die Kamera. Eine Glanzleistung, für die sie den Förderpreis Deutscher Film verdient hätten. Da der aber nur pro Film in einer Kategorie vergeben werden darf, gingen sie leer aus. Dafür durfte sich Autor, Regisseur und Produzent Ralf Westhoff über den verdienten Regiepreis freuen.
Auf den ersten Blick passt das Paar nicht zusammen. Immer wieder müssen sie die Gefühlsbaustelle räumen, kaum glauben sie den Weg zur harmonischen Zweisamkeit frei, kommt das nächste Hindernis. Nicht mehr das unverbindliche Ausprobieren steht im Vordergrund, sondern die "Arbeit" daran, wie Mann und Frau den Übergang von Verliebtheit zur längerfristigen Beziehung schaffen, ein Gegenentwurf zu "Shoppen". Manchmal gibt es Rollentausch, sie repariert das Fahrrad und er werkelt am Herd, aber der tolle Rausch bleibt aus. Der Zuschauer lernt die gefährlichen Beziehungsklippen aus zwei unterschiedlichen Perspektiven kennen, wenn beide unabhängig voneinander ihre Version wie im Theater in Richtung Publikum erzählen, von weiblicher Seite offen und Verletzungen zugebend, von männlicher Seite eher cool und skeptisch. Bei den Dialogen und Monologen sitzen die Pointen, trifft jedes Wort ins Schwarze, kommt die Situationskomik im geschlechtertechnisch komplizierten Alltag auf den Punkt. Das hinreißende Porträt einer Generation zwischen (Selbst)Zweifel und Zärtlichkeit, die sich nicht in die emotionale Hängematte legt, sondern es wissen will. Ganz genau. mk.
| Darsteller: | Julia Koschitz | als Claire | |
|---|---|---|---|
| Felix Hellmann | als Leo | ||
| Katharina Marie Schubert | als Ivonne | ||
| Leopold Hornung | als Tobias | ||
| Maik Solbach | als junger Mann in Club und Wohnung | ||
| Ingrid Cannonier | als Mutter von Claire | ||
| André Jung | als Vater von Claire | ||
| Walter Hess | als Barkeeper | ||
| Mark Alexander Solf | als junger Mann im Café | ||
| Tom O'Malley | als Barmann | ||
| Regie: | Ralf Westhoff | ||
| Drehbuch: | Ralf Westhoff | ||
| Produzent: | Ralf Westhoff | ||
| Ausf. Produzent: | Florian Deyle | ||
| Martin Richter | |||
| Kamera: | Helmfried Kober | ||
| Schnitt: | Uli Schön | ||
| Musik: | Michael Heilrath | ||
| Produktionsdesign: | Bettina Zirngibl | ||
| Kostüme: | Ina Irena Will | ||
| Maske: | Angela Kutter | ||
| Ton: | Béla Golya | ||
| Till Ortner | |||
| Tim Kehle | |||
Österreichische Schauspielerin. Vielseitige Verwandlungskünstlerin mit Freude am präzisen Spiel, lernte Julia Koschitz ihr Handwerk auf der...
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