Originaltitel: Le petit Nicolas
Frankreich 2009
Valérie Lemercier
Kad Merad
Maxime Godart
Regie: Laurent Tirard
Verleih: Wild Bunch (Central)
Als einer von seinen Klassenkameraden erzählt, dass sich daheim alles nur noch um das Neugeborene dreht und er bald nicht mehr zum Unterricht erscheint, glauben alle, ihr Kumpel sei von seinen Eltern im Wald ausgesetzt worden. Der kleine Nick ist ganz besonders aufgeschreckt, denn in einem Gespräch seiner Eltern hat er gehört, dass seine Mama schwanger ist. Um dem Schicksal, im Wald ausgesetzt zu werden, zu entgehen, will er sich als perfektes Kind bewähren. Gemeinsam mit seinen Freunden bringt er die Wohnung auf Vordermann und will sogar einen Gangster anheuern, der den zukünftigen kleinen Rivalen entführen soll.

Warmherzige Verfilmung der illustrierten Lausbubengeschichten von Jean-Jacques Sempé und René Goscinny.
Ende der 1950 Jahre wird "Der kleine Nick" erfunden und feierte im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Jubiläum. Der Ausflug in die damalige heile Kindheit einer Kleinstadt hat nichts an Reiz verloren, weckt sogar Nostalgie, ist die Zeit ohne Drogen, Migrantenprobleme und Gewalt doch endgültig vorbei. Mit "Le petit Nicolas" (so der Originaltitel) hat Präsident Nicolas Sarkozy wenig zu tun, auch wenn seine Landsleute ihn nicht gerade respektvoll so nennen und versuchten Ähnlichkeiten zu entdecken.
Aus der illustrierten Figur wird in der Realverfilmung ein richtiger Junge, der mit List und Tücke seine Eltern davon überzeugen will, dass sie sich keinen besseren Sohnemann wünschen können. Als einer von seiner Klassenkameraden erzählt, dass sich daheim alles nur um das Neugeborene dreht und er fast als lästig empfunden wird und irgendwann nicht mehr zum Unterricht erscheint, glauben alle, ihr Kumpel sei im Wald ausgesetzt. Ganz besonders Nick ist aufgeschreckt, er belauscht ein Gespräch seiner Eltern und hält danach seine Mama für schwanger, sieht sich ebenfalls schon allein im Wald herumirren. Kampflos will er seinen angestammten Platz nicht aufgeben. Gemeinsam mit seinen Freunden bringt er die Wohnung auf Vordermann, putzt und schrubbt, dass die Tapeten von den Wänden fallen und plant, einen Gangster anzuheuern, der den zukünftigen kleinen Rivalen entführen soll. Bleibt nur die Frage des nötigen Kleingeldes.
Wie unter einem Brennglas betrachtet Laurent Tirard seinen jungen Protagonisten in Kniestrümpfen, kurzer Hose, rotem Pullunder und weißem Hemd, ein cleveres und sympathisches Kerlchen, dargestellt von Maxime Godart in überzeugender Naivität und Frische, wie die anderen Kinderdarsteller entspricht er genau den Vorstellungen der Leser. In Zeiten der globalen Krise und Unsicherheit erfüllt die dargestellte Welt vielleicht die Sehnsucht nach längst vergangener Ordnung, aber Tirard lässt leichte Ironie aufblitzen beim scheinbar rosaroten Rückblick und somit ahnen, dass nicht alles so wunderschön war, wie es auf den ersten Blick aussieht. Mit seinen kräftigen und lebensfrohen Farben, stilisierter Ausstattung im 1950er Jahre Setdesign und schicken Oldtimern nimmt "Der kleine Nick" mit seinen Lausbubenstreichen rasant die Fahrt auf in ein Reich der Fantasie und eine ferne Kindheit. Könnte gut sein, dass sich die Großen trotz Märchenhaftigkeit mehr amüsieren als die Kleinen. mk.
| Darsteller: | Valérie Lemercier | als Nicks Mutter | |
|---|---|---|---|
| Kad Merad | als Nicks Vater | ||
| Maxime Godart | als Nick | ||
| Sandrine Kiberlain | als Lehrerin | ||
| François-Xavier Demaison | als Hühnerbrüh | ||
| Michel Duchaussoy | als Direktor | ||
| Daniel Prévost | als Herr Maßbaum | ||
| Michel Galabru | als Minister | ||
| Anémone | als Mlle Navarin | ||
| François Damiens | als Herr Bleder | ||
| Louise Bourgoin | als Blumenhändlerin | ||
| Vincent Claude | als Otto | ||
| Charles Vaillant | als Georg | ||
| Victor Carles | als Chlodwig | ||
| Benjamin Averty | als Franz | ||
| Germain Petit Damico | als Roland | ||
| Damien Ferdel | als Adalbert | ||
| Virgile Tirard | als Joachim | ||
| Regie: | Laurent Tirard | ||
| Drehbuch: | Laurent Tirard | ||
| Grégoire Vigneron | |||
| Produzent: | Olivier Delbosc | ||
| Marc Missonnier | |||
| Buchvorlage: | René Goscinny | ||
| Jean-Jacques Sempé | |||
| Kamera: | Denis Rouden | ||
| Schnitt: | Valérie Deseine | ||
| Musik: | Klaus Badelt | ||
| Produktionsdesign: | Françoise Dupertuis | ||
| Kostüme: | Pierre-Jean Larroque | ||
| Ton: | Ricardo Castro | ||
| Paul Heymans | |||
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