
Detailverliebt porträtiert Regisseur Johannes Fabrick in diesem Familiendrama mit Christine Neubauer und Tim Bergmann das gespaltene Deutschland der sechziger Jahre.
Hallertau, 1967: Die Bäuerin Marie (Christine Neubauer) führt mit ihrer Familie ein einfaches und von harter Arbeit geprägtes Leben. Nur die ehrgeizigen Pläne ihres Mannes Paul (Marcus Mittermeier) und das seltsame Verhalten ihres Sohnes Felix (gespielt von den Zwillingen Marc und Eric Hermann) machen ihr Sorgen. Felix lebt in seiner eigenen Welt, hat aber ein ausgezeichnetes Gedächtnis und eine Vorliebe für Zahlen. Als er eingeschult werden soll, kommt es zum Eklat: Felix kommt mit anderen nicht klar, scheitert an den einfachsten Anforderungen der Schule. Der Rektor will ihn auf die Hilfsschule schicken, doch Marie begehrt dagegen auf. Sie weiß, dass ihr Sohn kein Dummkopf ist. Eine Odyssee beginnt, in deren Verlauf ihr Sohn einer Teufelsaustreibung unterzogen und von Psychologen gequält wird, bis sie endlich in Berlin in der emanzipierten Alex (Natascha Paulick) und dem engagierten Arzt Niklas (Tim Bergmann) Unterstützung erfährt.
"Der kalte Himmel" ist eine Mischung aus Familiendrama und detailgenau ausgestattetem Sittenporträt. Im Mittelpunkt steht die bewegende Geschichte Maries und ihres autistischen, aber hochbegabten Sohns Felix, zugleich wird ein Deutschland im Umbruch gezeigt: während die Bäuerin fast noch wie im Mittelalter lebt, verändert sich in den Großstädten durch die Studentenunruhen und die Hippie-Bewegung die Gesellschaft massiv. Dass die Drehbuchautorin Andrea Stoll und der Regisseur Johannes Fabrick eine glaubwürdige Entwicklung zeigen, ist eine Stärke des Zweiteilers. Staunend und von Toleranz geprägt, nimmt Marie die Veränderungen wahr und macht eine persönliche Emanzipation durch, ohne gleich zur Emanze zu mutieren. Immer steht das Wohl ihres Kindes für sie im Vordergrund. Die Besetzung der Rolle des Felix mit den Zwillingen Eric und Marc Hermann ist ein Glücksfall, Christine Neubauer und Tim Bergmann überzeugen, beeindruckend sind auch Marcus Mittermeier und Natascha Paulick. sw.
| Darsteller: | Christine Neubauer | als Marie Moosbacher | |
|---|---|---|---|
| Eric Hermann | als Felix Moosbacher | ||
| Marc Hermann | als Felix Moosbacher | ||
| Marcus Mittermeier | als Paul Moosbacher | ||
| Tim Bergmann | als Dr. Niklas Cromer | ||
| Natascha Paulick | als Alex Brunner | ||
| Monika Baumgartner | als Elisabeth Moosbacher | ||
| Wolfgang Hübsch | als Xaver Moosbacher | ||
| Leopold Nüßl | als Max Moosbacher | ||
| Joelle Rose Kleber | als Lena Moosbacher | ||
| Alexander Held | als Franzl Schenkhofer | ||
| Johanna Christine Gehlen | als Luisa | ||
| Heinz-Josef Braun | als Dorfpfarrer | ||
| Dietrich Hollinderbäumer | als Psychiater | ||
| Joachim Nimtz | als Amtsarzt | ||
| Regie: | Johannes Fabrick | ||
| Drehbuch: | Dr. Andrea Stoll | ||
| Produzent: | Ariane Krampe | ||
| Prof. Nico Hofmann | |||
| Kamera: | Stefan Unterberger | ||
| Schnitt: | Sandy Saffeels | ||
| Musik: | Dieter Schleip | ||
| Produktionsdesign: | Thilo Mengler | ||
| Kostüme: | Barbara Grupp | ||
| Ton: | Ed Cantu | ||
| Casting: | Nina Haun | ||
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