Veröffentlicht am 07.05.2009
Der Junge im gestreiften Pyjama The Boy in the Striped Pyjamas, USA/Großbritannien 2008
Der Junge im gestreiften Pyjama The Boy in the Striped Pyjamas, Kinostart 07.05.2009, USA/Großbritannien 2008
  • Junge im gestreiften Pyjama, Der

  • Junge im gestreiften Pyjama, Der / Asa Butterfield

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Der Junge im gestreiften Pyjama - Filmplakat

Sensible Bestsellerverfilmung über den jungen Sohn eines KZ-Kommandanten, der mit einem jüdischen Jungen Freundschaft schließt.

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3/5
Nicht mehr im Kino Mehr auf video.de Filmstart: 07.05.2009
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Filmkritik zu Der Junge im gestreiften Pyjama

Sensibles, allegorisches Drama über zwei Jungen, die über den Zaun eines Konzentrationslagers hinweg Freundschaft schließen.

Am Anfang glaubt man sich in John Boormans "Hope & Glory", wenn Kinder mit ausgestreckten Armen durch die Straßen Berlins schwärmen, als wären sie Reichsflieger und die Dramen des Kriegs nur ein Spiel. Hier, Anfang der Vierzigerjahre, berühren sich die Welten der Täter und Opfer kaum, denn es ist Alltag, wenn Lastwagen Juden aufsammeln und verschwinden lassen. Dass es für immer ist, weiß ein parteitreuer Nazioffizier (David Thewlis). Denn er soll auf dem Land ein Lager leiten, das den Tod systematisch und grausam organisiert. Während die Frau des Kommandanten (Vera Farmiga) glaubt oder sich einredet, dass hier gearbeitet und nicht gestorben wird, hält ihr achtjähriger Sohn Bruno das umzäunte Areal für einen Bauernhof, auf dem die Arbeiter eigenartigerweise "Schlafanzüge" tragen. Weil ihm Freunde fehlen und Verbote für Kinder Verführung bedeuten, bricht Bruno das Tabu und erforscht den von einem Waldstück getrennten Komplex jenseits des Hauses. Hinter Stacheldraht findet er den gleichaltrigen jüdischen Jungen Shmuel, der nicht versteht, warum er hier ist, aber doch weiß, dass Brunos Einschätzung, hier sei alles ein großes Abenteuer, nicht seiner Realität entspricht. Zwischen den Kindern entwickelt sich eine Freundschaft, deren Unschuld die Hoffnung repräsentiert, weil die Lügen des Kriegs und des instrumentalisierten Hasses bei ihnen keinen fruchtbaren Boden finden. Im Unterschied zu Brunos Schwester, die bereits von Hitler und einem jungen Leutnant träumt, der für den Modellnazi steht wie Brunos Vater für Mensch und Monstrum und Brunos Mutter für die Frage, ob Wahrheit verdrängt oder nicht erfahren wurde. Etwas plakativ und didaktisch wirken die Rollenzuweisungen, weshalb auch der Lehrer Brunos ein zynischer Antisemit und der Gehilfe aus dem Lager ein gütiger Arzt ist. Fraglich ist auch, ob ein tragisches Finale wie dieses ein Begleitgewitter wirklich nötig hat. Trotzdem verfehlt Mark Hermans Verfilmung von John Boynes Bestseller ihre Wirkung nicht. Denn die Perspektive von außen und aus Kinderaugen auf das Grauen ist ungewöhnlich und gerade für junge Zuschauer als Köder wichtig, sich mit einer Vergangenheit auseinanderzusetzen, in der auch Naivität und Nichtwissen den gewaltsamen Tod von Millionen überhaupt erst möglich machte. kob.

Pressestimmen

Weil jede Figur modellhaft etwas repräsentiert - Ideologien, Verhaltensmuster, Charaktertypen - wirkt die Verfilmung von John Boynes Bestseller mitunter etwas plakativ und didaktisch. Aber um Lernen geht es auch, um einen Zugang, den gerade junge Zuschauer zu einem Thema finden sollen, das eine kontinuierliche Auseinandersetzung erfordert. Und diesen macht Mark Hermans sechster Film mit einer ungewöhnlichen Perspektive möglich, die von außen und aus Kinderaugen einen Blick auf das Grauen des systematischen Massenmords wirft. (Blickpunkt:Film)

Wer das Plakat gesehen hat, wo der Zaun die Jungen trennt, kennt schon die halbe Geschichte. John Boynes Roman erzählt konsequent aus der Sicht eines naiven, buchstäblich blauäugigen Kindes. Der Film aber zeigt nie nur den Ausschnitt, den uns die Literatur vorgibt. Der Film zeigt immer das ganze Bild. (Welt kompakt, 7. Mai 2009)

All diese Akzentverschiebungen sollen der dramaturgischen Plausibilität dienen, und das tun sie auch, wenn man sich, wie gesagt, auf die Konstruktion dieser unerhörten Geschichte einlässt. (Berliner Zeitung, 7. Mai 2009)

Dem Film gelingt es über weite Strecken, die Tatsachenverdrehungen und Ungereimtheiten aus dem Buch zu bereinigen, aber gegen die verniedlichende Darstellung der grausamen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs konnte Mark Herman damit trotzdem nicht viel ausrichten. (Münchner Abendzeitung, 7. Mai 2009)

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Filmhandlung & Hintergrund zu Der Junge im gestreiften Pyjama

Das komfortable Leben des 8-jährigen Bruno (Asa Butterfield) im nationalsozialistischen Berlin endet, als sein Vater (David Thewlis), ein hoher Offizier, Anfang der 40er Jahre auf einen neuen Posten irgendwo in die Provinz versetzt wird. Dort vermisst Bruno zunächst alle seine Freunde, bis er jenseits des Hauses im Waldstück einen gleichaltrigen jüdischen Jungen als Spielkamerad entdeckt. Doch der lebt hinter einem Zaun und trägt einen seltsam gestreiften Pyjama.

Ganz aus der Sicht eines kleinen Jungen entfaltet sich diese sensible Bestsellerverfilmung um den Sohn eines KZ-Lagerkommandanten, der Freundschaft mit einem gleichaltrigen Häftling schließt. Langsam entdeckt er das Grauen des Holocausts, das für ihn in einer Tragödie endet.



Als Bruno Anfang der Vierzigerjahre Berlin verlässt, verliert er seine Freunde. Am neuen Arbeitsort seines Vaters, ein Nazioffizier, ist er zunächst sehr allein. Bis er jenseits des Hauses und eines Waldstücks ein merkwürdiges Lager und hinter der Umzäunung einen gleichaltrigen jüdischen Jungen entdeckt. Warum alle hier, wie er glaubt, gestreifte Schlafanzüge tragen, versteht er genauso wenig wie das Verbot der Eltern, dieses Terrain zu betreten. Aus der Begegnung entwickelt sich Freundschaft, aus dem vermeintlichen Abenteuer eine Tragödie.



Als Bruno Anfang der Vierzigerjahre Berlin verlässt, verliert er seine Freunde. Am neuen Arbeitsort seines Vaters, einem Nazioffizier, ist er zunächst sehr allein. Bis er jenseits des Hauses und eines Waldstücks ein merkwürdiges Lager und hinter der Umzäunung einen gleichaltrigen jüdischen Jungen entdeckt. Warum alle hier, wie er glaubt, gestreifte Schlafanzüge tragen, versteht er genauso wenig wie das Verbot der Eltern, dieses Terrain zu betreten. Aus der Begegnung entwickelt sich Freundschaft.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Diese großartige Bestsellerverfilmung des Iren John Boyne erzählt die anrührende Geschichte des 8jährigen Bruno, Sohn eines SS-Offiziers, der sich mit einem jüdischen Jungen hinter einem Stacheldrahtzaun anfreundet. Die filmische Inszenierung bewegt sich wie die literarische Vorlage im Rahmen einer dichten Fabel um aufrichtige Freundschaft und bedingungslose Zuneigung. Durch die kunstvolle Kontrastierung der unschuldigen Kinderwelt mit der kühlen rationalen Erwachsenenwelt werden die Schrecken und die Perfidität des Nazi-Regimes auch ohne drastische Bilder spürbar. So entsteht der wahre Schrecken im Gehirn des Betrachters. Intensiv und von großer Eindringlichkeit das Spiel der Darsteller. Mark Herman schafft mit der Inszenierung dieser zutiefst berührenden Geschichte vor allem für jüngere Generationen neue Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust. Ein wichtiger und lobenswerter filmischer Beitrag wider das Vergessen - einfühlsam, bewegend und spannend anzusehen!

Jurybegründung:

Die literarische Vorlage, der Roman des Iren John Boyne, ist das Pfund, mit dem die Autoren des Films wuchern können, an dem sie sich aber auch messen lassen müssen. Es ist das große Verdienst der Macher dieses Films, die Visualisierung der schwer zu transponierenden Vorlage zu wagen, nicht nur wegen der Holocaust-Thematik, sondern auch wegen der ungewöhnlichen Sicht aus der Perspektive eines kleinen Jungen. Ein Leser kann den Einblick in ein historisches Geschehen nach dem Maße des Erlebten oder des Übermittelten, aber auch nach dem Maß des persönlich Erträglichen autonom bebildern, der Film aber konfrontiert den Zuschauer mit Bildern, die nicht individuell korrigierbar sind. Einen Weg gefunden zu haben, der dem Zuschauer die Verarbeitung trotz der Härte der Thematik möglich macht, ist eine nicht hoch genug zu schätzende Leistung.

Es kommt nicht häufig vor, dass über die bekannten Erzählebenen zum Thema Holocaust-Verantwortung von den "Wissenden, die nichts sagen" und den "Ahnenden, die nichts wissen wollen" eine dritte dominiert. Es sind die "Nichtwissenden", die am innigsten ausgelotet werden, die beiden Kinder diesseits und jenseits des Lagerzauns. Dass diese Ebene überzeugend und in höchstem Maße anrührend visualisiert werden konnte, ist zunächst der Wahl der wunderbaren Darsteller des Bruno und des Shmuel zu verdanken, aber, im Verlauf der Handlung immer deutlicher werdend, auch der Inszenierung selber, die nicht auf eine historisch getreue, naturalistische Wiedergabe von Lokalitäten und Situationen setzt, sondern auf die erschütternde Wirkung, die aus der arglosen Sicht der nicht wissenden Kinder erwächst.

Aber auch der Beleuchtung der Rolle der Eltern im Genozid und ihrem sich daraus ergebenden Verhältnis zu den Kindern widmet der Film seine Aufmerksamkeit. Dass Shmuel, Sohn eines Lagerinsassen, über den Zweck des Konzentrationslagers und die wahren Vorgänge nicht aufgeklärt wurde, war eine Schutzmaßnahme seines ihn schon bald nicht mehr schützen könnenden Vaters. Dass Bruno, Sohn des Lagerleiters, ein Unwissender ist, entspringt in erster Linie den uneingestandenen, verdrängten Schuldgefühlen des Vaters. Wie auch sollte man der Unschuld den Genozid plausibel machen? So nimmt denn die unselige Entwicklung der pubertierenden Tochter zu einer naiven Nazi-Ideologin ihren Lauf - sowie Brunos Gang in den Tod.

Krönend lassen Kamera und Montage, insbesondere durch den Einsatz der Gitter als symbolisierende Blickachsen in die "Welt der Täter", ein metaphorisches Panorama von der Ghettoisierung der Freiheit des Denkens und Handelns durch die Macht entstehen.

Die Diskussion des Gremiums, ob die in der Darstellungsweise auszumachende "Mainstreamisierung die filmische Aussagekraft mindern könne, wurde dahingehend beantwortet und mit dem Prädikat besonders wertvoll unterstrichen, dass der Wert des Films nicht gemindert, sondern auf diese Weise unter Umständen ein jüngeres, nicht involviertes und mit den historischen Vorgängen auch nicht mehr ganz so vertrautes Publikum gewonnen wird.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel The Boy in the Striped Pyjamas
OV -
OmU -
Genre Drama
Filmpreis -
USA-Start 07.11.2008
Kinostart (D) 07.05.2009
Besucher (D) 26.857
Einspielergebnis (D) € 166.054
Bes. (EDI) 26.857
Bes. (FFA) 40.714
FSK ab 12 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Der Junge im gestreiften Pyjama
Regisseur Mark Herman Regisseur
Darsteller Asa Butterfield Künstlerporträt 812839 Asa Butterfield / Ender's Game Photocall Bruno © Kurt Krieger
Darsteller Jack Scanlon Schmuel
Darsteller Amber Beattie Gretel
Darsteller Vera Farmiga Künstlerporträt 556506 Vera Farmiga / Oscar 2010 / 82th Annual Academy Awards Mutter © Kurt Krieger
Darsteller David Thewlis Künstlerporträt 689151 David Thewlis / 6. Filmfest Rom 2011 Vater © Kurt Krieger
Darsteller Sheila Hancock Großmutter
Darsteller Richard Johnson Großvater
Darsteller Rupert Friend Künstlerporträt 475137 Friend, Rupert / Berlinale 2009 - 59. Internationale Filmfestspiele Berlin Lt Kotler © Kurt Krieger
Drehbuch Mark Herman Drehbuch
Weitere Darsteller
Produzent
Produktionsleitung
Ausf. Produzent
Buchvorlage
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Musik
Kostüme
Maske
Ton
Casting
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