Originaltitel: The Great Dictator
USA 1940
Sir Charles Chaplin
Jack Oakie
Reginald Gardiner
Regie: Sir Charles Chaplin
Verleih: Piffl
Als der jüdische Friseur Charlie (Charles Chaplin) Jahre nach dem Ersten Weltkrieg endlich das Hospital verlassen kann, hat sich einiges zum Schlechten verändert daheim im Ghetto. Eine neue Regierung unter Führung des Diktators Adenoid Hynkel (auch Chaplin) bereitet einen Überfall auf das Nachbarland Austerlich vor und erklärt die Juden im eigenen Land zu Staatsfeinden. Durch ihre frappante Ähnlichkeit und nach einigen Abenteuern landet jedoch der Führer in den Mühlen der eigenen Horrorjustiz, während Charlie als anerkannter Staatschef die Gelegenheit bekommt, der Welt mal die Meinung zu sagen.
Charlie Chaplins visionäre Politsatire war auch sein erster Tonfilm. Da dieses Kleinod trotz anerkanntem Kultstatus leider selten im Fernsehen zu sehen ist, bringt die Kinowiederaufführung nun ein schönes Weihnachtsgeschenk für Cineasten.

In seiner einzigartigen Satire auf Hitler und die Nationalsozialisten gelang es Charlie Chaplin durch seine Doppelrolle, seine pantomimischen Fähigkeiten mit der von ihm bislang verschmähten Form des Tonfilms zu verbinden: während die Figur des Friseurs Charlie zunächst hauptsächlich von der Pantomime lebt, überschüttet der Diktator Hynkel das Publikum mit einem ungebremsten Wortschwall. Chaplin verwendete dabei Methoden, die von komischen Slapstick-Einlagen über die bissige Karrikatur bis hin zum offenen Appell an die Zuschauer reichten, um als Künstler zum Faschismus Stellung zu nehmen.
| Darsteller: | Sir Charles Chaplin | als Diktator Adenoid Hynkel / jüdischer Friseur | |
|---|---|---|---|
| Jack Oakie | als Diktator Benzino Napaloni | ||
| Reginald Gardiner | als Kommandant Schultz | ||
| Henry Daniell | als Garbitsch | ||
| Billy Gilbert | als Feldmarschall Herring | ||
| Grace Hayle | als Madame Napaloni | ||
| Carter De Haven | als Botschafter von Bacteria | ||
| Paulette Goddard | als Hannah | ||
| Maurice Moscovitch | als Herr Jaeckel | ||
| Emma Dunn | als Frau Jaeckel | ||
| Bernard Gorcey | als Herr Mann | ||
| Paul Weigel | als Herr Agar | ||
| Chester Conklin | als Friseurkunde | ||
| Esther Michelson | als jüdische Frau | ||
| Hank Mann | als Infanterist | ||
| Florence Wright | als blonde Sekretärin | ||
| Rudolf Anders | als tomanischer Offizier | ||
| Regie: | Sir Charles Chaplin | ||
| Drehbuch: | Sir Charles Chaplin | ||
| Produzent: | Sir Charles Chaplin | ||
| Kamera: | Roland Totheroh | ||
| Karl Struss | |||
| Schnitt: | Willard Nico | ||
| Musik: | Sir Charles Chaplin | ||
| Meredith Willson | |||
| Produktionsdesign: | J. Russell Spencer | ||
| Ton: | Percy Townsend | ||
| Glenn Rominger | |||
Die Ähnlichkeit ist unverkennbar, zumindest rein äußerlich.
Deshalb kam Charlie Chaplin überhaupt erst auf die Idee, "Der große Diktator" zu drehen. Einem Freund des Komikers fiel auf, dass Chaplins Leinwand-Alter-Ago Adolf Hitler zum Verwechseln ähnlich sah, und so war die Grundidee für die Polit-Satire über den größenwahnsinnigen Diktator Adenoid Hynkel geboren.
Der Film feierte am 15. Oktober 1940 in den USA Premiere und galt als einer der Auslöser für den Kriegsbeitritt der Vereinigten Staaten. Die Dreharbeiten hatten jedoch bereits 1937 begonnen, als noch niemand ahnen konnte, welche Ausmaße der Nationalsozialismus nehmen würde. Chaplin äußerte später, dass er sich niemals darüber hätte lustig machen können, hätte er zuvor gewusst, wie grausam es in den Konzentrationslagern tatsächlich zuging.
Dann wäre die Welt allerdings um einen der wichtigsten Filme der Geschichte ärmer gewesen. Hitler selbst soll "Der große Diktator" sogar zwei Mal angefordert haben, nachdem er die Veröffentlichung in allen von Nazis besetzten Staaten verboten hatte. Ob er ihn tatsächlich gesehen hat, ist nicht bekannt.
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