Originaltitel: Le voyage du ballon rouge
Frankreich/Taiwan 2007
Juliette Binoche
Simon Iteanu
Fang Song
Regie: Hou Hsiao-hsien
Simon ist sieben Jahre alt und wohnt mit seiner alleinerziehenden Mutter Suzanne in einer Pariser Wohngemeinschaft - weit weg vom Vater, der mit Simons Schwester Louise in Brüssel lebt. Suzanne ist Puppenspielerin, probt für ihr neues Stück und hat einen vollgestopften Terminkalender. Um ihren Sohn nicht zu vernachlässigen, engagiert sie Song, eine Filmstudentin aus Peking, die zum Studium nach Paris gekommen ist. Suzannes "bohème"-Wohngemeinschaft wird also erweitert, obwohl die überforderte Mutter bereits genug Ärger mit dem Mitbewohner Marc hat, der seine Miete nicht zahlen will.
Die ruhige Song bringt die nötige Balance in Suzannes chaotisches Leben. Song hat ihre Kamera immer dabei und filmt den Tagesablauf des kleinen Simon: Wie er Klavier übt, wie er Flipper spielt und vor allem, wie er einen großen roten Ballon durch die Straßen beziehungsweise den Himmel von Paris schweben lässt. Auf diesen Spaziergängen erzählt Simon zum Beispiel von seiner Schwester Louise, die er vermisst. Auch Suzanne macht das Leben als alleinerziehende Mutter zu schaffen. Sie sehnt sich nach jemandem, der ihr hilft mit den großen und kleinen Problemen des Alltags fertig zu werden.
"Der Flug des roten Ballons" ist der erste französischsprachige Film des taiwanesischen Regisseurs Hou Hsiao Hsien. Inspiriert wurde er von Albert Lamorisses Klassiker von 1956 mit dem Titel "Le ballon rouge". Dieses poetische Manifest geht von einer vergleichbaren Ausgangssituation aus - die zufällige und gesellige Wanderschaft eines Kindes und eines Ballons durch die Straßen von Paris. Der Flug des roten Ballons ist aber kein Remake des Klassikers. Der im Auftrag des Musée d' Orsay realisierte Film entfaltet seine eigene Persönlichkeit, integriert den Blick eines Fremden auf das heutige Paris und bildet gleichzeitig eine Reflexion über Alltag und Kunst, Fantasie und Mühsal. Weitere Filme des Regisseurs sind "In the Hands of the Puppetmaster" (1993), der auf dem Festival de Cannes 1993 mit dem Preis der Jury ausgezeichnet wurde, sowie der mehrfach ausgezeichnete und in Japan als Newcomer des Jahres gefeierte "Café Lumière" (2003) und "Three Times" (2005), der 2006 beim Golden Apricot Filmfestival in Eriwan den Hauptpreis bekam.
"Der Flug des roten Ballons" lief 2007 erstmals auf dem Filmfestival in Cannes in der Kategorie "Un Certain Regard" und wurde auf dem Valladolid International Film Festival 2007 mit dem Fipresci-Preis ausgezeichnet. Im
selben Jahr bekam der Regisseur den Ehrenpreis auf dem Internationalen Filmfestival von Locarno.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Juliette Binoche | als Suzanne | |
|---|---|---|---|
| Simon Iteanu | als Simon | ||
| Fang Song | als Song | ||
| Hippolyte Girardot | als Marc | ||
| Louise Margolin | als Louise | ||
| Anna Sigalevitch | als Anna | ||
| Regie: | Hou Hsiao-hsien | ||
| Drehbuch: | Hou Hsiao-hsien | ||
| François Margolin | |||
| Produzent: | François Margolin | ||
| Kristina Larsen | |||
| Kamera: | Lee Pin Bing | ||
| Schnitt: | Jean-Christophe Hym | ||
| Liao Ching-song | |||
| Musik: | Camille | ||
| Produktionsdesign: | Paul Fayard | ||
| Ton: | Shih Yi Chu | ||
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