Doris Dörries tiefgründige unterhaltsame Beziehungskomödie frei nach dem Märchen vom Fischer und seiner Frau. http://images.kino.de/flbilder/max05/mbiz05/mbiz31/z0531506/b150x150.jpg Der Fischer und seine Frau

Filmdetails

Der Fischer und seine Frau

Doris Dörries tiefgründige unterhaltsame Beziehungskomödie frei nach dem Märchen vom Fischer und seiner Frau.


Der Fischer und seine Frau
Start: 27.10.2005

Komödie / Drama

Deutschland 2005
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Alexandra Maria Lara
Christian Ulmen
Simon Verhoeven

Regie: Doris Dörrie
Verleih: Constantin

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
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Temperatur

lau

Inhalt

Zwei befreundete Pärchen, ein Problem: Otto (Christian Ulmen) ist auf bescheidenem Level glücklich, schließlich hat er seine Ida (Alexandra Maria Lara). Ida aber träumt von etwas Größerem als ihrer 2-Zimmer-Wohnung und strebt beruflich wie privat stets nach Höherem. Kumpel Leo (Simon Verhoeven) ist erfolgreich und bietet seiner Freundin Yoko (Young-Shin Kim) eigentlich alles. Doch auch Yoko ist nicht glücklich.

Beziehungskisten-Schreinerin Doris Dörrie ("Männer") befindet sich mit dieser modernen Interpretation einer alten Fabel auf dem Höhepunkt ihrer Kunst.


Kritik

Liebe oder Karriere? Oder beides? Doris Dörrie schickt in der temperamentvollen Beziehungsballade die heißesten deutschen Jungstars auf Fischfang.

Großansicht Auf Schmusekurs mit dem Fang: Veterinär Otto küsst seinen Glücksfisch, den Koi (Foto: Constantin)

Auf Schmusekurs mit dem Fang: Veterinär Otto küsst seinen Glücksfisch, den Koi (Foto: Constantin)

Die "Männer" haben sie einst mit Bravour zum Aushängeschild des Komödienbooms befördert, aber es sind nie die schlichten Erfolgsrezepte gewesen, die Doris Dörrie gereizt haben. Ihre Filme sind auf entschiedene Art ehrlich, ihre Figuren selbst als Karikaturen noch lebensecht. Sie jagen unerreichbaren Träumen nach und werden von Selbstzweifeln geplagt - ganz moderne Menschen, oft unsicher, lebenslustig, fragil, sinnsuchend.

Vor allem durch ihre Schwächen stark gewordene Frauentypen wandern durch Dörries Kinowelt, hier hoffen sie auf Liebe und Unabhängigkeit, die ihnen zwei tranige Berufsbremser - ihre Lebensgefährten - nicht geben wollen oder können. Doch wer immer mehr will, läuft Gefahr, zum Schluss alles zu verlieren.

Großansicht Idas grelle Modekollektion nach Koi-Art entwickelt sich über Nacht zum Millionengeschäft (Foto: Constantin)

Idas grelle Modekollektion nach Koi-Art entwickelt sich über Nacht zum Millionengeschäft (Foto: Constantin)

Junge Talente

Alexandra Maria Lara ("Der Untergang"), MTV-Chamäleon Christian Ulmen ("Herr Lehmann"), Simon Verhoeven ("Das Wunder von Bern") und Kim Young-Shin ("Tatort") sind die aufregenden, mitunter noch kurz vor dem Durchbruch stehenden jungen Talente, die sich versammelt haben, um in Japan einen Reigen zweier Paare zu eröffnen, die zwischen Sehnsucht und Liebesfrust, Tatendrang und Niedergeschlagenheit einen Weg zum Glück suchen.

Das fordert Reibungsverluste geradezu heraus und so kracht es gewaltig im Beziehungsgebälk, denn Ida (Lara) will trotz Kind raus aus der 2-Zimmer-Wohnung Modell Sozialhilfe und ihren Arbeitsmuffel Otto (Ulmen) in die Villen-Welt der Karrieristen katapultieren. Die Geschäftsidee, eine ausgefallene Modekollektion, hat er quasi mitgeliefert.

Großansicht Ida auf Geschäftstour mit Leo (Foto: Constantin)

Ida auf Geschäftstour mit Leo (Foto: Constantin)

Rettet den Fisch!

Otto genügt sich hingegen als Fischdoktor, der mit Kumpel Leo die seltenen Exemplare des japanischen Zierfischs Koi behandelt und eine stressfreie Kleinexistenz ersehnt. Leo (Verhoeven) hat indes den Beruf im Griff, erweist sich aber als zu klobiger Liebhaber für Yoko (Kim).

Ob tragisch oder komisch - voller Schwung und Fantasie kommt das moderne Gesellschaftsmärchen daher, das auf eine Erzählung der Gebrüder Grimm zurückgeht. Doris Dörrie hat sie schwungvoll umgekrempelt zu einer zeitgenössischen Fabel, die auch gehörig Gesellschaftskritik übt. Das hintergründige Highlight für den Kinogourmet kommt frisch vom Filmfest Hamburg.

Der Fischer und seine Frau

Darsteller:  Alexandra Maria Lara   als Ida
  Christian Ulmen   als Otto
  Simon Verhoeven   als Leo
  Young-Shin Kim   als Yoko
  Eva Christian   als Alina
  Valentin Platareanu   als Radu
  Ulrike Kriener   als Lena
  Elmar Wepper   als Herr Wagenbach
  Carola Regnier   als Frau Wagenbach
  Gustav Peter Wöhler   als Olsen
  Christoph Maria Herbst   als Therapeut
  Petra Zieser   als Maklerin
 
Regie:  Doris Dörrie  
Drehbuch:  Doris Dörrie  
Produzent:  Franz Xaver Gernstl  
Kamera:  Rainer Klausmann  
Schnitt:  Inez Regnier  
  Frank Müller  
Produktionsdesign:  Bernd Lepel  
Kostüme:  Katharina Ost  
Maske:  Evelyn Döhring  
  Waldemar Pokromski  
Ton:  Wolfgang Wirtz  
Casting:  Nessie Nesslauer  

"Ich brauchte einen magischen Fisch"

Nach einem Märchen der Gebrüder Grimm erzählt Doris Dörrie in "Der Fischer und seine Frau" von den weiblichen Schwierigkeiten, Liebe und Karriere zu verbinden.

Großansicht Multitalent Doris Dörrie ist Autorin, Regisseurin und Dozentin (Foto: Kurt Krieger)

Multitalent Doris Dörrie ist Autorin, Regisseurin und Dozentin (Foto: Kurt Krieger)

» Warum wurde aus dem geplanten Roman ein Film?

DORIS DÖRRIE:

Die Entscheidung für einen Film fiel wegen der Stärke der Bilder ziemlich schnell, ich wollte von Anfang an diese extreme Farbigkeit von Japan. Mich fasziniert diese Mischung zwischen absoluter Exotik und absoluter Vertrautheit. Japan und Deutschland sind sich in manchen Punkten sehr ähnlich.

Ich wusste sehr früh, dass der Koi mein Butt ist, ich brauchte einen magischen Fisch. Danach recherchierte ich diese ganze Koi-Industrie. In "Der Fischer und seine Frau" stimmt alles, die Notoperationen, Schuppentransplantionen und die irrwitzigen Preise.

Großansicht Christian Ulmen kennt sich als Veterinär Otto mit Kois aus (Foto: Constantin)

Christian Ulmen kennt sich als Veterinär Otto mit Kois aus (Foto: Constantin)

» Wie lange dauerte das Projekt von der ersten Idee bis zur Leinwand?

Länger als sonst. Vor drei Jahren begann ich zu schreiben. Es war nicht einfach, die verschiedenen Elemente zusammenzuführen. Wirklich leicht zu bleiben und schnell zu erzählen ist Knochenarbeit.

» Und wie verliefen die Dreharbeiten in Japan?

Sehr unterhaltsam und angenehm. Ich komme dort gut zurecht. Bei "Erleuchtung garantiert" hatten wir nur einen deutschen Übersetzer, diesmal eine ausführende Produzentin in Tokio, mit der wir die Dreharbeiten vorbereiteten. Eine große Erleichterung, denn das offizielle Japan kann ziemlich bürokratisch sein.

Großansicht Von der japanischen Farbigkeit inspiriert: Alexandra Maria Lara als Modedesignerin Ida (Foto: Constantin)

Von der japanischen Farbigkeit inspiriert: Alexandra Maria Lara als Modedesignerin Ida (Foto: Constantin)

» Was reizt sie an dieser Märchenadaption?

Als Kind habe ich lange Zeit in diesen Märchen gelebt und bin dann wieder durch meine Tochter damit in Kontakt gekommen. Ich bedauere die Disneyisierung von Märchen, weil sie die Intensität wegnimmt. Man kann natürlich auch Märchen im Kino sehen, aber das eine gegen das andere auszutauschen, ist fatal. Das Kino im Kopf ist immer das stärkere Kino.

» Dann bräuchten Sie keine Filme mehr zu machen, sondern nur noch zu schreiben?

Ich bin ja nicht didaktisch unterwegs. Ich liebe das Kino, aber wenn ich verzichten müsste, dann eher aufs Filmemachen als aufs Schreiben.

Großansicht Die "Flying Fish Doctors" kümmern sich um das Wohl von kranken Fischen (Foto: Constantin)

Die "Flying Fish Doctors" kümmern sich um das Wohl von kranken Fischen (Foto: Constantin)

» Des Fischers Frau Ilsebill überfordert ihren Mann durch zu viele Aktivitäten. Müssen Regisseurinnen auch mehr "rennen" als ihre männlichen Kollegen, um Anerkennung zu bekommen?

Wo ist das Ei und wo das Huhn? Ich habe es lange abgelehnt, darüber nachzudenken. Frauen organisieren alles so beiläufig, damit die Familie nicht zu kurz kommt.

Ich habe alle Filme immer im Winter gedreht, um die Schulferien mit Kind und Familie zu verbringen. Da fallen mir nicht viele Männer ein. Oder dass ich die meisten Filme in München drehe, damit die Familie nicht auseinander gerissen wird. Wir dürfen dabei das Kontemplative nicht verlieren.

Großansicht Doris Dörrie am Set zu "Der Fischer und seine Frau" (Foto: Constantin)

Doris Dörrie am Set zu "Der Fischer und seine Frau" (Foto: Constantin)

» Kontemplation als Voraussetzung für Kreativität?

Mein Job ist primär das Zuschauen und das Zuhören. Wenn ich mit Schauspielern arbeite, darf ich nicht an die nächste Einstellung oder das nächste Problem denken, sondern muss darauf achten, ob da eine Wahrheit entsteht.

» Die Zusammenarbeit mit Constantin besteht seit Jahren. Never change a winning team?

Die Zusammenarbeit ist damals durch unsere Katastrophe bei "Bin ich schön?" entstanden, wo Bernd Eichinger großzügig nicht nur die Hand ausgestreckt, sondern mir auch stark geholfen hat. Aus dieser Zeit stammt diese doch sehr fruchtbare Verbindung. Es kann sich natürlich immer wieder alles ändern, aber von einem Projekt zum anderen ging es immer produktiv weiter.

Großansicht Japan lässt grüßen: Alexandra Maria Lara und Simon Verhoeven (Foto: Constantin)

Japan lässt grüßen: Alexandra Maria Lara und Simon Verhoeven (Foto: Constantin)

» Hat Sie seine Aussage "Ich will die Welt, sie will Schwabing" damals geärgert oder angespornt?

Das Leben ändert sich. Bernd Eichinger und ich haben uns gehasst bei "Ich und Er", ich glaube er mich mehr als ich ihn. Inzwischen verbindet uns eine richtige Freundschaft.

» Kreist Ihr nächster Film auch wieder um die Beziehung zwischen Mann und Frau?

Der Film wird eher eine Familiengeschichte. Das Buch ist fertig. Die Constantin hat Interesse signalisiert, wahrscheinlich werden wir das Projekt gemeinsam stemmen. Der Beginn der Dreharbeiten ist allerdings noch offen.

Ich habe ein ganzes Jahr durchgearbeitet wie eine Verrückte - drei Opern inszeniert, einen Film abgedreht und an der Filmhochschule unterrichtet. Diese Geschwindigkeit macht auch nicht unbedingt einen netteren Menschen aus mir. Es geht darum, eine Balance zu finden.

Großansicht Dazwischengeschoben: Geburt im Schuhladen (Foto: Constantin)

Dazwischengeschoben: Geburt im Schuhladen (Foto: Constantin)

» Bringen Sie das auch Ihren Studenten bei?

Die reiße ich mit System aus der Überforderung heraus. Im vergangenen Jahr pilgerten wir gemeinsam nach Santiago de Compostela, in diesem Jahr habe ich sie auf eine Almhütte fernab jeglichen Handynetzes gescheucht. Grenzerfahrungen sind wichtiger als Lehrsätze.

» Sie profilieren sich und sammeln Meriten auf verschiedenen Gebieten - schreiben, inszenieren Filme und Opern. Wohin führt dieser Erfolg?

Profilieren oder Meriten gewinnen interessiert mich eigentlich nicht. Boxoffice ist nicht alles, und Erfolg kann Gift sein, ein Danaer-Geschenk. Es ist schwierig, öffentlich zu werden, damit umzugehen, zu leben und zu arbeiten.

Andererseits ist Erfolg etwas Wunderbares. Wenn da 1.200 Leute im Kino lachen und klatschen, das zu bekommen, kann durchaus zur Droge werden. Man muss immer misstrauisch bleiben. Wer dem Erfolg anheimfällt und sich davon abhängig macht, ist erledigt.

Star

Alexandra Maria Lara

Ihre wunderbaren leicht mandelförmigen Augen, Natürlichkeit, Frische, Spontaneität, Energie und ihr offener intensiver Blick,...

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Christian Ulmen

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