Unkonventionell und spannend erzählte Lovestory um eine Frau, die sich nach einer Trennung mit einem jugendlichen Straftäter einlässt. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz27/z0227509/b150x150.jpg Der Felsen

Filmdetails

Der Felsen

Unkonventionell und spannend erzählte Lovestory um eine Frau, die sich nach einer Trennung mit einem jugendlichen Straftäter einlässt.


Der Felsen
Start: 25.07.2002

Drama

Deutschland 2001
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Karoline Eichhorn
Antonio Wannek
Sebastian Urzendowsky

Regie: Dominik Graf
Verleih: Concorde

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Noch vor dem Ende ihres letzten gemeinsamen Urlaubs auf Korsika verlässt Katrin (Karoline Eichhorn) ihren verheirateten Liebhaber, der zu seiner schwangeren Frau zurückkehren will. Statt nach Hause zu fahren, lässt sie sich zunächst auf ein verstörendes sexuelles Abenteuer mit zwei Wildfremden und dann auf eine Amour fou mit einem straffälligen Jungen (Antonio Wannek) ein, der mit seinem Bruder ein paar Wochen in einem Resozialisierungscamp verbringt. Die verzweifelte Zärtlichkeit des Siebzehnjährigen löst bei Karin tiefe Verunsicherung aus.

Intelligent unterhaltende und tief berührende Lovestory, mit der sich Dominik Graf nach acht Jahren Kinopause auf der Leinwand zurückmeldet.


Kritik

Der Felsen

Acht Jahre hat sich Dominik Graf Zeit gelassen, bis er nach seiner wohl traumatischen Erfahrung mit dem unterschätzten Genrefilm "Die Sieger" wieder eine Geschichte für die Leinwand erzählt hat. "Der Felsen" ist ein formal wie inhaltlich kompromissloser Film über die emotionale Krise einer jungen Frau, die sich nach der Trennung von ihrem Freund radikal auf eine neue Liebe und einen ganz anderen Lebensentwurf einlässt. Dominik Grafs so unkonventionell wie spannend erzählte Lovestory wird im Wettbewerb der Berlinale uraufgeführt und hat inzwischen einen engagierten Verleih gefunden.

Acht Jahre hat Dominik Graf nun mit ungewöhnlich brillanten TV-Movies Fernsehgeschichte geschrieben und die Möglichkeiten des Mediums mit seiner Kunst zu Erzählen fortentwickelt. Immer wieder, ob bei "Frau Bu lacht" oder "Der Skorpion", hätte man sich gewünscht, diese Geschichten auf der Leinwand zu sehen. Mit der Großproduktion "Die Sieger" hatte Graf zuletzt die Konventionen des deutschen Genrefilms überstrapaziert. Sowohl die Produktionsbedingungen als auch die katastrophale Vermarktung des Films scheinen bei ihm das Gefühl bewirkt zu haben, grandios gescheitert zu sein. Umso konsequenter ist der formale Ansatz seines neuen Films. Weil kurz vor Produktionsstart offenbar wurde, dass das Budget nicht erlauben würde, den Film auf 35mm zu drehen, entschieden sich Regisseur und Produktion dafür, das Projekt trotzdem zu realisieren: mit digitaler Technik auf Mini-DV. Auch wenn Graf keine Ambitionen hat, nun Dogma-inspiriert eine besondere Authentizität und eine größere Direktheit der Bilder zu schaffen, so profitiert seine Geschichte doch durch die Unmittelbarkeit der Umsetzung. Kein riesiger Produktionstross, kein Korsett aufwändiger Arbeitsstandards schiebt sich zwischen ihn, die Darsteller und die Geschichte. Auch komplizierte Szenen können vor Ort entwickelt und spontan umgesetzt werden. Für den Regisseur Graf, den nun besonders das Durchbrechen von Erzählkonventionen beschäftigt, muss diese Arbeitssituation wie eine Befreiung gewirkt haben.

Ohne große Zugeständnisse an die Erwartungen des Publikums entwickelt er seine spannende Story, der er verstärkt durch einen oft ambivalenten Off-Kommentar während des Erzählflusses scheinbar die Option lässt, sich in die eine oder andere Richtung zu entwickeln. Eine junge Frau verlässt ihren verheirateten Liebhaber, der zu seiner schwangeren Frau zurückkehren will, noch vor Ablauf ihres letzten gemeinsamen Urlaubs auf Korsika. Eine Rückkehr in ihr Leben zuhause, scheint ihr unmöglich. Stattdessen lässt sie sich treiben, lässt sich erst auf ein verstörendes sexuelles Abenteuer mit zwei Wildfremden und dann auf eine Amour fou mit einem straffälligen Jungen ein, der mit seinem kleineren Bruder ein paar Wochen in einem Resozialisierungscamp verbringt. Die verzweifelte Zärtlichkeit des Siebzehnjährigen, der um ihre Liebe mit existentieller Risikobereitschaft kämpft, führt bei ihr zu einer nicht vorhersehbaren Abenteuerreise in ihre Gefühlswelt, die sie von tiefer Verunsicherung hin zu neuer Verantwortung führt.

Undenkbar ist die Wirkung dieser gleichzeitig linear und assoziativ erzählten, sehr bewegenden Liebesgeschichte ohne die großartigen Bilder von Kameramann Benedict Neuenfels und die herausragenden Leistungen der Hauptdarsteller Karoline Eichhorn und Antonio Wannek, die durch die fast intime Produktionssituation mit der Mini-DV und ohne große Sets wohl wesentlich begünstigt wurden. Schon bei seinem "München"-Film hat Dominik Graf einen Erzählstil entwickelt, der die eigentliche Geschichte durch assoziative Bilder, erinnerte Momente oder Traumbilder kommentiert und in Frage stellt. Auch "Der Felsen" erreicht dadurch seine stärksten Momente. Gerade weil die Story so offen angelegt ist, gewinnt sie zunehmend Spannung und Tempo, suggeriert sie doch immer stärker, dass alles geschehen kann. Am Ende gelingen nicht nur Momente, die noch lange nachwirken, wie die vergebliche Suche des jüngeren Bruders nach neuen Eltern, wie die gemeinsame wilde Flucht in die rauhe Landschaft Korsikas, wie die intensiven Blicke wachsender Intimität des vom Schicksal gezeichneten Liebespaars. Es gelingt vor allem ein Film, der seine Zuschauer ernst nimmt, der intelligent unterhält, emotional tief berührt und geradezu lustvoll verunsichert. Viel mehr als die Dogma-Filme grüßen von Ferne Bernhard Wickis "Eroberung der Zitadelle" oder die Filme Bernardo Bertoluccis und Jean-Luc Godards. Im Kino wird "Der Felsen" sein erwachsenes Publikum finden. Gleichzeitig macht dieser brillante "kleine" Film Lust auf mehr Kino von Dominik Graf. hoe.

Der Felsen

Darsteller:  Karoline Eichhorn   als Katrin
  Antonio Wannek   als Malte
  Sebastian Urzendowsky   als Kai
  Peter Lohmeyer   als Robert
  Ralph Herforth   als Jürgen
  Soraya Gomaa  
  Christian Munteanu  
  Max Richter  
  Marlon Kittel  
  Martin Reinhold  
 
Regie:  Dominik Graf  
Drehbuch:  Markus Busch  
  Dominik Graf  
Produzent:  Gloria Burkert  
Koproduzent:  Ulrich Limmer  
  Prof. Thilo Kleine  
  Michael Weber  
Kamera:  Benedict Neuenfels  
Schnitt:  Hana Müllner  
Musik:  Dieter Schleip  
  Dominik Graf  
Produktionsdesign:  Claus-Jürgen Pfeiffer  
Kostüme:  Barbara Grupp  

Comic-Helden versus Mega-Sequels

Das Frühjahr im Kino? Schnell abhaken. Das war's nicht, weder was Umsätze noch puren Filmgenuss anbetrifft. Zu viel "Rollerball", zu wenig "Mulholland Drive", und kein "Black Hawk Down" weit und breit.

Yoda sieht einen Traumstart für "Episode II" voraus

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Besserung naht, so darf man als Filmfan hoffen, im Sommer - einst belächelte Stiefsaison, mittlerweile aber mit ähnlich viel Power wie in den USA, wo man seit Jahren die höchsten Umsätze während der Hitzewelle einfährt. Mit Staunen kann man also seine Augen über das Lineup der diesjährigen Sommersaison wandern lassen - und sich erstmal freuen angesichts der Popcorn-Wunder, die auf uns zurollen.

Besonders augenfällig ist selbstverständlich das Duell zwischen "Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger" und "Spider-Man", das mit dem Zweikampf von "Harry Potter" und " Herr der Ringe" im vergangenen (und kommenden) Winter zu vergleichen ist.

"Episode 2" kann auf den eingeführten Namen setzen und vertrauen: "Episode I" kam vor drei Jahren auf acht Mio. Besucher und war erfolgreichster Kinofilm des Jahres 1999. Der neue Film verspricht spektakulärere Action, aufwändigere Bilder und eine komplexere, dramatisch dichtere Handlung, also sollte sich der Erfolg des Vorgängers durchaus toppen lassen.

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Auf Spinnenbeinen an die Spitze?

Es sei denn, der drei Wochen später startende "Spider-Man" nimmt dem SF-Epos den Wind aus den Segeln. Ebenfalls für mehr als 100 Mio. Dollar hergestellt, handelt es sich um die von Comicfans seit Jahren herbeigesehnte Verfilmung des beliebtesten aller Marvel-Comics.

Mit Tobey Maguire, Kirsten Dunst und Willem Dafoe brillant besetzt, ist es Sam Raimi tatsächlich gelungen, den Look und das Feeling der Hefte adäquat für die Leinwand zu übersetzen: Hier gibt es nicht nur Effekte en masse, sondern auch eine witzige, berührende Geschichte eines Teenagers, der von einer Null zum Helden wird und schmecken muss, dass mit Ruhm auch die bittere Last der Verantwortung einhergeht.

Wieder titanischer Erfolg?<br />Men in Black 2

Wieder titanischer Erfolg?
Men in Black 2

Back in black

Aber auch die "Men in Black 2" darf man nicht unterschätzen: Vor fünf Jahren war der erste Teil mit 7,3 Mio. Besuchern der zweiterfolgreichste Film 1997 (nach "Titanic"). Nun hat sich das komplette Erfolgsteam von damals (Will Smith, Tommy Lee Jones, Barry Sonnenfeld) erneut eingefunden, um die pfiffige Saga weiter zu erzählen, in der diesmal die Rollen vertauscht sind (Smith muss jetzt Jones anlernen).

Mit "Scooby-Doo" geht noch eine weitere Comicverfilmung an den Start und zielt vor allem auf das Familienpublikum. Die Frage ist lediglich, ob der in den USA kultisch verehrte Cartoon-Hund (unterstützt von dem Jungstar-Kollektiv Matthew Lillard, Freddie Prinze und Sarah Michelle Gellar) hierzulande über den ausreichenden Bekanntheitsgrad verfügt, um in der Endabrechnung unter den ganz großen Rennern der Saison landen zu können - zumal am gleichen Wochenende zwei weitere Hitkandidaten an den Start gehen.

Soll die Herzen der Kids erst&uuml;rmen:<br />&quot;Spirit - Der wilde Mustang&quot;

Soll die Herzen der Kids erstürmen:
"Spirit - Der wilde Mustang"

Cartoon Connection

"Spirit - Der wilde Mustang", der zweite Dreamworks-Zeichentrickfilm nach "Der Prinz von Ägypten", wendet sich überdies auch noch an die gleiche Zielgruppe, während "Wir waren Helden" mit Mel Gibson vornehmlich ein erwachsenes Publikum ansprechen sollte. In den USA war der ebenso kompromisslose wie patriotische Kriegsfilm mit einem Einspiel von etwa 75 Mio. Dollar einer der Hits des Frühjahrs.

"Spirit" und "Scooby-Doo" treffen überdies auf den Widerstand von "Lilo & Stitch", Disneys 41. abendfüllender Zeichentrickfilm, der zwar inhaltlich ganz neue Wege geht, aber auf die Power von einer handvoll Elvis-Songs setzen darf, die ganz wunderbar in die Story der Freundschaft eines hawaiianischen Mädchens mit einem garstigen Pokemon-Alien eingebaut wurden.

Chris Rock hier ausnahmsweise in bester Gesellschaft: &quot;Bad Company&quot;

Chris Rock hier ausnahmsweise in bester Gesellschaft: "Bad Company"

Blockbuster-Classics

Darüber hinaus setzt der Verleih wie gewohnt auf Blockbuster-Produzent Jerry Bruckheimer, dessen "Bad Company" vom Look und Inhalt an "Der Staatsfeind Nr. 1" erinnert: Anthony Hopkins muss in Windeseile aus dem Straßenpunk Chris Rock einen brauchbaren CIA-Agenten machen, um die Welt zu retten.

Und auch der Drachenfilm " Reign of Fire " mit Matthew McConaughey und Christian Bale hat das Zeug zum Renner des letzten Sommerabschnitts, was auch für John Woos "Windtalkers" oder den vierten Jack-Ryan-Film "Sum of All Fears", diesmal mit Ben Affleck (überdies ab 29. August in dem bemerkenswerten US-Nummer-eins-Film "Spurwechsel") gilt.

Nirvana-Fan Marcus (Nicholas Hoult) in &quot;About a boy&quot;

Nirvana-Fan Marcus (Nicholas Hoult) in "About a boy"

Komödien satt

Besonderes Augenmerk sollte man auf "About a Boy" (UIP, 22. August) richten, der männlichen Antwort auf "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" nach einem Bestseller von Nick Hornby, in der Hugh Grant seine bislang reifste komödiantische Leistung abliefert.

Jugendliche Filmfans werden indes mit der "Zurück in die Zukunft"-Variante "Clockstoppers", dem Sexulk "40 Tage und 40 Nächte" mit Josh Hartnett, dem Grossout-Spaß "Van Wilder" und der neuen Adam-Sandler -Komödie "Mr Deeds" (Columbia TriStar, 25. Juli) bedient.

&quot;Bir iki &uuml;tsch, mit Hollywood nehmen wir&#039;s locker auf!&quot;

"Bir iki ütsch, mit Hollywood nehmen wir's locker auf!"

Die ganze Palette aus Deutschland

Nicht allzu viele deutsche Produktionen stellen sich dem Ansturm der Hollywood-Schwergewichte: Die besten Karten hat vermutlich "Erkan & Stefan und die Mächte der Finsternis", da die beiden Blödelexperten auf einen erfolgreichen ersten Film (1,2 Mio. Besucher) und dank ihrer TV-Sendung "Headnut TV" auf gesteigerte Popularität bauen können.

Mit "Auf Herz und Nieren" meldet sich Thomas Jahn nach mehrjähriger Schaffenspause wieder mit einer markigen Krimikomödie zurück, während Michael Gutmann in der Claussen + Wöbke-Produktion "Herz im Kopf" eine ungewöhnliche Liebesgeschichte erzählt. Mit "Der Felsen" und "Baader" suchen auch zwei deutsche vieldiskutierte Wettbewerbsbeiträge der Berlinale ihr Glück beim Sommerpublikum.

Wartet schon im &quot;Gosford Park&quot;:<br /> Kristin Scott Thomas

Wartet schon im "Gosford Park":
Kristin Scott Thomas

Preisgekrönt und künstlerisch

Überhaupt stehen die Zeichen gut für attraktives Kunstkino: Berlinale-Publikumsliebling "8 Frauen" hat das Zeug zum Sleeperhit; Etienne Chatiliez versucht, mit "Tanguy - Der Nesthocker" an den Erfolg von "Das Glück liegt in der Wiese" anzuknüpfen, und Robert Altman öffnet endlich die Pforten zu seinem Oscar-nominierten "Gosford Park", in dem er Agatha Christie mit listiger Sozialkritik verknüpft.

Echte Leckerbissen sind neben dem nach zwei Jahren Wartezeit endlich auch bei ins in die Kinos kommenden "Sexy Beast" mit einem sensationellen Ben Kingsley die feine Romanverfilmung "Besessen" mit Gwyneth Paltrow und Adrian Lynes Rückkehr auf " Verhängnisvolle Affäre"-Territorium mit "Untreu", in dem Richard Gere eine, nun ja, verhängnisvolle Affäre seiner Ehefrau auf die Spur kommt. Politisch Interessierte werden bei "Der Stellvertreter" von Costa-Gavras auf ihre Kosten kommen.

Und wer jetzt immer noch nichts gefunden hat, worauf er sich freut, dem sei jetzt schon viel Spaß im Freibad, bei der Radtour, am Strand oder im Biergarten gewünscht.

Thomas Schultze

Star

Karoline Eichhorn

Karoline Eichhorn ist die klassische Besetzung für die kühle Blonde. Seit ihrem Durchbruch im Thriller "Der Sandmann" neben Götz...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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