Ang Lees atmosphärisch dichtes, deprimierendes Porträt der Siebziger. Bestechend fotografiert mit exzellenten Darstellern. http://images.kino.de/flbilder/max98/em98/em18/e9818100/b150x150.jpg Der Eissturm

Filmdetails

Der Eissturm

Ang Lees atmosphärisch dichtes, deprimierendes Porträt der Siebziger. Bestechend fotografiert mit exzellenten Darstellern.


Der Eissturm
Start: 18.12.1997

Originaltitel: The Ice Storm

Drama / Komödie

USA 1996
Laufzeit: 113 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Kevin Kline
Joan Allen
Courtney Peldon

Regie: Ang Lee
Verleih: Pandora

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Temperatur

lau

Inhalt

Die "Fantastischen Vier" sind so stark, weil sie als Familie zusammenhalten. Zu dem Schluß kommt Paul, als er übers Wochenende nach Hause kommt. Dort sieht alles anders aus: Vater Ben pflegt ein Verhältnis mit der Nachbarin, seine vernachlässigte Frau versucht, mit kleinen Diebstählen ihren Frust zu kompensieren. Schwester Wendy spielt die beiden Nachbarssöhne gegeneinander aus.


Kritik

Der Eissturm

Wie schon in seinem ersten amerikanischen Film, dem Gewinner des Goldenen Bären "Sinn und Sinnlichkeit", widmet sich der Taiwanese Ang Lee auch in der Verfilmung von Rick Moodys 1994 erschienenem Roman, der sich mit der Sinnentleertheit des Lebens amerikanischer WASPs im Jahr 1973 auseinandersetzt, mit der Distanz des Außenstehenden in Form eines Period Pieces den fragilen Mechanismen des Familienlebens. Dabei offenbart der Regisseur in der Tragikomödie, mit Kevin Kline, Sigourney Weaver und Joan Allen blendend besetzt, einen ernsthaft eisigen Ton, der im krassen Gegensatz zu seinen bisherigen warmherzigen, leichten Filmen steht, dem brillanten Material aber perfekt entgegenkommt.

Die präzise Abrechnung mit einer in ihrer Relevanz unterschätzten Epoche der jüngeren Geschichte ist weit mehr als nur ein "Brady Bunch" mit Tiefgang. Anders als die meisten Filme, die den Seventies gerecht zu werden suchen, läßt sich "Der Eissturm" von den schrillen Dekors, der absurden Mode und den aufsehenerregenden Frisuren der Zeit nicht den Stil diktieren. Anstatt der sich aufdrängenden Groteske freien Lauf zu lassen, werden die bizarr-futuristischen Designs unter der einfühlsamen Regie Ang Lees zum Symbol für die Entwurzelung seiner Hauptfiguren. Ebenso wie ihre wild geformten Häuser wie Fremdkörper in der idyllischen Natur der amerikanischen Ostküste wirken, schlägt die Einsamkeit der Menschen inmitten der plakativen Einrichtungen und schreienden Tapetenmuster erst recht durch.

Zehn Jahre nach dem Tod Kennedys und sechs Jahre nach dem Summer of Love ist der neue amerikanische Traum vom erfüllten und befreiten Leben fast ausgeträumt, die Familie als Hort der Zuflucht und Eintracht passé. Mit fernöstlichen Philosophien, esoterischer Musik, Swingerpartys und anderen sexuellen Eskapaden will man in den Vororten übertünchen, daß Isolation, Langeweile und Entfremdung längst die Oberhand gewonnen haben. Um sich seiner panischen Existenzangst nicht stellen zu müssen, unterhält Ben Hood (Kevin Kline) eine Beziehung zu seiner Nachbarin Janey Carver (Sigourney Weaver), die von Bens Spießigkeit ebenso gelangweilt ist wie von ihrem Vertreter-Gatten. Bens Frau Elena (Joan Allen) tröstet sich über die Lügen des Ehemanns mit stupider Hausarbeit und hin und wieder einem kleinen Diebstahl im örtlichen Supermarkt hinweg. Eine Leidenschaft, die sie mit ihrer heranwachsenden Tochter Wendy (Christina Ricci) teilt, deren erwachende Sexualität sich in unschuldigen Spielen mit den Nachbarssöhnen Mikey und Sandy Bahn bricht.

Das ist die eisige, eingefrorene Situation, bevor in der Nacht nach Thanksgiving ein verheerender und symbolbeladener Eissturm - vom technischen Stab beeindruckend realisiert - über das Land fegt, der einem der Beteiligten das Leben kosten wird. Ein Tod, der Bens Familie ironischerweise für einen entscheidenden, bewegenden Moment näher zusammenführt, als es jemals möglich erschien. Diese Szene, in der sich all die Emotionen der Beteiligten mit einem Mal entladen, ist ein gewaltiger Payoff, nachdem Ang Lee die Atmosphäre über beinahe zwei Stunden meisterlich auf Kühlfachtemperatur gehalten hat. Nur wenigen Filmen zuvor ist es gelungen, die Einöde des suburbanen Erwachsenenlebens und die Teenage Angst des Nachwuchses so einträchtig und überzeugend Seite an Seite zu präsentieren. Dabei gewinnt der Regisseur gerade dem Tragischen immer wieder eine komische Seite ab: Es ist unmöglich, über die Verzweiflung nicht zu lachen, mit der die Figuren aus ihrer Apathie zu entfliehen versuchen. Der sehr feine Humor und die bewundernswert kontrollierten Vorstellungen der Schauspieler sind es, die "Der Eissturm", diese kopflastige, aber nie akademische Abhandlung über ein Amerika vor dem Crash, zu einem der Leckerbissen des Filmjahres werden lassen, auf den man sich allerdings bedingunglos einlassen muß, um ihn vollständig zu genießen. ts.

Der Eissturm

Darsteller:  Kevin Kline   als Benjamin Hood
  Joan Allen   als Elena Hood
  Courtney Peldon   als Billie
  Henry Czerny   als George Clair
  Adam Hann-Byrd   als Sandy Carver
  David Krumholtz   als Francis Davenport
  Christina Ricci   als Wendy Hood
  Tobey Maguire   als Paul Hood
  Jamey Sheridan   als Jim Carver
  Elijah Wood   als Mikey Carver
  Katie Holmes   als Libbets Casey
  Michael Cumpsty   als Philip Edwards
  Sigourney Weaver   als Janey Carver
  Kate Burton   als Dorothy Franklin
  William Cain   als Ted Shackley
  Colleen Camp   als Dr. Pasmier
 
Regie:  Ang Lee  
Drehbuch:  James Schamus  
Produzent:  Ted Hope  
  James Schamus  
  Ang Lee  
Koproduzent:  Alysse Bezahler  
  Anthony Bregman  
Buchvorlage:  Rick Moody  
Kamera:  Frederick Elmes  
Schnitt:  Tim Squyres  
Musik:  Mychael Danna  
Produktionsdesign:  Mark Friedberg  
  Bob Shaw  
Kostüme:  Carol Oditz  

Pferdesattel statt Spinnennetz

<br />Sitzt fest im Sattel: <br />Tobey Maguire


Sitzt fest im Sattel:
Tobey Maguire

Das Glück dieser Erde findet man auf dem Rücken der Pferde. Das hat sich anscheinend auch Tobey Maguire gedacht.

Der Ex-Pleasantville-Bewohner hat mit seinem Megaerfolg "Spider-Man" eindrucksvoll bewiesen, dass er ganz gut mit Tieren kann. Nach Spinnen sollen es jetzt Pferde sein. In "Seabiscuit" steigt der Star aus "Der Eissturm" in den Sattel des legendären Rennpferdes.

Aber nicht nur die Besetzung der Hauptrolle ist bereits in trockenen Tüchern. Gary Ross, der Macher von "Big", wird Regie führen und Jockey Gary Stevens gibt in einer Nebenrolle sein Filmdebüt. Auch der Termin für den Kinostart steht bereits fest: Winter 2003.

Wer die eigentliche Hauptrolle des Rennpferdes Seabiscuit übernehmen soll, wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben.

Star

Kevin Kline

Er pendelt erfolgreich zwischen Theater und Film, wechselt ernste mit komischen Rollen ab und hat seit 1983 ("Der große Frust") fünf Mal für...

Star

Joan Allen

Ihre Ehefrauen, die betrogen, ausgenutzt, verführt und belogen werden, die frustrierte Seelen, verhärmte Psychen und verkümmerte Körper tragen,...

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