Originaltitel: The Dictator
USA 2012
Sacha Baron Cohen
Megan Fox
Anna Faris
Regie: Larry Charles
Verleih: Paramount
In der Selbstwahrnehmung vom Volk geliebt, herrscht Admiral General Aladeen allein über Wadiya. Sporadische Attentate und die Forderung der UN, sein Atomprogramm transparent zu machen, trüben die Perfektion. So entschließt sich Aladeen, in New York die Segnungen seiner Herrschaft zu erklären. Kurz nach der Ankunft aber wird der Diktator entführt, von einem Doppelgänger ersetzt. Seiner Macht und seines markanten Barts beraubt, lernt er als einfacher Mann die Demokratie und die liebenswert naive Zoe kennen.

Baron Cohen lässt wieder bitten, feuert satirisch und ohne Schalldämpfer auf despotische Machthaber und Demokratien, die ihre errungenen Werte verraten haben.
Nach den Mockumentarys "Borat" und "Bruno" kehrt der britische Provokateur zur konventionelleren Erzählform seines ersten Hits "Ali G in da House" zurück, behält aber ein improvisatorisches Element und den für ihn typischen Humormix bei. So lässt sich auch sein dritter Film mit Regisseur Larry Charles irgendwo zwischen der absurd-satirischen Komik von Monty Python und Klamauk unterschiedlichen Wirkungsgrads verorten, wobei alle Grenzen überschritten werden, nur die zum filigranen Humor von Ernst Lubitsch nicht. Liebevoll Nordkoreas verstorbenem Machthaber Kim Jong-il gewidmet, bereist auch "Der Diktator", Admiral General Aladeen (Sacha Baron Cohen), wie schon "Borat" und "Bruno" Amerika, das Mutterland der Demokratie. Hier will er der Welt die Segnungen der Diktatur und die friedliche Nutzung des Nuklearprogramms seines fiktiven Heimatlands Wadiya erklären. Doch schon kurz nach seiner Ankunftsparade in New York wird er entführt, dem Tod durch einen Folterspezialisten überlassen und von seinem Sicherheitschef (Ben Kingsley in vertrauter Intrigantenrolle) für die eigenen Geschäftsinteressen durch einen Doppelgänger ersetzt, der das Ende der Diktatur in Wadiya und die baldige Unterzeichnung einer demokratischen Verfassung verkünden lässt. Dem Tod entkommen, findet der nun seines markanten Barts beraubte Aladeen in Zoe (Anna Faris) eine naive Schutzheilige, die den Fremden für einen politischen Flüchtling hält und ihm einen Job in ihrem Ökoladen anbietet. In diesem simplen Plotumfeld platziert Baron Cohen eine Fülle von Gags, wobei die sexuellen oder körperbezogenen auch hier die verzichtbarsten bleiben. Menschenverachtung und Personenkult von Diktatoren werden genauso attackiert wie Rassismus, Stereotypen, Misogynie, verirrter Liberalismus oder veganer Ernährungsfundamentalismus, dabei Tabus gebrochen, ob nun freche Kinder getreten, der palästinensische Terror 1972 in München als Egoshooter kommerziell instrumentalisiert oder die Paranoia nach 9/11 illustriert werden. Cohen ist nichts heilig, und obwohl er manchmal neben Geschmacks- auch Dosierungsprobleme hat, bedeutet das auch für "Der Diktator" ein massentaugliches Komödienevent, das wie schon "Borat" gerade auch in der gefilterten Nachbetrachtung amüsiert. kob.
| Darsteller: | Sacha Baron Cohen | als General Aladeen | |
|---|---|---|---|
| Megan Fox | als Megan Fox | ||
| Anna Faris | |||
| Sir Ben Kingsley | |||
| John C. Reilly | |||
| B.J. Novak | |||
| Olivia Dudley | als Schwester Svetlana | ||
| J.B. Smoove | als Usher | ||
| Kevin Corrigan | als Slade | ||
| Regie: | Larry Charles | ||
| Drehbuch: | Sacha Baron Cohen | ||
| Alec Berg | |||
| David Mandel | |||
| Jeff Schaffer | |||
| Produzent: | Sacha Baron Cohen | ||
| David Mandel | |||
| Scott Rudin | |||
| Alec Berg | |||
| Jeff Schaffer | |||
| Ausf. Produzent: | Peter Baynham | ||
| Anthony Hines | |||
| Dan Mazer | |||
| Mari-Jo Winkler | |||
| Kamera: | Lawrence Sher | ||
| Schnitt: | Greg Hayden | ||
| Eric Kissack | |||
| Musik: | Erran Baron Cohen | ||
| Produktionsdesign: | Victor Kempster | ||
| Kostüme: | Jeffrey Kurland | ||
Der Diktator hat das Sagen und schreckt auch vor großen Persönlichkeiten nicht zurück.
Wenn Sacha Baron Cohen in eine Rolle schlüpft, dann tut er das mit Leib und Seele - und sämtlichen Dämonen, die dann gerne mal die Überhand über den Schauspieler ergreifen und die Pferde mit ihm durchgehen lassen. Nach "Borat" und "Brüno" ist er jetzt "Der Diktator" und verbreitet Angst und Schrecken, wo immer er auftaucht.
Erst vergangenen Samstag wurde Martin Scorsese zum Opfer der bösen Machenschaften von Admiral General Aladeen. Der entführte den Oscar-Regisseur und folterte ihn mit Elektroschocks, um das aus ihm herauszukriegen, was er hören wollte: eine Empfehlung für seinen neuen Film. Außerdem drohte ihm der Diktator eine längere Haftstrafe an, weil Scorsese ihn bezüglich der Spieldauer des letzten gemeinsamen Filmes "Hugo Cabret" angelogen hatte.
Natürlich war alles nur Spaß und die beiden spielten einen kleinen Sketch im Rahmen der US-TV-Show "Saturday Night Live". Aber immerhin brachte Sacha Baron Cohen den Hollywood-Veteranen dazu, das Publikum zum Kinobesuch aufzufordern. Nur gut, dass Martin Scorsese den etwas eigensinnigen Humor des Briten inzwischen gewöhnt ist und den Scherz wohl gerne mitgemacht hat. Immerhin spielte Sacha Baron Cohen in Scorseses "Hugo" eine ungewohnt normale Rolle, die bestimmt zum Gesamterfolg des Oscar-prämierten Werkes beitrug.
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