Es ist der Abend des 25. Oktober 1929, des berühmten "Schwarzen Freitags". Auf der Suche nach der vollkommenen Schönheit trifft der junge Maler Laurin im wilden Varietéleben des "Blauen Affen" auf die schöne Sängerin Marie. Laurin ist fasziniert von der jungen Künstlerin, die ein Geschöpf der goldenen 20er Jahre ist.
Laut, exzessiv, berauscht und zügellos vereint Marie all das, was Laurin fehlt. Laurin hingegen hat seinerseits etwas, das Marie nicht kennt: eine Zukunft, eine Vision. Marie schlägt ihm einen Deal vor: Wenn er ihr vorliest, während sie sich auf den nächsten Auftritt vorbereitet, dann werde sie sein Modell sein.
Während das Fest im "Blauen Affen" mehr und mehr aus den Fugen gerät und schließlich Esel und Affen auf die Bühne steigen, entspinnt sich zwischen beiden eine sehnsuchtsvolle Liebe. Das Scheitern dieser Liebe wird begleitet vom Untergang einer Epoche, an deren Ende das "Dritte Reich" lauert.
"Der blaue Affe" versucht, nicht über eine Zeit, sondern aus der Zeit heraus zu erzählen. Dabei führt der Film eine Opulenz in der Optik vor, die sich mit dem großen Kino messen lassen kann. Das Varieté-Theater, Schauplatz des Films, wurde bis ins Detail im Studio auf dem Gelände der Filmakademie Ludwigsburg nachgebaut. 18 Tage lang wurde dort mit Ensemble und zahlreichen Komparsen gedreht.
"Der blaue Affe" bezieht sich visuell auf die Kulturströmungen der 20er Jahre, den Expressionismus und den Surrealismus. So dienten die Bilder von Otto Dix und Tamara de Lempicka als Vorlage für das Interieur, das Kostümbild und die Anmutung des "Blauen Affen". Der Jugendstil beeinflusst das Szenenbild, Maries Garderobenzimmer orientiert sich dagegen an Kubismus und Futurismus.
Lieder von Kurt Weill und Texte von Bert Brecht sowie der Swing inspirierten die Musik und die im Film dargestellte Bühnenshow. Eine Art Zeichentrick, bestehend aus eigens hergestellten Gemälden im Stile von Dix und George Grosz, führt in die Geschichte ein und auch wieder heraus und dient dem Film als Klammer.
Quelle: HR, www.hr-online.de
| Darsteller: | Matthias Schweighöfer | als Laurin | |
|---|---|---|---|
| Esther Zimmering | als Marie | ||
| Wolfgang Packhäuser | als Kapitän-Leutnant | ||
| Ingeborg Westphal | als Madame Tibou | ||
| Regie: | Carsten Unger | ||
| Drehbuch: | Carsten Unger | ||
| Kamera: | Lars Petersen | ||
| Schnitt: | Julia Böhm | ||
| Musik: | Philipp Kümpel | ||
| Andreas Moisa | |||
| Produktionsdesign: | Christian Strang | ||
| Kostüme: | Irmela Schwengler | ||
| Ton: | Michael Bartylak | ||
| Casting: | Nina Haun | ||
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