Originaltitel: Proof
USA 2005
Sir Anthony Hopkins
Gwyneth Paltrow
Jake Gyllenhaal
Regie: John Madden
Verleih: Buena Vista
Jahrelang umsorgte Catherine (Gwyneth Paltrow) ihren Vater, den genialen, doch später demenzkranken Mathematikprofessor Robert (Anthony Hopkins). Nun ist der Alte verblichen, und Catherine fragt sich verunsichert, ob sie neben einem Talent für komplizierte Rechenaufgaben auch dessen Krankheit geerbt haben könnte. Ein charmanter Student (Jake Gyllenhaal) hilft ihr beim Sortieren von Vaters Nachlass, und gemeinsam machen sie eine erstaunliche Entdeckung.
Oscar-Gewinnerin Gwyneth Paltrow und "Shakespeare in Love"-Regisseur John Madden sind wieder vereint für diese Adaption eines Pulitzer-prämierten Dramas von David Auburn.
Zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit nabelt sich Gwyneth Paltrow von ihrem genialen "Vater" Anthony Hopkins ab.
Catherine ist immer für ihren Dad da. Nur: Wo bleibt das eigene Leben? (Foto: Buena Vista)
Väter und Töchter, nicht nur ein Thema für Psychologen und ihre Analysen, sondern auch für ein bewegendes Drama. Da ist dieser omnipräsente Mann, ein Mathematikgenie, das die letzten Jahre seines Lebens in geistiger Verwirrtheit verbrachte, und die zarte blonde Tochter, die ihm jahrelang zur Seite stand, ihre persönlichen Wünsche zurückstellte.
Am Vorabend ihres 27. Geburtstages stürmt einiges auf Catherine (Gwyneth Paltrow) ein - der Tod des Vaters, die Begegnung mit Hal (Jake Gyllenhaal), einem seiner Studenten, und die Ankunft ihrer Schwester Claire (Hope Davis), die sie mit nach New York nehmen will. Catherine steht unter Schock. Sie möchte im Haus ihrer Kindheit bleiben, aber gleichzeitig flieht sie vor den Erinnerungen, hat Angst, wie ihr Vater psychisch zu erkranken.
Hal, der sich in sie verliebt hat, findet eine die Wissenschaft revolutionierende Formel im Nachlass des Professors, und es stellt sich heraus, dass Catherine die Erfinderin ist. Aber niemand traut dem netten Mädchen so eine Entdeckung zu. Und auch sie zweifelt langsam an ihrem Verstand.
Mit vielen Rückblenden gespickt, schickt "Shakespeare in Love"-Regisseur John Madden in dieser einfühlsam inszenierten Selbstfindung seine Heldin auf eine Achterbahn der Gefühle, an deren Ende Vertrauen und Liebe steht - Mut zum Leben auf wackeligen, aber eigenen Füßen.
Der Flirt mit dem Wahnwitz wird zur waghalsigen Gratwanderung am seelischen Abgrund, Momente der Trauer wechseln mit euphorischer Lebenslust. Anthony Hopkins mimt den egozentrischen und dennoch liebevollen Genius mit archaischer Wucht, Gwyneth Paltrow, die auch schon in London im Theater als Catherine gefeiert wurde, leidet so virtuos wie noch nie, dass man gerne aus Solidarität mitschnieft.
Wie gut, dass ausgerechnet der hübsche Jake Gyllenhaal sie mit Charme verführt und dazu bringt, an sich selbst zu glauben. Die schmerzhafte Geschichte einer Abnabelung ist nicht kitschig, sondern schlicht herzergreifend.
Die tröstende Botschaft: Mag die Mathematik auch mit logischen und nachvollziehbaren Lösungen punkten - wenn es um Menschen aus Fleisch und Blut und tiefe Empfindungen geht, gibt es keine Formel zum Glück. Um das zu verstehen, muss man kein Mathe-Crack sein. Ein emotionaler Volltreffer!
| Darsteller: | Sir Anthony Hopkins | als Robert | |
|---|---|---|---|
| Gwyneth Paltrow | als Catherine | ||
| Jake Gyllenhaal | als Hal | ||
| Hope Davis | als Claire | ||
| Gary Houston | als Prof. Jay Barrow | ||
| Anne Wittman | als Joann | ||
| Leland Burnett | als Eddy | ||
| Daniel Hatkoff | als Student | ||
| John Keefe | als Bewunderer | ||
| Haroula Spyropoulos | als Studentin | ||
| Colin Stinton | als Physiker | ||
| Leigh Zimmerman | als Freundin bei Party | ||
| Roshan Seth | als Professor Bhandari | ||
| Regie: | John Madden | ||
| Drehbuch: | David Auburn | ||
| Rebecca Miller | |||
| Produzent: | John Hart | ||
| Jeffrey Sharp | |||
| Robert Kessel | |||
| Alison Owen | |||
| Koproduzent: | Mark Cooper | ||
| Ausf. Produzent: | Julie Goldstein | ||
| James D. Stern | |||
| Bob Weinstein | |||
| Harvey Weinstein | |||
| Kamera: | Alwin H. Kuchler | ||
| Schnitt: | Mick Audsley | ||
| Musik: | Stephen Warbeck | ||
| Produktionsdesign: | Alice Normington | ||
| Kostüme: | Jill Taylor | ||
| Ton: | Peter Lindsay | ||
| Casting: | Billy Hopkins | ||
Mutterinstinkt schön und gut - aber Babygeschrei mitten in einer glanzvollen Filmvorführung?
Die Gäste der Premierengala des Dramas "Proof" staunten nicht schlecht: Hauptdarstellerin Gwyneth Paltrow erschien zwar dem Anlass gemäß in galanter Abendgarderobe, aber ihr schickes Handtäschchen war verdächtig ausgebeult.
Auf die Frage, was in aller Welt sie denn da mit sich herumschleppe, gestand die Aktrice: "Das ist ein Bildschirm, auf dem ich mein Töchterchen Apple beobachten kann. Ich bin ein bisschen nervös, weil es heute erst das zweite Mal ist, dass ich sie nicht selbst ins Bett gebracht habe."
Scheint fast so, als seien mit Gwyneth die Hormone durchgegangen - immerhin ist Apple schon 16 Monate alt. Paltrows so genannter "Baby-Monitor" ist der letzte Schrei auf dem Gebiet der Kleinkind-Kontrolle und hat eine Reichweite von mehreren Kilometern. So kann Mama sich halbwegs beruhigt ins Nachtleben stürzen, während das Baby selig im Hotelbettchen schlummert. Das System arbeitet sogar mit einer Infrarot-Kamera für die Bildübertragung im Dunkeln und kostet schlappe 1.000 Dollar.
Fragt sich nur, was passiert wäre, wenn Apple mitten im Film zu quengeln angefangen hätte. Gwynnie hätte sich erstmal an gut dreißig genervten Gästen vorbei durch die Sitzreihen aus dem Kinosaal drängeln müssen, und der Rest des Festes wäre dann womöglich ohne die Hauptperson begangen worden.
Doch da Apple brav durchschlief, konnte sich Mami - anders als bei den Filmfestspielen in Venedig - im Lob von Kritik und Publikum sonnen. In der Verfilmung des Theaterstücks "Proof" spielt Paltrow die labile Tochter eines sterbenden Mathematik-Professors (Anthony Hopkins) und behauptet, selbst eine geniale Formel entdeckt zu haben. Sie hatte die Rolle schon am Londoner Donmar-Theater unter der Regie von John Madden gespielt, der auch den Film inszenierte. Kritiker bescheinigen Paltrow darin die reifste Leistung ihrer bisherigen Karriere.
Nur für die Mutterrolle muss Paltrow wohl noch etwas üben.
Am Cardiff College of Drama in Wales und der Royal Academy of Dramatic Arts in London ausgebildet, erwarb sich Hopkins in den...
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