Harald Krassnitzer
Fritz Karl
Nadeshda Brennicke
Regie: Xaver Schwarzenberger

Spritzige Komödie, die das traurige Schicksal des Problembären Bruno in eine Romanze für Tier wie Mensch umwandelt.
Ein Braunbär in freier Wildbahn sorgt als Grenzgänger zwischen Tirol und Bayern für Furore. Weil Meister Petz so manches Lämmlein reißt, immer wieder Bienenstöcke plündert und als größte Vorliebe Gartenwirtschaften aufsucht, um sich an Speis und Trank (gerne auch an einer Maß) der geflüchteten Gäste zu verlustieren, fordern die aufgeschreckten Menschen den Abschuss der "Bestie". Nach anfänglichem Zetern ringt man sich auch auf politischer Ebene zu dieser unpopulären Entscheidung durch, wobei Bayern wie Tiroler gleichermaßen hoffen, die Exekution möge doch beim Nachbarn über die Bühne gehen.
BR und ORF haben sich dieser deutsch-österreichischen Schicksalsgeschichte angenommen und zeigen sie als völlig überzeichnete Komödie mit nicht ganz kitschfreiem Happy End. Über die gesamten 90 Minuten verliert Xaver Schwarzenbergers Film zwar ein wenig vom Drive, den der vorab gezeigte Trailer des BR versprach. Unterhaltsam bleibt die Jagd auf Bruno dennoch. Auch die angezettelte Dreiecksgeschichte zwischen militanter Tierschützerin (Nadeshda Brennicke), aus Kanada importiertem Großwildjäger mit Tiroler Wurzeln (Fritz Karl) und einem auf den Bankrott zusteuernden Tierparkdirektor (Harald Krassnitzer) funktioniert gut. Vor allem Nadeshda Brennicke spielt die gleichsam unendlich naive, wie überaus gewitzte Tierschützerin ganz hervorragend - nur ihre widernatürlich groß wirkenden Lippen passen nicht zum Erscheinungsbild.
Ein tolldreister Einfall ist es, die finnischen Bärenjäger, die tatsächlich eingekauft wurden, aber deren Hunde in Hitze und alpiner Höhenluft schlapp machten, als immerzu Schnaps saufende Leningrad Cowboys zu verkaufen. Da wird das Klischee dann fast schon überstrapaziert. Trotz eindeutigen Wiedererkennungseffekts bleibt Stoiber-Darsteller Franz Kriege ein wenig blass. Ein ganz anderes Kaliber ist da der von Erwin Steinhauer gespielte Tiroler Landeshauptmann, der genüsslich seinem bayerischen Kollegen zum (vermeintlichen) Abschuss Brunos gratuliert. Den skurrilsten Auftritt bekommt jedoch Eisi Gulp als bayerischer Alpenindianer und Bärenflüsterer. fra.
| Darsteller: | Harald Krassnitzer | als Konrad Rettensteiner | |
|---|---|---|---|
| Fritz Karl | als Hubert Wolfgruber | ||
| Nadeshda Brennicke | als Linde Blümel | ||
| Walter Sachers | als Jakob Krautschneider | ||
| Johann Nikolussi | als Romed Krautschneider | ||
| Erwin Steinhauer | als Tiroler Landeshauptmann | ||
| Franz Kriege | als Bayerischer Ministerpräsident | ||
| Herbert Knaup | als Matthias Lettenbichler | ||
| Eisi Gulp | als Bayerischer Indianer | ||
| Jarmo Mäkinen | als Aki | ||
| Eero Milonoff | als Mika | ||
| Claudia Wipplinger | als Frau Lettenbichler | ||
| Klaus Haderer | als Tierarzt im Zoo | ||
| Sissi Wolf | als Tiroler Telefonistin | ||
| Pepi Pittl | als Tiroler Bauer | ||
| Regie: | Xaver Schwarzenberger | ||
| Drehbuch: | Felix Mitterer | ||
| Produzent: | Heinrich Ambrosch | ||
| Kamera: | Michael Stöger | ||
| Schnitt: | Helga Borsche | ||
| Musik: | Hans-Jürgen Buchner | ||
| Haindling | |||
| Produktionsdesign: | Petra Heim | ||
| Kostüme: | Heidi Melinc | ||
| Ton: | Roman Schwartz | ||
| Casting: | Nicole Schmied | ||
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