Asteroiden-Schocker mit tricktechnisch perfekt inszenierter Katstrophe. Von der "Peacemaker"-Regisseurin. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz33/z0233072/b150x150.jpg Deep Impact

Filmdetails

Deep Impact

Asteroiden-Schocker mit tricktechnisch perfekt inszenierter Katstrophe. Von der "Peacemaker"-Regisseurin.


Deep Impact
Start: 14.05.1998

Action / Drama

USA 1998
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Morgan Freeman
Téa Leoni
Elijah Wood

Regie: Mimi Leder
Verleih: Paramount

Bogey - Box Office Germany Award

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Inhalt

Voller Entsetzen müssen Wissenschaftler feststellen, daß nur noch zwei Jahre bleiben, bis ein gigantischer Komet direkt mit der Erde kollidiert. Mit der Aussicht konfrontiert, daß die Menschheit ausgelöscht werden könnte, schickt ein Nationenverbund als letzte Rettungsaktion eine Mission ins All. Sollte ihr Bemühen scheitern, muß man sich auf das Ende der Welt vorbereiten.


Kritik

Deep Impact

Apocalypse soon. 1998 wird das Jahr der Desaster-Events, und Mimi Leders Meteorit fliegt der katastrophalen Bande würdevoll voraus. Es ist ein Weltuntergang der gehobenen dramatischen Leistungsklasse, der sich zu seinem Kontrahenten "Armageddon" in etwa so verhält wie "Contact" zu "Independence Day". Erwartungsfrohe Actionfans werden vom wort- und gefühlslastigen Script auf manche Geduldsprobe gestellt, doch hält spätestens der finale Big Bang, was die Werbekampagne verspricht.

Das heraufziehende Millenium wirft seine Schatten voraus, und einer davon sieht wie eine Desasterfilmwelle aus Hollywood aus. Seit digitale Effekttechnologie die Rückkehr von Dinosauriern genauso ermöglicht wie eine Atomexplosion in der Innenstadt, hat es immer wieder Ansätze zu einer Wiederbelebung des Kultgenres aus den Siebzigern gegeben, doch erst mit dem Ausklang dieses Jahrtausends und im Windschatten solch apokalyptischer TV-Events wie "Akte-X" oder "Millenium" ist die Lust am Weltuntergang in vollendeter Salonfähigkeit zurückgekehrt. Nun konkurrieren sie miteinander, wie vor noch nicht allzu langer Zeit Serienkiller und schwer totzukriegende Actiontitanen, stehen einander kommerziell auf den Füßen wie "Indenpendence Day" dem "Twister" oder "Dante's Peak" dem "Volcano" und versuchen sich in immer spektakuläreren Effektfeuerwerken den Rang abzulaufen. 1998 beobachten wir - neben einigen anderen Katastrophen - den Clash der Kometen. Gleich zwei Budgetsaurier handeln vom drohenden Einschlag eines gewaltigen Meteoriten und den Versuchen der Erdenwürmer, dieser Nemesis zu begegnen. Die eine Produktion, "Armageddon", stammt aus der Werkstatt des Leinwand-Pyromanen Jerry Bruckheimer und wird mit Kugelhagel nicht hinter dem Berg halten. Die andere, "Deep Impact", hat eine Frau als Regisseur, Gefühle in der Hauptrolle und wird es Bruckheimer nicht leicht machen.

Ein neuer Komet ist entdeckt worden, und zwar nicht im Planetarium von einem hochdotierten Astronomieprofessor, sondern auf einer Veranda in der Provinz vom Dreikäsehoch Leo Biederman mittels eines handelsüblichen Fernrohrs. Der Himmelskörper wird bald den Namen "Biederman" tragen, doch so recht freuen kann sich Leo nicht darüber. Wer heißt schon gern genauso wie die Todesursache für fünf Milliarden Menschen. Die TV-Journalistin Jenny Lerner, zweite große Protagonistin in Mimi Leders generationsübergreifendem Konsens-Schicksalsreigen, begreift die kommende Katastrophe zunächst als berufliche Aufstiegschance. Als erste kommt sie hinter das regierungsamtliche Geheimnis und avanciert zu einer Art Komplizin des Präsidenten. Doch die exponierte Stellung bringt auch Sorgen. Als Reporterin, die Nachrichten zurückhält, verliert sie das Vertrauen der Kollegen, und als einfache Bürgerin steht sie vor der qualvollen Wahl, welchen ihrer Lieben sie einen Platz im rettenden Bunker zuschanzen soll. Letztere sind nämlich knapp. Nur 800.000 von 240 Mio. Amerikanern werden einen Platz bekommen. Als auch ein eilig entsandtes, international besetztes Weltallhelden-Dream-Team scheitert, scheint der Untergang besiegelt. Leo Biederman und Jenny Lerner haben ihren Platz im Regierungsbunker sicher, doch in einem tricktechnisch überwältigenden Finale, das manche grenzenlos kitschig, andere wiederrum zutiefst menschlich finden werden, bleiben beide lieber draußen.

Böse Zungen behaupten, Mimi Leder dürfe nur deshalb mit zweistelligen Millionenbudgets jonglieren, weil sie von ihrem mittlerweile zu Superstarruhm gelangten "Emergency Room"-Hauptdarsteller George Clooney kräftig protegiert würde. Wer jedoch ihre Arbeit aus besagter Serie kennt, weiß um den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen. Niemand darf in Hollywood 70 Millionen verpulvern, bloß weil er jemandes Freundin ist. Die beliebteste TV-Serie Amerikas steht deshalb an der Spitze der Ratings, weil sie in einer selten dagewesenen Balance plus einer gehörigen Portion trockenen Humors sowohl authentisches Schicksal als auch den Thrill eines Horrorfilms vermittelt. Deshalb darf Mimi Leder "Deep Impact" drehen, und deshalb hat "Deep Impact" die Kurve vom Trash zur Klasse gekriegt. Mal sehen, ob Bruckheimer das auch gelingt.ab.

Deep Impact

Darsteller:  Morgan Freeman   als Präsident Beck
  Téa Leoni   als Jenny Lerner
  Elijah Wood   als Leo Biederman
  Vanessa Redgrave   als Robin Lerner
  Robert Duvall   als Spurgeon Tanner
  Maximilian Schell   als Jason Lerner
  James Cromwell   als Alan Rittenhouse
  Ron Eldard   als Oren Monash
  Jon Favreau   als Gus Partenza
  Laura Innes   als Beth Stanley
  Mary McCormack   als Andrea Baker
  Richard Schiff   als Don Biederman
  LeeLee Sobieski   als Sarah Hotchner
  Blair Underwood   als Mark Simon
  Dougray Scott   als Eric Vennekor
  Gary Werntz   als Chuck Hotchner
  Bruce Weitz   als Stuart Caley
  Betsy Brantley   als Ellen Biederman
  O'Neal Compton   als Morten Entrekin
  Rya Kihlstedt   als Chloe
  Denise Crosby   als Vicky Hotchner
  Alexander Baluew   als Michail Tultschinski
  Charles Martin Smith   als Marcus Wolf
 
Regie:  Mimi Leder  
Drehbuch:  Michael Tolkin  
  Bruce Joel Rubin  
Produzent:  Richard D. Zanuck  
  David Brown  
Ausf. Produzent:  Steven Spielberg  
  Joan Bradshaw  
  Walter F. Parkes  
Kamera:  Dietrich Lohmann  
Schnitt:  David Rosenbloom  
Musik:  James Horner  
Produktionsdesign:  Leslie Dilley  
  Gary Kosko  
  Tom Valentine  
  Dennis Bradford  
  Andrew Neskoromny  
Kostüme:  Ruth Myers  
Ton:  Mark McNabb  

Und ewig lockt der Bourbon

Der ehemalige Alkoholiker Samuel L. Jackson bekam am Set von "Spurwechsel" versehentlich echten Whiskey vorgesetzt.

Ist hart geblieben:<br />Samuel L. Jackson

Ist hart geblieben:
Samuel L. Jackson

Als Samuel L. Jackson die Rolle des Alkoholikers Doyle Gibson in "Spurwechsel" annahm, bewunderten viele seinen Mut. Jackson hat selbst eine schwierige Therapie hinter sich, um sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen.

Die Parallele zwischen der Filmfigur und dem Schauspieler hat sich aber fatalerweise nicht bei allen Mitwirkenden herumgesprochen. So stieg Samuel am Set aus seinem Whiskeyglas nicht der sonst beim Film übliche Apfelsaftgeruch in die Nase, sondern der unverkennbare Duft von feinstem Bourbon:

"Wir filmten in einer Bar in der siebten Straße. Der Typ, der den Barkeeper spielte, meinte es gut und schenkte mir richtigen Bourbon ein. Er wusste es wohl nicht, jedenfalls ist es verdammt lange her, dass ich Whiskey gerochen habe. Es war wie ein plötzlicher Flashback."

Jackson widerstand der Versuchung und sagte später, dass es ihm kalt den Rücken herunterlief, als er sich an seine schwierigste Zeit erinnerte:

"Du kommst gerade aus dem Entzug, im Sommer sitzen die Leute in den New Yorker Cafes und trinken ihr Bier. Du gehst frustriert nach Hause, weil Du nichts trinken darfst, machst den Fernseher an und da heißt es: 'Gönn Dir ein Budweiser!' Da wirst Du echt sauer."

Dass Jackson sein Problem mittlerweile überwunden hat, zeigt seine exzellente Leistung in "Spurwechsel". Die Story aus der Feder von Chap Taylor und Michael Tolkin ("The Player", "Deep Impact") ist eine "Falling Down"-Variante:

Jacksons Doyle Gipson ist auf dem Weg zu einer Anhörung, um nach einer erfolgreichen Alkoholtherapie geteiltes Sorgerecht für seine Kinder zu erwirken. Bei einem Spurwechsel kommte es zu einem Bagatellunfall mit Gavin Banek (Ben Affleck), der als Staranwalt unterwegs zu seinem bisher wichtigsten Fall ist. Beide verlieren die Nerven, versäumen ihre Termine und machen fortan dem anderen das Leben zur Hölle.

Der Film besticht durch einen ungeschminkten Blick auf New York und seine Bewohner (das WTC wurde anders als in Spider-Man nicht digital entfernt). Dazu spektakuläre Kamerafahrten und überzeugende Charakterstudien zweier Männer, deren Leben urplötzlich aus den Fugen gerät.

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