Morgan Freeman
Téa Leoni
Elijah Wood
Regie: Mimi Leder
Verleih: Paramount
Voller Entsetzen müssen Wissenschaftler feststellen, daß nur noch zwei Jahre bleiben, bis ein gigantischer Komet direkt mit der Erde kollidiert. Mit der Aussicht konfrontiert, daß die Menschheit ausgelöscht werden könnte, schickt ein Nationenverbund als letzte Rettungsaktion eine Mission ins All. Sollte ihr Bemühen scheitern, muß man sich auf das Ende der Welt vorbereiten.

Apocalypse soon. 1998 wird das Jahr der Desaster-Events, und Mimi Leders Meteorit fliegt der katastrophalen Bande würdevoll voraus. Es ist ein Weltuntergang der gehobenen dramatischen Leistungsklasse, der sich zu seinem Kontrahenten "Armageddon" in etwa so verhält wie "Contact" zu "Independence Day". Erwartungsfrohe Actionfans werden vom wort- und gefühlslastigen Script auf manche Geduldsprobe gestellt, doch hält spätestens der finale Big Bang, was die Werbekampagne verspricht.
Das heraufziehende Millenium wirft seine Schatten voraus, und einer davon sieht wie eine Desasterfilmwelle aus Hollywood aus. Seit digitale Effekttechnologie die Rückkehr von Dinosauriern genauso ermöglicht wie eine Atomexplosion in der Innenstadt, hat es immer wieder Ansätze zu einer Wiederbelebung des Kultgenres aus den Siebzigern gegeben, doch erst mit dem Ausklang dieses Jahrtausends und im Windschatten solch apokalyptischer TV-Events wie "Akte-X" oder "Millenium" ist die Lust am Weltuntergang in vollendeter Salonfähigkeit zurückgekehrt. Nun konkurrieren sie miteinander, wie vor noch nicht allzu langer Zeit Serienkiller und schwer totzukriegende Actiontitanen, stehen einander kommerziell auf den Füßen wie "Indenpendence Day" dem "Twister" oder "Dante's Peak" dem "Volcano" und versuchen sich in immer spektakuläreren Effektfeuerwerken den Rang abzulaufen. 1998 beobachten wir - neben einigen anderen Katastrophen - den Clash der Kometen. Gleich zwei Budgetsaurier handeln vom drohenden Einschlag eines gewaltigen Meteoriten und den Versuchen der Erdenwürmer, dieser Nemesis zu begegnen. Die eine Produktion, "Armageddon", stammt aus der Werkstatt des Leinwand-Pyromanen Jerry Bruckheimer und wird mit Kugelhagel nicht hinter dem Berg halten. Die andere, "Deep Impact", hat eine Frau als Regisseur, Gefühle in der Hauptrolle und wird es Bruckheimer nicht leicht machen.
Ein neuer Komet ist entdeckt worden, und zwar nicht im Planetarium von einem hochdotierten Astronomieprofessor, sondern auf einer Veranda in der Provinz vom Dreikäsehoch Leo Biederman mittels eines handelsüblichen Fernrohrs. Der Himmelskörper wird bald den Namen "Biederman" tragen, doch so recht freuen kann sich Leo nicht darüber. Wer heißt schon gern genauso wie die Todesursache für fünf Milliarden Menschen. Die TV-Journalistin Jenny Lerner, zweite große Protagonistin in Mimi Leders generationsübergreifendem Konsens-Schicksalsreigen, begreift die kommende Katastrophe zunächst als berufliche Aufstiegschance. Als erste kommt sie hinter das regierungsamtliche Geheimnis und avanciert zu einer Art Komplizin des Präsidenten. Doch die exponierte Stellung bringt auch Sorgen. Als Reporterin, die Nachrichten zurückhält, verliert sie das Vertrauen der Kollegen, und als einfache Bürgerin steht sie vor der qualvollen Wahl, welchen ihrer Lieben sie einen Platz im rettenden Bunker zuschanzen soll. Letztere sind nämlich knapp. Nur 800.000 von 240 Mio. Amerikanern werden einen Platz bekommen. Als auch ein eilig entsandtes, international besetztes Weltallhelden-Dream-Team scheitert, scheint der Untergang besiegelt. Leo Biederman und Jenny Lerner haben ihren Platz im Regierungsbunker sicher, doch in einem tricktechnisch überwältigenden Finale, das manche grenzenlos kitschig, andere wiederrum zutiefst menschlich finden werden, bleiben beide lieber draußen.
Böse Zungen behaupten, Mimi Leder dürfe nur deshalb mit zweistelligen Millionenbudgets jonglieren, weil sie von ihrem mittlerweile zu Superstarruhm gelangten "Emergency Room"-Hauptdarsteller George Clooney kräftig protegiert würde. Wer jedoch ihre Arbeit aus besagter Serie kennt, weiß um den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen. Niemand darf in Hollywood 70 Millionen verpulvern, bloß weil er jemandes Freundin ist. Die beliebteste TV-Serie Amerikas steht deshalb an der Spitze der Ratings, weil sie in einer selten dagewesenen Balance plus einer gehörigen Portion trockenen Humors sowohl authentisches Schicksal als auch den Thrill eines Horrorfilms vermittelt. Deshalb darf Mimi Leder "Deep Impact" drehen, und deshalb hat "Deep Impact" die Kurve vom Trash zur Klasse gekriegt. Mal sehen, ob Bruckheimer das auch gelingt.ab.
| Darsteller: | Morgan Freeman | als Präsident Beck | |
|---|---|---|---|
| Téa Leoni | als Jenny Lerner | ||
| Elijah Wood | als Leo Biederman | ||
| Vanessa Redgrave | als Robin Lerner | ||
| Robert Duvall | als Spurgeon Tanner | ||
| Maximilian Schell | als Jason Lerner | ||
| James Cromwell | als Alan Rittenhouse | ||
| Ron Eldard | als Oren Monash | ||
| Jon Favreau | als Gus Partenza | ||
| Laura Innes | als Beth Stanley | ||
| Mary McCormack | als Andrea Baker | ||
| Richard Schiff | als Don Biederman | ||
| LeeLee Sobieski | als Sarah Hotchner | ||
| Blair Underwood | als Mark Simon | ||
| Dougray Scott | als Eric Vennekor | ||
| Gary Werntz | als Chuck Hotchner | ||
| Bruce Weitz | als Stuart Caley | ||
| Betsy Brantley | als Ellen Biederman | ||
| O'Neal Compton | als Morten Entrekin | ||
| Rya Kihlstedt | als Chloe | ||
| Denise Crosby | als Vicky Hotchner | ||
| Alexander Baluew | als Michail Tultschinski | ||
| Charles Martin Smith | als Marcus Wolf | ||
| Regie: | Mimi Leder | ||
| Drehbuch: | Michael Tolkin | ||
| Bruce Joel Rubin | |||
| Produzent: | Richard D. Zanuck | ||
| David Brown | |||
| Ausf. Produzent: | Steven Spielberg | ||
| Joan Bradshaw | |||
| Walter F. Parkes | |||
| Kamera: | Dietrich Lohmann | ||
| Schnitt: | David Rosenbloom | ||
| Musik: | James Horner | ||
| Produktionsdesign: | Leslie Dilley | ||
| Gary Kosko | |||
| Tom Valentine | |||
| Dennis Bradford | |||
| Andrew Neskoromny | |||
| Kostüme: | Ruth Myers | ||
| Ton: | Mark McNabb | ||
Der ehemalige Alkoholiker Samuel L. Jackson bekam am Set von "Spurwechsel" versehentlich echten Whiskey vorgesetzt.
Als Samuel L. Jackson die Rolle des Alkoholikers Doyle Gibson in "Spurwechsel" annahm, bewunderten viele seinen Mut. Jackson hat selbst eine schwierige Therapie hinter sich, um sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen.
Die Parallele zwischen der Filmfigur und dem Schauspieler hat sich aber fatalerweise nicht bei allen Mitwirkenden herumgesprochen. So stieg Samuel am Set aus seinem Whiskeyglas nicht der sonst beim Film übliche Apfelsaftgeruch in die Nase, sondern der unverkennbare Duft von feinstem Bourbon:
"Wir filmten in einer Bar in der siebten Straße. Der Typ, der den Barkeeper spielte, meinte es gut und schenkte mir richtigen Bourbon ein. Er wusste es wohl nicht, jedenfalls ist es verdammt lange her, dass ich Whiskey gerochen habe. Es war wie ein plötzlicher Flashback."
Jackson widerstand der Versuchung und sagte später, dass es ihm kalt den Rücken herunterlief, als er sich an seine schwierigste Zeit erinnerte:
"Du kommst gerade aus dem Entzug, im Sommer sitzen die Leute in den New Yorker Cafes und trinken ihr Bier. Du gehst frustriert nach Hause, weil Du nichts trinken darfst, machst den Fernseher an und da heißt es: 'Gönn Dir ein Budweiser!' Da wirst Du echt sauer."
Dass Jackson sein Problem mittlerweile überwunden hat, zeigt seine exzellente Leistung in "Spurwechsel". Die Story aus der Feder von Chap Taylor und Michael Tolkin ("The Player", "Deep Impact") ist eine "Falling Down"-Variante:
Jacksons Doyle Gipson ist auf dem Weg zu einer Anhörung, um nach einer erfolgreichen Alkoholtherapie geteiltes Sorgerecht für seine Kinder zu erwirken. Bei einem Spurwechsel kommte es zu einem Bagatellunfall mit Gavin Banek (Ben Affleck), der als Staranwalt unterwegs zu seinem bisher wichtigsten Fall ist. Beide verlieren die Nerven, versäumen ihre Termine und machen fortan dem anderen das Leben zur Hölle.
Der Film besticht durch einen ungeschminkten Blick auf New York und seine Bewohner (das WTC wurde anders als in Spider-Man nicht digital entfernt). Dazu spektakuläre Kamerafahrten und überzeugende Charakterstudien zweier Männer, deren Leben urplötzlich aus den Fugen gerät.
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