Horror-Actioner, der mit seiner bloßen Power an Effekten überzeugt, Wendungen zählen mehr als Subtilität und Logik in der "Der weiße Hai"-Variante. http://images.kino.de/flbilder/max99/bf99/bf40/b9940003/b150x150.jpg Deep Blue Sea

Filmdetails

Deep Blue Sea

Horror-Actioner, der mit seiner bloßen Power an Effekten überzeugt, Wendungen zählen mehr als Subtilität und Logik in der "Der weiße Hai"-Variante.


Deep Blue Sea
Start: 28.10.1999

Action / Thriller

USA 1999
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Thomas Jane
Saffron Burrows
Samuel L. Jackson

Regie: Renny Harlin
Verleih: Warner

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Auf der schwimmenden Forschungsinsel Aquatica experimentiert Dr. Susan McAlester an genetisch manipulierten Haien, um einen Heilstoff für Alzheimer zu entwickeln. Als ein Unwetter heraufzieht und die Gänge geflutet werden, muß sich die bunt zusammengewürfelte Crew nicht nur vor dem Wasser, sondern auch den Menschenfressern in Sicherheit bringen.


Kritik

Deep Blue Sea

So wie Regisseur Renny Harlin das Subgenre des Hochgebirgs-Actionfilms mit "Cliffhanger - Nur die Starken überleben" bereits auf seine muskelbepackte Essenz reduzierte, hat der Exil-Finne nun mit seiner technisierten "Der weiße Hai"-Variante das Unterwasser-Gegenstück geschaffen. Geboten wird wieder aufregende, absolut atemlose Suspense-Popcorn-Unterhaltung mit einem wortkargen Muskelmann als Protagonisten, wobei dem ununterbrochenen Actionthrill der Vortritt gegenüber einer logisch wasserdichten Handlung gegeben wurde.

Die strikt für den glatten Actionablauf konstruierte Handlung ist auf der schwimmenden Forschungsinsel Aquatica angesiedelt, wo Dr. Susan McAlester (Geena-Davis-Lookalike Saffron Burrows aus "Wing Commander") an Haien experimentiert, um einen Heilstoff für Alzheimer zu entwickeln. Gleich zu Beginn kann eine der Monsterbestien entkommen und in einer Verneigung vor dem Spielberg-Klassiker ein Segelboot mit zwei jungen Pärchen angreifen. Doch die Bikini-Häschen können unangeknabbert entkommen, was bereits einen Ausblick auf die unberechenbare Trefferquote der zwölf Meter langen, torpedoschnellen Riesenhaie gibt. Darin liegt zugleich mit der größte Reiz des körperbetonten Actionreißers: Die Opfer werden immer wieder zu den unerwartetsten Momenten zu Fischfutter, während sie zahlreiche an sich klischeehafte Gefahrenmomente unbeschadet überstanden können. Als die durch die Experimente "intelligenter gemachten" Haie die Forschungsstation auseinandernehmen und ein Unwetter ("Abyss" läßt nicht nur in diesem Moment grüßen) den Kontakt zur Außenwelt abreißen läßt, werden die Gänge geflutet und die Crew muß sich nun vor dem Wasser und den Menschenfressern retten. Die buntzusammengewürfelte Mannschaft setzt sich neben Burrows aus dem Christopher-Lambert-Verschnitt Thomas Jane als Haipfleger (eine Verbeugung vor der Robert-Shaw-Figur aus "Der weiße Hai"), Samuel L. Jackson als in Überlebensfragen erfahrenen Finanzier, Michael Rapaport als Mechaniker, Stellan Skarsgard als brillanten Wissenschaftler und Rapper LL Cool J als bibelfesten Koch (er hat die besten Dialogzeilen, und man darf fast vermuten, daß er sie selbst improvisiert hat), die nach dem üblichen "Zehn kleine Negerlein"-Schema einer nach dem anderen das Zeitliche segnen. Selbst die Auswahl der Überlebenden hält eine Überraschung parat.

Thomas Jane empfiehlt sich mit seiner coolen Leinwandpräsenz als neue Actionhoffnung, die auch beim weiblichen Publikum ankommen wird. Die eigentlichen Stars sind allerdings die weitgehend digital realisierten Killerkreaturen, die als Mischung aus der Wildheit des T. Rex und der Intelligenz der Raptoren aus "Jurassic Park", zumeist durchaus furchteinflößend wirken, doch aber stets als Computereffekte zu erkennen sind. Daß das der Spannung keinen Abbruch tut, ist ein Verdienst Harlins, für den Subtilität ein Fremdwort ist, dem aber in punkto agilem Powerkino bestenfalls John McTiernan das Wasser reichen kann. Wenn Harlin sich mit einem Schulterzucken durch die Exposition schwindelt, um so schnell wie möglich zum großen Fressen zu kommen und einen Film zu schaffen, der im Endeffekt wenig mehr ist als eine unablässige Variation der genialen Küchensequenz aus "Jurassic Park", dann trifft er den Geschmack des Actionfans anno 1999 hundertzwanzigprozentig. ara.

Deep Blue Sea

Darsteller:  Thomas Jane   als Carter Blake
  Saffron Burrows   als Dr. Susan McAlester
  Samuel L. Jackson   als Russell Franklin
  Jacqueline McKenzie   als Janice Higgins
  Michael Rapaport   als Tom Scoggins
  Stellan Skarsgård   als Jim Whitlock
  LL Cool J   als Sherman "Preacher" Dudley
  Aida Turturro   als Brenda Kerns
 
Regie:  Renny Harlin  
Drehbuch:  Duncan Kennedy  
  Donna Powers  
  Wayne Powers  
Produzent:  Akiva Goldsman  
  Tony Ludwig  
  Alan Riche  
Koproduzent:  Rebecca Spikings  
Ausf. Produzent:  Duncan Henderson  
  Bruce Berman  
Kamera:  Stephen F. Windon  
Schnitt:  Frank J. Urioste  
  Derek Brechin  
  Dallas S. Puett  
Musik:  Trevor Rabin  
Produktionsdesign:  William Sandell  
  Joseph Bennett  
  Mark Mansbridge  
  Bruce Crone  
  Andrew Rothschild  
  Hector Romero  
Kostüme:  Mark Bridges  
Ton:  John Reitz  
  Dave Campbell  
  Gregg C. Rudloff  

Renny Harlin anstelle von Paul Schrader

Das Prequel zum Horror-Klassiker "Der Exorzist" scheint doch noch auf die Beine zu kommen. Angeblich soll Renny Harlin nun die Nachfolge des gefeuerten Regisseurs Paul Schrader antreten.

Großansicht Treibt bald den Teufel aus: "Piratenbraut"-Regisseur Renny Harlin (Foto: Constantin)

Treibt bald den Teufel aus: "Piratenbraut"-Regisseur Renny Harlin (Foto: Constantin)

Zur Vorgeschichte: Nach jahrelangem Hickhack wagte sich Paul Schrader an "Exorcist: The Beginning". Der Autor ("Taxi Driver", "Wie ein wilder Stier" und Regisseur ("Auto Focus") schien der richtige Mann am richtigen Platz zu sein, brachte er doch das lang ersehnte Projekt endlich in Schwung.

Das Prequel zu William Friedkins Horrorklassiker "Der Exorzist" beschreibt den ersten Exorzismus, den der alte Priester Father Merrin, im Original gespielt von Max von Sydow, Jahrzehnte vor den Geschehnissen um die kleine Regan vornahm.

Acht Millionen für Nachdreh

Schrader drehte seinen Film ab und legte der Produktionsfirma Morgan Creek einen Rohschnitt vor. Dort jedoch missfiel Schraders philosophisch und religiös geprägte Exorzist-Version so sehr, dass die Geldgeber den Regisseur feuerten. Seitdem war man Hände ringend auf der Suche nach einem Nachfolger.

Und angeblich ist der nun gefunden: Renny Harlin soll es richten. Der finnische Actionspezialist ("Stirb langsam 2", "Cliffhanger") erfüllt genau das Anforderungsprofil von Morgan Creek, bemängelte man doch an Schraders Rohfassung, dass ganz einfach zu wenig passiere. Und auch in Sachen Horror hat Harlin Erfahrung aufzuweisen, schließlich inszenierte er bereits "A Nightmare on Elm Street 4" und "Deep Blue Sea".

Andererseits versenkte Harlin aber auch einige Filmprojekte in unnachahmlicher Art und Weise: "Die Piratenbraut" und "Driven" jagen heute noch den Studios den Angstschweiß auf die Stirn. Und ob die acht Millionen Dollar gut angelegt sind, die man ihm schnell noch für ein paar fetzige Action-Sequenzen an die Hand gab, wird sich erst noch herausstellen müssen.

Star

Thomas Jane

* 22.02.1969

Star

Saffron Burrows

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