Rabenschwarze Mediensatire aus der bunten Welt der Kinderunterhaltung. Inszeniert von Danny De Vito. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz12/z0312404/b150x150.jpg Death to Smoochy

Filmdetails

Death to Smoochy

Rabenschwarze Mediensatire aus der bunten Welt der Kinderunterhaltung. Inszeniert von Danny De Vito.


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Inhalt

Nachdem er von FBI-Agenten auf frischer Tat beim Schwarzverkauf der besten Karten für seine Kindershow erwischt wurde, sieht sich die Sendeleitung gezwungen, den beliebten TV-Clown Randolph Smiley fristlos in die Wüste zu schicken. Ersatz wird gefunden in dem grundguten Spaßmacher Smoochy, der sich mit seinen zahlreichen Reformvorschlägen sogleich ein paar unversöhnliche Feinde schafft. Den schlimmsten Gegner findet Smoochy aber in dem rachsüchtigen Smiley, der keinen miesen Trick unversucht lässt, seinen Nachfolger zu diskreditieren.


Kritik

Death to Smoochy

Wenn Komiker Danny DeVito ("Der Rosen-Krieg") inszeniert, kann man nur mit einer pechschwarzen Komödie voll boshafter Ironie rechnen. Dieses Prädikat trifft nun auch auf sein neues Projekt - eine beißende Bestandsaufnahme des moralischen Morasts bei der Produktion einer fiktiven Kinderfernsehserie - zu. Robin Williams mimt den kriminellen Starmoderator einer zuckersüßen Kiddieshow, der von einem naiven Newcomer in Gestalt von Edward Norton ersetzt wird und deswegen von rasenden Rachegefühlen zerfressen wird.

"Ich könnte sie (ihn) umbringen!" Dieses gewöhnlich rein rhetorische Wunschdenken wird von den Protagonisten in DeVitos Filmen oft wörtlich genommen und versucht, in die Tat um zu setzen. Waren es in der Krimifarce "Schmeiß' die Mama aus dem Zug" lästige Familienangehörige und in der Scheidungssatire "Der Rosen-Krieg" Ehepartner, gilt es in "Death to Smoochy" sich eines verhassten Kollegen zu entledigen. Das Drehbuch für die grelle Rachefantasie verfasste Adam Resnick, der als TV-Autor für "Late Night with David Letterman" und "The Larry Sanders Show" einschlägige Erfahrungen im Metier sammeln konnte, die sich in giftigen Insiderjokes niederschlagen. Schneidender Dialogwitz paart sich mit zynischen Gags, doch wirkt die verbissene Aggressivität und die eindimensionale Betrachtungsweise auf Dauer ein wenig angestrengt.

Rainbow Randolph (Williams) ist der größste Star des Kidnet-Senders, doch im Privatleben kann er seinem Saubermann-Image nicht annähernd gerecht werden. Als bekannt wird, dass er Schmiergeld von Eltern akzeptiert, um deren Sprösslinge in seiner Show auftreten zu lassen, ist seine Karriere am Ende. Die abgebrühte Produzentin Nora Wells (kompentent zickig: Catherine Keener aus "Being John Malkovich") findet in dem alternativen Träumer Sheldon Mopes den perfekten Ersatz. Es handelt sich um die rare Spezies eines echten Idealisten, der seine einfallsreichen Gesangsnummern im lila Rhinozeruskostüm (Barney lässt grüßen!) vorträgt und hofft, Kindern hilfreiche Inspiration bieten zu können. Als ein Mobboss ihn zwingen will, sich für miese Machenschaften einspannen zu lassen, erhält Mopes ausgerechnet vom (unglaubwürdig) geläuterten Randolph, der ihm eigentlich den Garaus machen wollte, unerwartete Hilfe. Während des großen thrillerangehauchten Finales bei der "Smoochy auf Eis"-Show machen sie dem Gangster gemeinsam einen Strich durch die Rechnung. Beim Happy End schwingt dann sogar noch eine romantische Note mit.

Williams, der nach sentimentalen Filmen wie "Patch Adams" und "Der 200-Jahre-Mann" einen Kurswechsel nötig hatte, fühlt sich sichtlich wohl in der Rolle des doppelgesichtigen Widerlings. Seine obszönen Dialoge lässt er wie Maschinengewehrfeuer vom Stapel, was an seine manische Vortragsweise in "Good Morning, Vietnam" erinnert. Norton hingegen hält sich zurück, wirkt eher unscheinbar, womit Mopes politische Korrektheit in Kontrast zur Korrumpiertheit Randolphs gestellt wird. Als Verkörperung des unschuldigen Narren, der vom System in Versuchung geführt wird und ebenfalls seine Lebenslektionen zu lernen hat, fungiert er als einfache Gag-Zielscheibe. Eine Riege von markanten Nebendarstellern sorgt für zusätzlichen komödiantischen Punch der visuell aufwändig produzierten Farce. ara.

Death to Smoochy

Darsteller:  Edward Norton   als Sheldon Mopes
  Robin Williams   als Rainbow Randolph
  Catherine Keener   als Nora Wells
  Danny DeVito   als Burke Bennett
  Jon Stewart   als Marion Frank Stokes
  Pam Ferris   als Tommy Cotter
  Harvey Fierstein   als Merv Green
  Michael Rispoli   als Spinner Dunn
  Danny Woodburn   als Angelo Pike
  Vincent Schiavelli   als Buggy Ding Dong
  Glen Cross  
 
Regie:  Danny DeVito  
Drehbuch:  Adam Resnick  
Produzent:  Andrew Lazar  
  Peter MacGregor-Scott  
Koproduzent:  Doug Davison  
  Jody Hedien  
  Jill Besnoy  
Kamera:  Anastas Michos  
Schnitt:  Jon Poll  
Musik:  David Newman  
Produktionsdesign:  Howard Cummings  
  Tamara Deverell  
  Jeffrey McDonald  
Kostüme:  Jane Ruhm  
Ton:  David Kelson  

Show-Dino vs. Stoff-Rhino

Deftige Kritik am neuen Film von Robin Williams.

Das ist nicht fair, ich bin ein guter Arzt!

Das ist nicht fair, ich bin ein guter Arzt!

Ein abgetakelter Showmaster wird durch einen Kerl im Rhinozeroskostüm ersetzt. Der Showmaster ist sauer und will dem Teletubby-Verschnitt ans Plüsch, will sagen, Leder.

Das ist die neue Komödie "Death to Smoochy" von Regisseur Danny DeVito, in den USA seit Ende März in den Kinos. Zugegeben, der Plot ist nicht gerade oscarverdächtig.

Dafür spielt aber ein Oscar-Preisträger die Titelrolle: Robin Williams als Bösewicht Rainbow Randolph Smiley mit Mordgelüsten. Die Kritiker reagieren giftig: Williams spiele in seinem neuen Film nur deshalb einen Schurken, weil er von seinem trottelligem Image aus "Patch Adams" und "Der 200-Jahre-Mann" wegkommen wolle.

Williams schießt zurück: "Wisst ihr was ich dazu sage? F**** Euch! Was soll das? Wenn ich von meinem Image wegkommen will, spiele ich einfach in 'Good Will Hintern' mit."

Die Kritik an seinen Rollen in Familienfilmen trifft ihn: "Das wird schon ganz schön persönlich, die Leute reagieren völlig übertrieben. Die regen sich über ein Kind auf, das sich etwas wünschen darf ("Der 200-Jahre-Mann") und über einen Arzt mit ungewöhnlichen Methoden ("Patch Adams"). Mann, das sind nur Filme!"

Williams hatte immerhin in Filmen wie "König der Fischer" und "Good Will Hunting" (Oscar als Bester Nebendarsteller) auch schon im Charakterfach geglänzt.

Wenn er nicht so angrifflustig wäre, gäbe es im neuen Film vielleicht zur Abwechslung mal ein paar Streicheleinheiten für Robin. Wenn schon nicht von der Kritik, dann vielleicht wenigstens von Edward Norton ("Fight Club", "The Score"). Der spielt nämlich das Rhinozeros-Stofftier "Smoochy" - das heißt übersetzt "Schmusi". Lass ihn leben, Robin.

Star

Edward Norton

Der blonde Schauspieler mit dem Habitus eines Yuppies, der Maske eines Biedermannes, hinter dem sich gefährliche Charaktere verbergen können...

Star

Robin Williams

Einer der populärsten internationalen Darsteller, dem es gelungen ist, sein außergewöhnliches komödiantisches Talent mit dramatischer Tiefe...

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