Ein auf Fakten beruhendes, ans Herz gehendes Drama über die Beziehung zwischen einer Nonne und einem zum Tode verurteilten Mörder. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz33/z0233073/b150x150.jpg Dead Man Walking

Filmdetails

Dead Man Walking

Ein auf Fakten beruhendes, ans Herz gehendes Drama über die Beziehung zwischen einer Nonne und einem zum Tode verurteilten Mörder.


Dead Man Walking
Start: 11.04.1996

Drama

USA 1995
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Susan Sarandon
Sean Penn
Robert Prosky

Regie: Tim Robbins
Verleih: Pandora

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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lau

Inhalt

Schwester Helen Prejean erklärt sich bereit, die spirituelle Betreuung des wegen Vergewaltigung und Mordes inhaftierten Rednecks Poncelet zu übernehmen. Als sie von den in Schmerz aufgelösten Eltern der Opfer zur Rede gestellt wird, geht Helen dazu über, auch ihnen Trost zu spenden. Je näher der Hinrichtungstermin rückt, desto mehr drängt die Schwester Poncelet dazu, seiner Schuld in die Augen zu blicken und Buße zu tun.


Kritik

Dead Man Walking

Ein kurzer Film über das Töten: Fernab von billiger Rhetorik, Polemik und falscher Sentimentalität ist Tim Robbins' zweite Regiearbeit ein seltenes Juwel in Hollywoods Massenbetrieb: Ein auf Fakten beruhendes, aufregendes und ans Herz gehendes Drama über die komplexe Beziehung zwischen einer Nonne und einem zum Tode verurteilten Mörder und Vergewaltiger, das einfachen Antworten aus dem Weg geht - der kompromißloseste und zugleich passionierteste amerikanische Film zu einem unbequemen Thema. Es ist ein weiter Weg, den Tim Robbins' seit seinem Regiedebüt "Bob Roberts" im Jahr 1992 zurückgelegt hat. Ideologische Schönfärberei oder liberale Reden sucht man vergebens in "Dead Man Walking", der auf der 1993 erschienenen Autobiografie der Nonne Schwester Helen Prejean aus New Orleans und ihren Erfahrungen als spirituelle Begleiterin im Todestrakt eines Südstaatengefängnisses beruht. Robbins' Lebensgefährtin Susan Sarandon spielt diese außergewöhnliche Frau mit ungeschminkter Intensität. Sie verurteilt die Verbrechen dieser Männer, nicht aber die Männer selbst. Eine große Leistung, denn ihr Schützling Matthew Poncelet - Sean Penn in einer ungewöhnlich fein modulierten Vorstellung, die einmal mehr beweist, warum er als bester Schauspieler seiner Generation gilt - ist beileibe kein Waisenknabe, der nur aufgrund eines Justizirrtums in die Todeszelle gewandert ist: Er ist ein Mörder, Vergewaltiger, Rassist mit Hakenkreuz-Tätowierungen, ein Mann, dessen Leben von Haß dominiert wird und der nun auf seine Exekution wartet. In einer Anzahl von in erster Linie in entlarvenden Großaufnahmen gehaltenen Begegnungen zwischen der Schwester und Matthew gelingt Robbins das Kunststück, den Unflätigkeiten speienden Redneck als vollständigen Charakter zu zeichnen, als Menschen mit Seele, Ängsten und Gefühlen, ohne ihn jedoch jemals sympathisch werden zu lassen. Denn der Regisseur wirbt im gleichen Maße um Verständnis für die ohnmächtige Wut der Eltern der Opfer. Als Schwester Helen im Gerichtssaal von ihnen attackiert wird, wie sie es mit ihrem katholischen Gewissen vereinbaren kann, ein Monster wie Poncelet zu unterstützen, geht sie dazu über, auch ihnen Trost zu spenden. Ihr Besuch im Haus dieser gebrochenen, einfachen Menschen ist ebenso erschütternd und sensibel inszeniert wie das letzte Zusammentreffen von Matthew, seiner Mutter und seinen drei Brüdern im Gefängnis einen Tag vor seiner Hinrichtung. Weil Robbins weiß, welch leicht entzündbares Thema er einer Packung Nitroglyzerin gleich in Händen hält, gibt er allen Seiten viel Raum für ihre Belange. Keine Figur dieses faszinierenden Death-Row-Dramas gerät zur Karikatur. Und wenn der in seiner offensichtlichen Emotion stets um Sachlichkeit bemühte Robbins schließlich doch ein eigenes Argument gegen die Todesstrafe ins Feld führt, dann ist es der bis ins letzte Detail geschilderte Akt der bestialischen Hinrichtung selbst. Die Bilder des ritualisierten Staatsmordes, von der entmenschlichenden Ankündigugng eines Wärters, daß ein toter Mann seinen letzten Gang antritt (daher der Titel), bis zur mit bürokratischer Präzision ausgeführten tödlichen Injektion, gegengeschnitten mit Schwarzweiß-Rückblenden von Matthews Verbrechen, können niemanden kalt lassen. Tief im Herzen ist "Dead Man Walking" ein Film über Vergeben, Erlösung und die universelle Macht des Glaubens. Gerade weil endlose Diskussionen über die Todesstrafe ausgespart werden, ist Robbins' wunderbarer Beitrag zum Thema - immer wieder untermalt mit fantastischen Songs von u. a. Eddie Vedder und Bruce Springsteen - der gegenwärtig definitive. ts.

Dead Man Walking

Darsteller:  Susan Sarandon  
  Sean Penn  
  Robert Prosky  
  Raymond J. Barry  
  R. Lee Ermey  
  Celia Weston  
  Lois Smith  
  Scott Wilson  
  Roberta Maxwell  
 
Regie:  Tim Robbins  
Drehbuch:  Tim Robbins  
Produzent:  Jon Kilik  
  Tim Robbins  
  Rudd Simmons  
Ausf. Produzent:  Tim Bevan  
  Eric Fellner  
Buchvorlage:  Sister Helen Prejean  
Kamera:  Roger Deakins  
Schnitt:  Lisa Zeno Churgin  
Musik:  David Robbins  

Sean Penn zum ersten Mal bei den Oscars

"Ich würde mich schämen, dabei zu sein!"

Großansicht Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger)

Sean Penn: Bald Liebkind der einst verhassten Showbiz-Maschine? (Foto: Kurt Krieger)

So hatte Sean Penn noch 2001 über die Oscar-Verleihung gespottet. Auch den Golden Globe für den besten Hauptdarsteller in einem Drama, den er gerade für seinen Auftritt in "Mystic River" erhalten hat, nahm er nicht persönlich entgegen. Er verbrachte lieber mit seiner Tochter einen gemütlichen Abend zuhause.

Als am Dienstag bekannt wurde, dass Penn auch bei den Academy Awards als bester Hauptdarsteller nominiert ist, ging daher jeder in Hollywood davon aus, dass das Enfant Terrible einmal mehr durch Abwesenheit glänzen würde. Doch jetzt hat Penn durchblicken lassen, dass er in diesem Jahr erstmals höchstpersönlich zum schillerndsten Event der Traumfabrik aufzukreuzen gedenkt.

Und das ist schlicht eine Sensation. Immerhin war Penn bereits drei mal nominiert: 1996 für "Dead Man Walking", 1999 für "Sweet and Lowdown" und 2002 für "Ich bin Sam". Stets hatte Penn die Einladung der Academy unbesehen in den Müll geworfen - und dazu keine Gelegenheit ausgelassen, die Kollegen und ihr Schaulaufen am Roten Teppich, bei der Verleihung und bei den berüchtigten After-Show-Parties mit ätzendem Spott zu überhäufen:

"Bei den Oscars kriegst du entweder zwei Sekunden um Gott zu danken oder du bist Statist in einer fürchterlichen, komplett durchgestylten Fernsehshow."

Ich tu's ja nicht für mich

Eine Erklärung für den Sinneswandel des unbequemen Charakterdarstellers gibt es auch schon. Ein enger Freund von Penn:

"Er tut es für 'Mystic River' - er will sich einfach für den Film einsetzen."

Eine Frage der Kollegialität also? Immerhin sind außer Penn auch Tim Robbins und Marcia Gay Harden als beste Nebendarsteller nominiert, dazu Brian Helgeland für seine grandiose Drehbuchadaption des Romans von Dennis Lehane und Clint Eastwood für die Regie. Auch im Rennen um die Auszeichnung für den besten Film ist "Mystic River" dabei. Anders als "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs", der mit 11 Nominierungen zahlenmäßig vorne liegt, ist Eastwoods episches Juwel um die sich unaufhaltsam drehende Spirale der Gewalt damit in den am höchsten angesehenen Kategorien nominiert.

Penn selbst hatte kurz nach seiner Nominierung gesagt: "Ich freue mich für meine Freunde in 'Mystic River' und dass ihre großartige Arbeit so gewürdigt wird. Und ich fühle mich geehrt, dass auch meine Leistung anerkannt wird."

Das ist zwar noch keine offizielle Zusage, aber es klingt auf jeden Fall völlig anders, als Penns sonstige Kommentare zum Thema Oscars. Dass der geläuterte Rebell sich wirklich in die Höhle des Showbiz-Löwen wagt, sollte man allerdings erst glauben, wenn die Fernsehkameras im Kodak Theater zu Los Angeles am 29. Februar den ersten spektakulären Schwenk über Hollywoods Hochkaräter tätigen und sich das markante Antlitz des Sean Penn tatsächlich in der gespannt wartenden Schauspielerriege findet.

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Susan Sarandon

Seit sie 1975 in der "Rocky Horror Picture Show" als Janet erste Aufmerksamkeit erregte, ist Susan Sarandon aus dem Kino nicht mehr...

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Sean Penn

Nach kleinen Rollen in TV-Filmen und im Theater debütierte Penn 1981 in "Die Kadetten von Bunker Hill" an der Seite von Tom Cruise. Der Durchbruch...

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