Originaltitel: The Pledge
USA 2000
Jack Nicholson
Patricia Clarkson
Benicio Del Toro
Regie: Sean Penn
Verleih: Warner
Nur noch wenige Stunden im Dienst, wird Detective Jerry Black an den Tatort eines bestialischen Sexualmordes an einem Mädchen gerufen. Schockiert von der Bluttat, schwört er den Eltern, den Mörder zu finden. Die Polizei hat schnell einen Verdächtigen, der Selbstmord begeht. Jerry glaubt an dessen Unschuld und ermittelt auf eigene Faust weiter.

Für seine dritte Regiearbeit wählte Schauspieler Sean Penn ("Der schmale Grat") den verstörenden Kriminalroman "Das Versprechen" des Schweizers Friedrich Dürrenmatt als Vorlage. Wie schon in Penns letztem Film, "Crossing Guard" aus dem Jahr 1995, übernimmt der dreifache Oscar-Preisträger Jack Nicholson die Hauptrolle und spielt in seinem ersten Filmauftritt seit der Galavorstellung in "Besser geht's nicht" einen Polizeidetektiv im Ruhestand, dessen verbissene Suche nach dem Killer kleiner Mädchen zur selbstzerstörerischen Obsession gerät. Zunächst als Beitrag für die Berlinale vorgesehen, verhinderten Rechtsstreitigkeiten zwischen Intertainment und Franchise die Aufführung. Jetzt wird er in Cannes gezeigt.
Es ist dies nicht das erstemal, dass Dürrenmatts Originaldrehbuch "Es geschah am hellichten Tag" (auf dem sein Buch basiert) adaptiert wurde. 1958 schlüpfte Heinz Rühmann in die Rolle des seelisch gemarterten Kommisars, und 1996 wurde eine von Bernd Eichinger produzierte TV-Version mit Joachim Krol in der Hauptrolle im Rahmen der German-Classics-Reihe von Sat 1 ausgestrahlt. Ohne die deutschen Adaptionen herabzuwürdigen, darf Penns Interpretation wohl als die deprimierendste und drastischste gelten. Der in stark ausgeblichenen Farben aufgenommene Prolog zeigt den Protagonisten, der heruntergekommen mit einer Whiskeyflasche in der Hand deliriert, während schwarze Vögel unheilvoll über ihm kreisen. In Rückblenden wird in Folge erzählt, was ihn in diesen jämmerlichen Zustand vesetzt hat. Detective Jerry Black verbleiben nur noch wenige Stunden im Dienst, als seine Abschiedsparty mit den Neuigkeiten eines bestialischen Mordes an einem achtjährigen Mädchen unterbrochen wird. Da keiner der Beamten es übers Herz gebracht hat, die Eltern zu informieren, übernimmt Jerry die Überbringung der Hiobsbotschaft - ausgerechnet inmitten eines riesigen Truthahnstalls, wobei Penn mit der Schlachtvieh-Assoziation ein unauslöschliches Bild kreiert. Bei der "Erlösung seiner Seele" schwört Jerry der verzweifelten Mutter, dass er den Mörder ihrer Tochter finden wird. Schon bald wird ein geistig behinderter Indianer ("Traffic"-Star Benicio Del Toro kaum zu erkennen) verhaftet, der nach seinem Geständnis einen dramatischen Selbstmord begeht. Jerry hegt jedoch seine Zweifel an dessen Schuld. Seine Nachforschungen lassen ihn unter anderem mit Vanessa Redgrave als Großmutter des Opfers, Mickey Rourke als Vater eines weiteren Opfers und Helen Mirren als Psychologin in Kontakt kommen. Jerry kauft sich in der Umgebung, in der er den wahren Killer vermutet, eine alte Tankstelle und beginnt eine Beziehung mit der misshandelten Bedienung Lori (Robin Wright Penn perfekt als vom harten Leben gezeichnete Frau). Ihre kleine Tochter passt genau ins Opferschema, und Jerry benutzt sie als Lockvogel für den Täter. Doch das Finale hält eine typische Ironie des Schicksals parat.
Nicholson porträtiert den steilen Absturz vom respektierten Detective zum lächerlichen "Säufer und Clown" mit bestechender Zurückhaltung und Nuancierung. Die zunehmende Obsession seiner Figur spiegelt sich in erhöhtem Nikotin- und Alkoholkonsum und Artikulationsschwierigkeiten wider. Im Gegensatz zu gängigen Hollywood-Produktionen nimmt sich Penn Zeit, seine Geschichte, eine an sich erschütternde Tragödie, zu erzählen und entwickelt sein eigenes bedächtiges Tempo. Er zeichnet moralisch komplexe Figuren und kann dabei selbst für kleinste Nebenrollen auf ein eindrucksvolles Ensemble zurückgreifen. Der zumeist triste Look des Films (Aufnahmen eines kalt-toten Winters wechseln mit denen eines staubig-desolaten Sommer) unterstreicht die düster-paranoide Atmosphäre des packenden Psychogramms. ara.
| Darsteller: | Jack Nicholson | als Jerry Black | |
|---|---|---|---|
| Patricia Clarkson | als Margaret Larsen | ||
| Benicio Del Toro | als Toby Jay Wadenah | ||
| Dale Dickey | als Strom | ||
| Aaron Eckhart | als Stan Krolak | ||
| Costas Mandylor | als Monash Deputy | ||
| Helen Mirren | als Ärztin | ||
| Tom Noonan | als Gary Jackson | ||
| Michael O'Keefe | als Duane Larsen | ||
| Robin Wright | als Lori | ||
| Vanessa Redgrave | als Annalise Hansen | ||
| Pauline Roberts | als Chrissy | ||
| Mickey Rourke | als Jim Olstad | ||
| Sam Shepard | als Eric Pollack | ||
| Lois Smith | als Helen Jackson | ||
| Harry Dean Stanton | als Floyd Cage | ||
| Brittany Tiplady | als Becky Fiske | ||
| Lucy Schmidt | als Alma Cage | ||
| Eileen Ryan | als Jean | ||
| Taryn Knowles | als Ginny Larsen | ||
| Nels Lennarson | als Hank | ||
| Regie: | Sean Penn | ||
| Drehbuch: | Jerzy Kromolowski | ||
| Mary Olson-Kromolowski | |||
| Produzent: | Michael Fitzgerald | ||
| Sean Penn | |||
| Elie Samaha | |||
| Ausf. Produzent: | Andrew Stevens | ||
| Buchvorlage: | Friedrich Dürrenmatt | ||
| Kamera: | Chris Menges | ||
| Schnitt: | Jay Cassidy | ||
| Musik: | Hans Zimmer | ||
| Klaus Badelt | |||
| Produktionsdesign: | Bill Groom | ||
| Helen Jarvis | |||
| Kostüme: | Jill M. Ohanneson | ||
| Ton: | Rob Young | ||
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