Originaltitel: The Claim
Großbritannien/Kanada 2000
Peter Mullan
Wes Bentley
Milla Jovovich
Regie: Michael Winterbottom
Verleih: Concorde
Dillon ist der Herrscher des kleinen Minenstädtchens Kingdom Come. Eines Tages kommen die tbc-kranke und mittellose Elena und ihre Tochter Hope in die unwirtliche, winterliche Stadt. Die Mutter hofft, dass Hopes Vater, Dillon, sich um Hope kümmert. Dillon hatte sich als junger Einwanderer seinen Reichtum mit dem Verkauf von Frau und Tochter an einen einsamen Trapper verdient.

Der durch klarsichtige Sozial- und Psychostudien wie "I Want You", "Butterfly Kiss" oder "Wonderland" bekannte britische Regisseur Michael Winterbottom hat nach "Jude - Herzen in Aufruhr" (mit Kate Winslet) zum zweiten Mal einen Roman von Thomas Hardy zur Vorlage gewählt, den er 1995 verfilmen wollte, aber nach dem Abspringen von Madonna und Robert De Niro verschieben musste. Aus der in einem fiktiven Wessex spielenden Geschichte um Aufstieg und Fall eines Mächtigen wurde ein imposanter epischer Spätwestern, der in den tief verschneiten Bergen der Sierra Nevada im Winter 1867 nach dem kalifornischen Goldrausch spielt.
Daniel Dillon (Peter Mullan aus Ken Loachs "My Name is Joe") ist Herrscher der symbolhaft Kingdom Come genannten Ortschaft, dem Mine, Bank, Hotel und Saloon gehören. Ein Ingenieur der Eisenbahn muss entscheiden, ob die Trassen durch das Dorf oder das nahe gelegene Tal führen werden, womit Dillons Nest ruiniert wäre. Parallel dazu bricht die Vergangenheit über den ehrgeizigen aber von Schuld zerfressenen Iren herein: Sein Reichtum beruht auf einer Schande: Im Rausch hat er seine Frau Elena (Nastassja Kinski) und die junge Tochter für Schürfrechte verkauft. Dillon kauft sich von seiner Geliebten (großartig Milla Jovovich als Bordellbesitzerin, wie Claudia Cardinale in "Spiel mir das Lied vom Tod" die Zukunft des Landes) los, heiratet Elena noch einmal und setzt sein Königreich in Brand.
Winterbottoms von ihm selbst ironisch "Potato Western" (wegen der Bodenständigkeit) genanntes Epos vereint als Period Piece formal überragend, mit solider Regie- und meisterhafter Kameraarbeit sowie symphonisch emotionalisierender Musik (Michael "Piano" Nyman) die Eigenschaften eines guten Western: Klare Konflikte, König Lear im Hochgebirge, Schuld und Sühne, die Eisenbahn wie in Sergio Leones epochalem Todeslied, Schnee wie in "Leichen pflastern seinen Weg" und die Authentizitätswut und Konflikte der Pioniere wie in "Heaven's Gate". Einer der Höhepunkte: Wie einst Werner Herzogs "Fitzcarraldo" mit dem Schiff lässt Winterbottom einen Holzhaus-Rundbau von Pferden durch den Schnee ziehen. Für Genrefreunde ein Muss. ger.
| Darsteller: | Peter Mullan | als Daniel Dillon | |
|---|---|---|---|
| Wes Bentley | als Dalglish | ||
| Milla Jovovich | als Lucia | ||
| Nastassja Kinski | als Elena | ||
| Sarah Polley | als Hope | ||
| Julian Richings | als Bellinger | ||
| Sean McGinley | als Sweetley | ||
| Marie Brassard | als French Sue | ||
| Phillipa Peak | als Sarah | ||
| Shirley Henderson | als Annie | ||
| David Lereaney | als Salonschauspieler | ||
| Kate Hennig | als Vauneen | ||
| Fernando Davalos | als Barmann | ||
| Marc Hollogne | als Dr. Benoit | ||
| Ron Anderson | als Postkutschenfahrer | ||
| Marty Antonini | als Deutscher | ||
| Lydia Lau | als Li | ||
| Royal Sproule | als Grimes | ||
| Tim Koetting | als Hotelangestellter | ||
| Billy Morton | als Bergarbeiter Nr. 1 | ||
| Tom McCamus | als Burn | ||
| Gil Rivera Blas | als Mexikaner | ||
| Frank Zotter | als Fotograf | ||
| Artur Ciastkowski | als Delany | ||
| Barry Ward | als Dillon (jung) | ||
| Karolina Muller | als Elena (jung) | ||
| Christopher Hunt | als Angestellter | ||
| Grant Linneberg | als Bergarbeiter Nr. 2 | ||
| Jimmy Herman | als Bergarbeiter Nr. 3 | ||
| Regie: | Michael Winterbottom | ||
| Drehbuch: | Frank Cottrell Boyce | ||
| Produzent: | Andrew Eaton | ||
| Koproduzent: | Douglas Berquist | ||
| Ausf. Produzent: | Marty Katz | ||
| Alexis Lloyd | |||
| Andrea Calderwood | |||
| Buchvorlage: | Thomas Hardy | ||
| Kamera: | Alwin H. Kuchler | ||
| Schnitt: | Trevor Waite | ||
| Musik: | Michael Nyman | ||
| Produktionsdesign: | Mark Tildesley | ||
| Ken Rempel | |||
| Kostüme: | Joanne Hansen | ||
| Ton: | George Tarrant | ||
Klone stehen in Hollywood derzeit anscheinend hoch im Kurs.
Nachdem Regisseur George Lucas den zweiten Teil seiner Star Wars-Saga ("Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger") diesem Thema widmete, beschäftigt sich auch Michael Winterbottom in seinem neuen Film "Code 46" mit Retortenmenschen.
Tim Robbins ("Arlington Road") wird in dem Thriller die Hauptrolle übernehmen. Winterbottom ("Das Reich und die Herrlichkeit") stellt dem Leinwandstar Samantha Morton zur Seite. Sie spielt eine geklonte Frau, die mit ihrem Freund (Robbins) eine harmonische Beziehung führt. Doch dann findet die Polizei heraus, dass sie ein Klon der Mutter ihres Lebensgefährten ist. Den beiden bleibt nur noch die Flucht.
Die Dreharbeiten beginnen Anfang Januar in London.
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