Originaltitel: Katyn
Polen 2007
Maja Ostaszewska
Artur Zmijewski
Andrzej Chyra
Regie: Andrzej Wajda
Verleih: Pandastorm Pictures (Central)
Die Polin Anna und mit ihr zahlreiche andere Frauen fragen sich, was mit ihren im Krieg verschollenen Ehemännern, Vätern und Söhnen passiert ist. Viele wurden zwischen Russen und Deutschen aufgerieben und gefangen genommen, 12.000 Offiziere 1940 im Wald von Katyn von Sowjets hingerichtet. Die Russen bezichtigen die Nazis des Massakers. Doch Anna hat noch Hoffnung, weil ihr Mann Andrzej nicht auf der Todesliste von Katyn auftaucht - wegen eines Irrtums. Denn Andrzej trug bei seinem Tod den Pullover seines Freundes Jerzy, der nach dem Krieg zurückkehrt.

Kraftvolles und reifes Drama von Altmeister Andrzej Wajda, der das polnische Trauma des Massakers von Katyn aufarbeitet.
Im April 1940 wurden im Wald von Katyn in der Nähe von Smolensk im Auftrag Stalins über 12.000 kriegsgefangene polnische Offiziere vom sowjetischen Geheimdienst NKWD und der Roten Armee hingerichtet, in Massengräber geworfen und verscharrt. Die grauenhafte Wahrheit des kaltblütigen Massakers, 1943 aufgedeckt und von Sowjets wie Nazis für Propagandazwecke missbraucht, wurde jahrzehntelang im Ostblock verschwiegen, im Westen verdrängt. Ab 1989 wurde die Katyn-Lüge Gegenstand historischer Forschungen, die an Hand von Briefen und Tagebüchern der Opfer die Geschichte rekonstruierten.
Polens Meisterregisseur Andrzej Wajda ("Asche und Diamant", "Danton") hat um das Massaker, das die Rahmenerzählung bildet, ein reifes und kraftvolles Drama inszeniert, das weitgehend aus der Perspektive von Anna, Frau eines Offiziers (intensiv: Maja Ostaszewska) und der Frauen, Freunde und Familien erzählt wird, die nicht oder nur tropfenweise über die Schicksale ihrer Ehemänner, Väter und Söhne informiert werden und vergeblich warten. Der Film setzt virtuos mit der Panik von 1939 ein, als sich in Folge des deutsch-russischen Nichtangriffspakts Flüchtlingsströme auf einer Brücke mischen, die einen von den Deutschen, die anderen von den Russen verfolgt. Die universitäre Elite wird nach Deutschland transportiert, polnische Offiziere in die Sowjetunion.
Wajdas Film ist durch die über die Ereignisse hinaus reichende Spurensuche Analyse und Endpunkt der Trauerarbeit. Dramaturgisch effektiv, bestechen die Szenen um Annas Ehemann Andrzej (Arthur Zmijewski), der wegen des ihm von Freund Jerzy (Andrzej Chyra) geschenkten Pullovers als Toter mit falscher Identität in die Katyn-Liste aufgenommen wird, und Jerzy, der nach dem Krieg als Offizier des NKWD mit der Erinnerung nicht fertig wird. Das ausführlich gefilmte Massaker im Finale, ist vom Transport in den wegen der Farbe "Schwarze Marias" genannten Gefangenlastwagen, bis zum Genickschuss (bevorzugte Methode des NKWD) erschütternder, quälender und schmerzhafter Schlusspunkt. Wajdas Meisterwerk wurde als Bester Ausländischer Film für den Oscar nominiert. ger.
| Darsteller: | Maja Ostaszewska | als Anna | |
|---|---|---|---|
| Artur Zmijewski | als Andrzej | ||
| Andrzej Chyra | als Jerzy | ||
| Danuta Stenka | als Frau des Generals | ||
| Jan Englert | als General | ||
| Magdalena Cielecka | als Agnieszka | ||
| Pawel Malaszynski | als Pilot | ||
| Regie: | Andrzej Wajda | ||
| Drehbuch: | Andrzej Wajda | ||
| Przemyslaw Nowakowski | |||
| Wladyslaw Pasikowski | |||
| Produzent: | Michal Kwieczinski | ||
| Buchvorlage: | Andrzej Mularczyk | ||
| Kamera: | Pawel Edelman | ||
| Schnitt: | Milenia Fiedler | ||
| Rafal Listopad | |||
| Musik: | Krzysztof Penderecki | ||
| Produktionsdesign: | Magdalena Dipont | ||
| Kostüme: | Magdalena Biedrzycka | ||
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