Jessica Schwarz kämpft als Adoptivtochter von Michael Gwisdek in diesem preisgekrönten Drama um die Wahrheit ihrer Herkunft und um ihre Identität. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto03/11030006/b150x150.jpg Das Lied in mir

Filmdetails

Das Lied in mir

Jessica Schwarz kämpft als Adoptivtochter von Michael Gwisdek in diesem preisgekrönten Drama um die Wahrheit ihrer Herkunft und um ihre Identität.


Das Lied in mir
Start: 10.02.2011

Drama

Deutschland/Argentinien 2010
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Jessica Schwarz
Michael Gwisdek
Rafael Ferro

Regie: Florian Cossen
Verleih: Schwarz-Weiss (Filmagentinnen)

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Inhalt

Der Flughafen von Buenos Aires ist für die deutsche Schwimmerin Maria eigentlich nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Chile. Doch ein Kinderlied, das sie zufällig hört, weckt Erinnerungen, und sie verpasst den Anschlussflug. Sie beschließt, etwas länger zu bleiben, und erfährt, dass sie als Dreijährige adoptiert wurde, ihre biologischen Eltern zu den Verschwundenen des Militärregimes gehörten. Sie macht sich auf die Suche nach Familienangehörigen.


Kritik

Das Lied in mir

Jessica Schwarz kämpft als Adoptivtochter von Michael Gwisdek in diesem preisgekrönten Drama um die Wahrheit ihrer Herkunft und um ihre Identität.

Auf den Festivals in Montreal und Zürich heimste Florian Cossen den Jury- und Publikumspreis ein und bei den Hofer Filmtagen den Eastman Förderpreis. In imposanten 35mm-Cinemascope-Bildern beweist der Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg Talent für die große Leinwand und führt in seinem Abschlussfilm nach Buenos Aires, wo die deutsche Schwimmerin Maria am Flughafen strandet.

Dort lauscht sie einem fremden Kinderlied, das Erinnerungen an ihre Kindheit weckt. Sie verpasst ihren Weiterflug nach Chile und bleibt in der unbekannten Megacity. Ihr eilends nachgereister Vater gesteht, dass er und seine Frau sie adoptierten, als ihre leiblichen Eltern 1980 unter der argentinischen Militärdiktatur verschwanden. Ein Schock für die junge Frau, die wissen will, woher sie kommt, während der Vater die Vergangenheit ruhen lassen möchte. Auf ihrer hartnäckigen Suche findet die 31-Jährige Angehörige und erfährt Zuneigung und Liebe im neuen Familienkreis.

Das düstere Kapitel argentinischer Geschichte mit über 30000 Verschwundenen wird nur gestreift und als Hintergrund für dieses psychologische Drama genommen. Nur manchmal klingen die verdrängten Ereignisse an, wenn der Polizist und Liebhaber seinen Beruf bei Marias Familie geheim halten oder sein Vater nicht auf die Militärdiktatur angesprochen werden möchte. Es herrscht ein Konsens des Schweigens, der gilt jedoch nicht, wenn es um den deutschen Fabrikmanager geht, der mit seiner Frau das dreijährige Mädchen "gestohlen" haben soll.

Im Mittelpunkt stehen der Vater-Tochter-Konflikt und das zerstörte Vertrauen, das langsame Herantasten an eine noch fremde Identität. Cossen leuchtet den schmerzhaften Prozess der Selbstfindung aus und beeindruckt durch Nähe zu den Figuren und atmosphärische Dichte, Jessica Schwarz überzeugt in ihrer zurückgenommenen Darstellung, auch wenn in manchen Szenen die Zeichnung ihrer Person in der harschen Haltung zum Vater emotional nicht ganz stimmig wirkt. Interessant die Annäherung an eine Stadt und eigene Melodie, in deren Viertel sich das Heute und Gestern mischen zu einem Blick auf das Morgen, und an ihre Menschen, in deren Leben vordergründig Alltag eingezogen ist, auch wenn die durch die brutale Politik geschlagenen Wunden unter der Oberfläche weiter schwären. mk.

Das Lied in mir

Darsteller:  Jessica Schwarz   als Maria
  Michael Gwisdek   als Anton
  Rafael Ferro   als Alejandro
  Beatriz Spelzini   als Estela
  Alfredo Castellani   als Hugo
  Marcela Ferrari   als Ana
 
Regie:  Florian Cossen  
Drehbuch:  Elena von Saucken  
  Florian Cossen  
Produzent:  Jochen Laube  
  Fabian Maubach  
Ausf. Produzent:  Rodrigo Furth  
Kamera:  Matthias Fleischer  
Schnitt:  Philipp Thomas  
Musik:  Matthias Klein  
Produktionsdesign:  Victoria Pedemonte  
Kostüme:  Sandra Fink  
Ton:  Luciano Bertone  
  Dominic Fitzgerald  
  Rainer Heesch  
Casting:  Nina Haun  
  Walter Rippell  

"Vincent will meer" - und bekommt zwei Lolas

Abgeräumt: Chris Kraus' "Poll" erhielt bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises vier Lolas, der sechs Mal nominierte "Drei" wurde drei Mal ausgezeichnet. Der Deutsche Filmpreis in Gold ging an "vincent will meer".

Großansicht Ausgezeichnet: "vincent will meer" erhielt den Deutschen Filmpreis in Gold, Hauptdarsteller Florian David Fitz bekam ebenfalls eine Lola (Foto: Constantin)

Ausgezeichnet: "vincent will meer" erhielt den Deutschen Filmpreis in Gold, Hauptdarsteller Florian David Fitz bekam ebenfalls eine Lola (Foto: Constantin)

"Vincent will meer" ist mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet worden. Hauptdarsteller Florian David Fitz erhielt darüber hinaus die Lola für die beste männliche Hauptrolle. Die Lola in Silber ging an "Almanya - Willkommen in Deutschland", dessen Drehbuchautorinnen Nesrin und Yasemin Samdereli in der entsprechenden Kategorie mit einer Lola geehrt wurden.

Den Deutschen Filmpreis in Bronze erhielt "Wer wenn nicht wir". Über die Regie-Lola durfte sich Tom Tykwer für den sechs Mal nominierten "Drei" freuen, der insgesamt drei Deutsche Filmpreise erhielt. Vier mal ausgezeichnet wurde Chris Kraus' "Poll", u.a. für die beste männliche Nebenrolle (Richy Müller). Als beste Hauptdarstellerin erhielt Sophie Rois die Lola für ihre Leistung in "Drei".

Kreative dürfen auf den Bernd Eichinger Preis hoffen

In seiner Eröffnungsrede gedachte Kulturstaatsminister Bernd Neumann dem verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger: "Mit dem Tod von Bernd Eichinger verloren wir eine Legende des deutschen Films. Ihm ist es gelungen, mit Filmen wie "Der Name der Rose", "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" oder "Der Untergang" das deutsche Kino weit hinaus in die Welt zu tragen. Erinnern wir uns an die Filmpreisverleihung hier vor einem Jahr und den sichtlich gerührten Bernd Eichinger, der an dieser Stelle den Ehrenpreis für sein Filmschaffen entgegennahm. Damals dachte ich, das ist doch viel zu früh, weil sein Lebenswerk noch längst nicht beendet schien."

Im Rahmen der Verleihung wurde auch bekannt gegeben, dass künftig alle drei Jahre der Bernd Eichinger Preis an Persönlichkeiten oder Teams, deren Arbeit sich durch kreative und leidenschaftliche Interaktion auszeichnet, vergeben werden soll.

Deutscher Filmpreis 2011 - alle Gewinner im Überblick:

Bester Spielfilm:
Deutscher Filmpreis in Gold: "Vincent will meer"
Deutscher Filmpreis in Silber: "Almanya - Willkommen in Deutschland"
Deutscher Filmpreis in Bronze: "Wer wenn nicht wir"

Bester Kinder- und Jugendfilm: "Chandani und ihr Elefant"

Bester Dokumentarfilm: "Pina"

Beste Hauptdarstellerin: Sophie Rois ("Drei")

Bester Hauptdarsteller: Florian David Fitz ("Vincent will meer")

Beste Nebendarstellerin: Beatriz Spelzini ("Das Lied in mir")

Bester Nebendarsteller: Richy Müller ("Poll")

Beste Regie: Tom Tykwer ("Drei")

Bestes Drehbuch: Nesrin und Yasemin Samdereli ("Almanya - Willkommen in Deutschland")

Beste Kamera/Bildgestaltung: Daniela Knapp ("Poll")

Bester Schnitt: Mathilde Bonnefoy ("Drei")

Bestes Szenenbild: Silke Buhr ("Poll")

Bestes Kostümbild: Gioia Raspé ("Poll")

Bestes Maskenbild: Kitty Kratschke, Heike Merker ("Goethe!")

Beste Filmmusik: Matthias Klein ("Das Lied in mir")

Beste Tongestaltung: Ansgar Frerich, Sabine Panossian, Niklas Kammertöns ("PianoMania")

Ehrenpreis: Wolfgang Kohlhaase

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