Charmante und turbulente Komödie über einen überforderten Regisseur, der vom eigenen Leben überrollt wird. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto24/10240077/b150x150.jpg Das Leben ist zu lang

Filmdetails

Das Leben ist zu lang

Charmante und turbulente Komödie über einen überforderten Regisseur, der vom eigenen Leben überrollt wird.


Das Leben ist zu lang
Start: 26.08.2010

Komödie / Drama

Deutschland 2010
Laufzeit: 86 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Markus Hering
Meret Becker
Veronica Ferres

Regie: Dani Levy
Verleih: X Verleih (Warner)

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Inhalt

Das Leben des jüdischen Regisseurs Alfi Seliger geht langsam aber sicher aus dem Leim - und er weiß es. Probleme gibt es mit den Eltern (exzentrisch), der Tochter (pubertierend), den Frauen (alle schwierig) und der eigenen Kreativität (blockiert). Was zu viel ist, ist schließlich zu viel: Alfi ergibt sich der Krise und unternimmt einen Selbstmordversuch. Er überlebt. Aber er ist sich nicht ganz sicher, ob das Leben, das er jetzt vorfindet, wirklich noch das alte ist.


Kritik

Das Leben ist zu lang

Mit großem Staraufgebot erzählt Dani Levy aus sehr persönlichem Blickwinkel die Geschichte eines Filmemachers in der Krise zwischen Schein und Sein.

"Film ist ein Schlachtfeld". Sam Fullers Aussage nimmt sich Dani Levy zu Herzen und wagt nicht nur einen Film über das Filmgeschäft, sondern geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn er den jüdischen Filmemacher, Hypochonder und Familienvater Alfi Seliger und "Skorpion" wie er selbst von der Leine lässt und den Bogen zu eigenen Traumata schlägt.

Alfi ist der geborene Nebbich, ein liebenswerter Loser, der seit Jahren keinen Film mehr zustande gebracht hat, auf Empfängen mit seinem Drehbuch hausieren geht und zu Hause von den Kindern nicht für voll genommen und von der Gattin nur mühsam ertragen wird. "Mohammed lacht sich tot" lautet der Arbeitstitel seines Werks über den Karikaturenstreit, das bei seiner Betteltour auf Lacher und Langeweile stößt - bis die Ehefrau des Produzentenmoguls ein Auge auf ihn wirft und ihren Mann für die Verfilmung erwärmt. Damit bricht das Chaos aber erst richtig aus.

Levys Protagonist ist kein kühler Erfolgstyp wie Robert De Niro, das fiktionalisierte Alter Ego von Art Linson in Barry Levinsons "Inside Hollywood", sondern ein bemitleidenswertes Wesen, was sich am meisten selbst bemitleidet und in den Mühlen des Filmgeschäfts fast untergeht. Da kriegt der Zuschauer alles um die Ohren gehauen, was das Leid eines Regisseurs ausmacht - arrogante Produzenten, hochnäsige Schauspieler, dämliche Drehbuchschreiber, die aus einer Filmidee eine Mini-Serie für RTL machen wollen, und last noch least eine nervige Mutter, einst berühmte Aktrice (Elke Sommer in Hochform).

Was als leichte Komödie beginnt, wandelt sich in eine Melange aus peinvoller Paranoia und buntem Panoptikum über einen Menschen zwischen irrationalen Idealen und rationalem Versuch zum Pragmatismus. Markus Hering entpuppt sich als komödiantisches und tragisches Talent, schart um sich herum das "Who's Who" des deutschen Films von Meret Becker und Veronica Ferres bis hin zu Heino Ferch und Justus von Dohnányi, die mit Lust und Verve auch die kleinste perfide Rolle perfekt spielen. Und wenn Levy mit seinem Alter Ego Seliger über den Sinn des Lebens bzw. Filmemachens diskutiert, gibt er den Blick frei auf ein Fegefeuer der Eitelkeiten, das für manchen Kreativen zur Hölle wird und exponiert ein Stückchen seiner Psyche. Was Sie schon immer über Dani Levy wissen wollten, aber bisher nicht zu wagen fragten: In "Das Leben ist zu lang" finden Sie einige Antworten. Oder auch nicht. mk.

Das Leben ist zu lang

Darsteller:  Markus Hering   als Alfi Seliger
  Meret Becker   als Helena Seliger
  Veronica Ferres   als Natasha
  Hannah Levy   als Romy Seliger
  David Schlichter   als Alain Seliger
  Yvonne Catterfeld   als Caro Will
  Gottfried John   als Georg Maria Stahl
  Hans Hollmann   als Holger Miesbach-Boronowski
  Justus von Dohnányi   als Johannes
  Heino Ferch   als Professor Mohr
  Elke Sommer   als Alfis Mutter
  Udo Kier   als Tabatabai
  Steffen Groth   als Bernard / Leonard von Kitzbühl
  Kurt Krömer   als Anlageberater
 
Regie:  Dani Levy  
Drehbuch:  Dani Levy  
Produzent:  Manuela Stehr  
Kamera:  Carl-Friedrich Koschnick  
Schnitt:  Elena Bromund  
Musik:  Niki Reiser  
Produktionsdesign:  Christian Eisele  
Kostüme:  Lucie Bates  
Maske:  Sabine Schuhmann  
  Peter Bour  
Ton:  Patrick Storck  
Casting:  Simone Bär  

Star

Meret Becker

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