Schwarze Komödie, die Liebesgeschichte, KZ-Film und Märchen zu einem filmischen Poem verbindet. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz37/z0237056/b150x150.jpg Das Leben ist schön

Filmdetails

Das Leben ist schön

Schwarze Komödie, die Liebesgeschichte, KZ-Film und Märchen zu einem filmischen Poem verbindet.


Das Leben ist schön
Start: 12.11.1998

Originaltitel: La vita è bella

Drama / Komödie

Italien 1997
Laufzeit: 124 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Roberto Benigni
Nicoletta Braschi
Giustino Durano

Regie: Roberto Benigni
Verleih: Scotia (Buena Vista)

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Toskana 1939: Der verträumte Guido verliebt sich in die schöne Lehrerin Dora, die er dank Clownereien und Charme seinem bürokratischen Rivalen vor dem Altar wegschnappen kann. Jahre später zerstören die Nazis endgültig ihr gemeinsames, von Judenfeindlichkeit getrübtes Glück mit Sohnemann Giosue und schicken Guido und Junior ins KZ. Dora schließt sich ihnen freiwillig an.


Kritik

Das Leben ist schön

Roberto Benignis sechste Filmregie ist eine Liebesgeschichte, ein KZ-Film und ein Märchen. Was sich irritierend anhört und auf den ersten flüchtigen Blick nicht zusammenzugehen scheint, wächst Szene für Szene zu einem tief berührenden filmischen Poem über den Holocaust und die Widerstandskraft der Gefühle. Die Geschichte einer toskanischen Familie, die im zweiten Weltkrieg in ein Konzentrationslager deportiert wird, ist bei Benigni keine

Dokumentation bekannter Schreckensbilder. Der Vater, gespielt von Benigni selbst, versteckt seinen kleinen Sohn im Lager und macht ihm weis, daß die grausamen Erfahrungen dort nur ein Spiel sind. Wie wirklich Phantasie in höchster Verzweiflung sein kann, davon erzählt Benignis Film, der mit dem Großen Preis der Jury in Cannes gekrönt wurde und auch bei uns ein interessiertes, sensibles Arthouse-Publikum finden dürfte.

Die Geschichte beginnt 1939 in der Toscana. Die Zeit des Faschismus und Antisemitismus macht auch in Italien nicht halt vor Deportationen Tausender Juden in Konzentrationslager. Der verträumte romantische Guido mit der unendlichen Freude am fröhlichen Lachen verliebt sich in die junge schöne Lehrerin Dora. Verzaubert von seinen Clownerien und burlesken Einfällen, läßt sie sich buchstäblich in letzer Sekunde durch ihn an der Ehe mit einem regimetreuen Bürokraten hindern. Die märchenhafte Romanze von Guido und Dora ist, so spürt der Zuschauer, bei aller Liebe viel zu schön, um wahr zu sein. Obwohl man gern möchte, daß sie ewig dauert.

Mit Kameramann Tonio delli Colli entwirft Benigni eine visuelle Bilderpoesie vor allem in der ersten Hälfte des Films, in dem die glückliche Heiterkeit noch überwiegt, wenn auch die faschistische und antisemitische Realität immer näher rückt. Die Handlung macht einen Sprung fünf Jahre nach vorn und mitten hinein in die bedrohliche Katastrophe. Guido und Dora sind verheiratet und haben einen kleinen Sohn, Giosuè. Die kindlichen Fragen nach antijüdischen Äußerungen und Gefühlen beantwortet der Vater mit der wunderbaren Leichtigkeit bagatellisierender einfacher Erklärungen - einleuchtend für das Kind und bewegend für uns heutige, wissende Erwachsene. Der Komiker Benigni hat hier als Komiker, Darsteller wie Autor, größere, weisere Momente als Chaplin sie je hatte.

Subversiver, schwärzer wird der Humor, der an den brillant unerbittlichen Witz der Marx Brothers erinnert, von dem Augenblick an, als Vater und Sohn ins Konzentrationslager abtransportiert werden. Dora, die keine Jüdin ist, besteht darauf, mit ihrer Familie den fatalen Güterzug zu besteigen - und wird natürlich durch die Einweisung ins Frauenlager von Guido und Giosuè getrennt. Wie der Vater für den Sohn den Horror des Lagers in ein pfiffiges Spiel verwandelt, mit dem Makabren Scherz treibt - das ist ein Ausdruck unendlicher Liebe und verzweifelter Angst. Er will das Kind vor den Schrecken schützen und fürchtet sich dabei selbst vor dem Schlimmsten. Nach und nach werden unzählige Lagerinsassen in die Gaskammern geschickt, Erwachsene wie Kinder. Und doch gelingt es Guido, sich immer wieder etwas Neues für Giosuè einfallen zu lassen - das Fehlen der Mutter, das wenige und schlechte Essen, seine auf den Arm tätowierte Nummer, die primitive Schlafsituation, die brüllenden Wachoffiziere werden mit der unerschöpflichen väterlichen Phantasie zu spannenden Spielmomenten. Guido versucht, gegen seine immer größere Angst und für ein Überleben zumindest von Giosuè und Dora zu kämpfen.

Die Stärke von Benignis Film liegt vor allem in seiner grandiosen schauspielerischen Leistung und seiner Sensibilität und sicheren Gratwanderung als Autor und Erfinder dieser surrealen Fabel, die doch der Wahrhaftigkeit des Themas so erschütternd nahe kommt. Man kann lachen und weinen wie im besten klassischen Kino. Und - auch Märchen sind, bei aller Romantik, im Grunde grausam. Wie die Realität, die nicht immer die Fiktion übertrifft. Roberto Benigni fabuliert intelligent und kühn. Er gewinnt der Filmkunst einen neuen Umgang mit der Wahrheit der Emotionen ab.fh.

Das Leben ist schön

Darsteller:  Roberto Benigni   als Guido
  Nicoletta Braschi   als Dora
  Giustino Durano   als Onkel
  Sergio Bustric   als Ferruccio
  Marisa Paredes   als Doras Mutter
  Horst Buchholz   als Dr. Lessing
  Lidia Alfonsi   als Giucciardini
  Giuliana Lojodice   als Schulleiterin
  Giorgio Cantarini   als Giosue
 
Regie:  Roberto Benigni  
Drehbuch:  Vincenzo Cerami  
  Roberto Benigni  
Produzent:  Elda Ferri  
  Gianluigi Braschi  
Ausf. Produzent:  Mario Cotone  
Kamera:  Tonino Delli Colli  
Schnitt:  Simona Paggi  
Musik:  Nicola Piovani  
Produktionsdesign:  Danilo Donati  
Kostüme:  Danilo Donati  
Ton:  Tullio Morganti  

Schauspiel-Legende Horst Buchholz verstorben

Der deutsche Schauspieler Horst Buchholz ist tot. Laut Pressemeldungen ist der international renommierte Kino- und Fernsehdarsteller am Montag Nachmittag im Alter von 69 Jahren in der Berliner Charité verstorben.

Verstarb im Alter von 69 Jahren: Horst Buchholz

Verstarb im Alter von 69 Jahren: Horst Buchholz

Wie gestern Abend bekannt wurde erlag Horst Buchholz "einer schweren Krankheit". Er habe zwar die optimale Therapie erhalten, die Erkrankung sei jedoch schon zu weit fortgeschritten gewesen, gab eine Sprecherin der Charité bekannt. Erst Mitte Februar war Buchholz wegen eines Oberschenkelhalsbruchs nach einem wochenlangen Aufenthalt in einer Reha-Klinik entlassen worden.

Nachdem Buchholz bereits mit Paraderollen in "Die Halbstarken" und "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" ein nationaler Star war, gelang ihm 1959 mit dem Film "Tiger Bay" auch der internationale Durchbruch. Seine große Zeit hatte das ehemalige Teenie-Idol in den 60er-Jahren, wo er unter anderem für Billy Wilder in "Eins, zwei, drei" vor der Kamera stand und den Westernklassiker "Die glorreichen Sieben" drehte.

Zuletzt lebte Buchholz sehr zurückgezogen und trat nur noch gelegentlich im Fernsehen und auf der Bühne auf. Seinen letzten großen Kinoerfolg feierte "Hotte" in Roberto Benignis "Oscar"-prämierten Meisterwerk "Das Leben ist schön".

Star

Roberto Benigni

Kinder sind seine Liebe und seine Nemesis. In dem von ihm inszenierten, geschriebenen und gespielten Welterfolg "Das Leben ist schön"...

Star

Horst Buchholz

"Karriere kam klotzig über mich", sagte er einmal im Rückblick. Der von Verehrern liebevoll "Hotte" genannte Berliner vom Prenzlauer Berg...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Weitere Clips zum Film

 

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.