
Schon der neckische Vorspann lässt auf einen Film hoffen, der durch seinen Übermut aus dem Fernsehalltag herausragt. Irreführend ist allein der Titel: Friedrich Nietzsche wird zwar hin und wieder zitiert, doch ansonsten stehen die drei Hauptfiguren der Geschichte mitten im Leben. Oder richtiger gesagt: Sie bereiten sich gerade darauf vor.
Pablo, Scott und Amundsen (Christian Näthe, Oliver Bröcker, Josef Heynert) studieren in Heidelberg, haben aber kaum Muße, sich auf das ohnehin wenig prickelnde Studium zu konzentrieren: Liebe ist einfach wichtiger. Pablo wird gerade, ohne es zu merken, von seiner Freundin Caitlin (Alexandra Schalaudek) abserviert. Amundsen geht's genau andersrum: Er empfindet Charlotte (Jasmin Schwiers) als Klette. Solche Sorgen hätte Scott auch gern: Er schmachtet von Ferne die hübsche neue Mitbewohnerin im Wohnheim an, hält sich aber für viel zu dick und traut sich daher nicht, sie anzusprechen.
Kompensation im grauen Alltag bietet den drei Freunden ein gemeinsames Drehbuchprojekt: Sie schreiben einen Krimi, in den die Handlung immer wieder abdriftet. Weil ihnen aber die Mädels nicht aus dem Kopf gehen, unterhalten sich die Kommissare plötzlich über ihre Frauengeschichten, worüber der gerade befragte Zeuge etwas ungehalten wird. Dieser spielerische Umgang mit den verschiedenen Ebenen, der genaue Blick aufs Studentenleben sowie die jungen Darsteller machen aus "Das Leben der Philosophen" ein trotz gelegentlicher melancholischer Phasen gutgelauntes Regiedebüt (Holger Haase), das viel Freude bereitet. Da kann es zum Beispiel schon mal passieren, dass sich die Figuren plötzlich in einem Bollywood-Musical wiederfinden.
Am Ende kriegt jeder, was er verdient: Der leicht ungeschlachte Scott, der noch in seiner Benjamin-Blümchen-Bettwäsche schläft, bekommt sein Date mit der süßen Traumfrau, Pablo entdeckt, dass sein Glück die ganze Zeit zum Greifen nah war, und Amundsen ist endlich frei. tpg.
| Darsteller: | Christian Näthe | als Pablo | |
|---|---|---|---|
| Josef Heynert | als Amundsen | ||
| Oliver Bröcker | als Scott | ||
| Jasmin Schwiers | als Charlotte | ||
| Alexandra Schalaudek | als Caitlin | ||
| Vera Baranyai | als Louise | ||
| Oona Devi Liebich | als Magda | ||
| Michael Kessler | als Schwerter | ||
| Waldemar Kobus | als Salzbrücker | ||
| Markus Knüfken | als Säckle | ||
| Stephan Benson | als Petit-Jean | ||
| Regie: | Holger Haase | ||
| Drehbuch: | Patrick Gurris | ||
| Produzent: | André Zoch | ||
| Martin Bach | |||
| Sebastian Hünerfeld | |||
| Kamera: | Christoph Valentien | ||
| Schnitt: | Dennis Eichstädt | ||
| Musik: | Putte | ||
| Produktionsdesign: | Stephanie Brenne | ||
| Kostüme: | Monika Gebauer | ||
| Ton: | Oliver Roggow | ||
| Casting: | Birgit Geier | ||
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