Kristo Ferkic
Joanna Ferkic
Vijessna Ferkic
Regie: Cyrill Boss, ...
Verleih: Constantin
Familie Laroche ist erst vor Kurzem in eine altehrwürdige Villa gezogen. Als die Eltern verreist sind, und der elfjährige Viktor und seine zwei älteren Schwestern allein das Haus hüten, tut sich reichlich Merkwürdiges. Nachdem Viktor erst ein ausgestopftes Krokodil und dann das Tagebuch seiner Großcousine Cäcilie findet, die vor vielen Jahren unter ungeklärten Umständen im Haus gestorben ist.

Mit der Neuinterpretation des 70er Jahre Kult-TV-Serien-Thrillers für Kinder erweist sich das Regie-Duo Cyrill Boss und Philipp Stennert erstmals auch im Krimi-Genre als sattelfest.
Man kennt sie als versierte, detailverliebte und filmhistorisch bewanderte Regisseure von Krimi-Persiflagen ("Neues vom Wixxer") und Krimikomödien ("Jerry Cotton"). Bei ihrer dritten gemeinsamen Leinwandarbeit lassen Cyrill Boss und Philipp Stennert Comedy und Parodie hinter sich. Denn "Das Haus der Krokodile" ist handfester Gruselkrimi und packende Detektivstory zugleich, umwoben von einer unheimlichen Haunted-House-Atmosphäre. Und obwohl hier der Altmeister des Suspense, Mister Alfred Hitchcock, für die eine oder andere Sequenz Pate gestanden haben mag, ist diese raffinierte Neuinterpretation des gleichnamigen 70er Jahre Kult-TV-Thrillers keineswegs knallharte Kost für Erwachsene, sondern, wie auch schon das Original mit Tommi Ohrner, ein Thriller für Kinder. Das bedeutet, Boss und Stennert müssen immer wieder Tempo und Spannung aus ihrem Plot herausnehmen, um die Zielgruppe der acht- bis 13-jährigen Jungen und Mädchen nicht zu lange und zu sehr auf die Folter zu spannen. Dafür nutzen sie jedoch jeden Quadratzentimeter ihres Spielortes, eine altehrwürdige Villa mit schrulligen, auch etwas unheimlichen Bewohnern, um ihr Publikum bei Laune zu halten, oder treffender gesagt, dessen Nerven zu strapazieren. Dies gilt auch für den elfjährigen Viktor, glaubwürdig und sympathisch verkörpert von Kristo Ferkic, der vom stockdunklen Keller über das verbotene Zimmer bis zum verstaubten Speicher im Zehn-Minuten-Takt seine unheimlichen Begegnungen mit merkwürdigen Mietern, mysteriösen Maskenmännern und monströsen Echsen (letztere "nur" als Albtraum) erlebt. Mit schönen visuellen Einfällen wie dem Einsatz von Bedrohung implizierender Fischaugenoptik und einem Versteckspiel hinter wehenden Bettlaken vertrauen Boss und Stennert angenehmerweise in erster Linie auf ihre Bilder und beschränken sich auf Dialogebene auf das Nötigste. Positiv fällt außerdem die Besetzung der erwachsenen Nebenrollen ins Gewicht. So sorgt Leinwandveteranin Gudrun Ritter als böse Frau Drebisch mit ihrem von Falten durchfurchten Antlitz ebenso für Schauer wie Christoph Maria Herbst ("Stromberg") als deren etwas debil wirkender, jede Menge Unbehagen ausstrahlender Sohn mit bis zu den Achseln hochgezogener Hose. Er darf bei einer peinlichen Gesangsnummer auf einer Geburtstagsfeier kurz auch sein Ausnahmetalent als Komiker aufblitzen lassen. Ansonsten ist dieses "Haus der Krokodile" nahezu humorfrei, und das ist auch gut so. Denn wann hat es im deutschen Kino einmal einen Film für Kinder gegeben, der nicht irgendwann in putzige Pumuckl- oder pinkfarbene Prinzessin Lillifee-Harmlosigkeit abdriftet? lasso.
| Darsteller: | Kristo Ferkic | als Viktor | |
|---|---|---|---|
| Joanna Ferkic | als Cora | ||
| Vijessna Ferkic | als Louise | ||
| Christoph Maria Herbst | als Friedrich Debisch | ||
| Gudrun Ritter | als Frau Debisch | ||
| Waldemar Kobus | als Herr Strichninsky | ||
| Elena Oechsner | als Cäcilie | ||
| Uwe Friedrichsen | als Herr Opitz | ||
| Dieter Schaad | als Onkel Gustav | ||
| Thomas Ohrner | als Viktors Vater | ||
| Katja Weitzenböck | als Viktors Mutter | ||
| Regie: | Cyrill Boss | ||
| Philipp Stennert | |||
| Drehbuch: | Eckhard Vollmar | ||
| Cyrill Boss | |||
| Philipp Stennert | |||
| Produzent: | Christian Becker | ||
| Buchvorlage: | Helmut Ballot | ||
| Schnitt: | Cornelie Strecker | ||
| Musik: | Helmut Zerlett | ||
| Christoph Zirngibl | |||
| Produktionsdesign: | Matthias Müsse | ||
| Kostüme: | Mo Vorwerck | ||
| Maske: | Nadine Schränkler | ||
| Nadine Scherer | |||
| Ton: | Thorsten Bolzé | ||
| Casting: | Daniela Tolkien | ||
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