Originaltitel: Tutta la vita davanti
Italien 2008
Isabella Ragonese
Micaela Ramazzotti
Sabrina Ferilli
Regie: Paolo Virzì
Verleih: Movienet
Die junge Sizilianerin Marta hat ihr Philosophiestudium mit einer exzellenten Note abgeschlossen und muss schon bald feststellen, dass sich die Suche nach einem Job als schwierig erweist. Zufällig lernt sie Sonia kennen, die in einem Callcenter arbeitet. Marta freundet sich mit ihr an. Als eines Tages ein Job im Callcenter frei wird, zögert sie nicht lange. Dort wird sie konfrontiert mit einer Arbeitsphilosophie, in der nur Vermarktungsstrategien und Erfolg zählen - eine Welt, die Marta absolut fremd ist.

Gegen Berlusconis Italien mit multinationalen Konzernen und nationalen Medienimperien regt sich in einem kleinen Callcenter Widerstand.
Bella Italia, das war einmal. Heute zeigt sich das Land in dem die Zitronen blühen, als Ableger der USA mit allen negativen Seiten. In der Mediokratie Belusconis gibt es kein dolce far niente, sondern graue Arbeitslosigkeit. Auch die frisch promovierte Philosophieabsolventin Marta, die für eine ganze um ihre Chancen betrogene Generation steht, hatte sich das Leben nach dem Studium anders vorgestellt. Statt bei einem Verlag, einer Zeitung oder im Schuldienst landet sie als Nanny bei einer allein erziehenden Mutter und muss noch nebenbei in einem Callcenter wildfremden Leuten den Besuch eines Vertreters für "Multiple Italia" schmackhaft machen, einen Wasseraufbereiter, den niemand braucht. Klug googelt sie die Wohngegend der "Opfer" und führt "nachbarschaftliche" Gespräche. Mit bestem Erfolg. Bald wird sie von der Vorgesetzten, die die Mädchen gegeneinander ausspielt, nach Hause eingeladen und alles könnte wunderbar sein, wenn sich nicht plötzlich Martas Gewissen regen und sie mit einem Kollegen an die Presse gehen würde, die ganze Betrügerei auffliegen lässt.
Paolo Virzis Satire auf das gegenwärtige Italien, ein Ort des Ausverkaufs von Geist und Gefühl, ist eine fröhlich-böse Philippika über die Korrumpierbarkeit des Menschen, vor der selbst der engagierte Gewerkschafter, in den sich Marta verliebt, nicht gefeit ist. Sex, Lügen und Motivationsgesänge am Morgen, das ist der Stoff für die schöne neue Welt - und dazu ein bisschen Woody-Allen-Feeling. Jeder lässt irgendwann die Masken fallen, der ungetreue Konzernchef, den seine Geliebte im wahrsten Sinne des Wortes bluten lässt, die Vertreter-Truppe, die Kunden über den Tisch zieht, die Telefonmädels, die ihre Konkurrentinnen skeptisch beäugen. Was manchmal lustig wirkt, ist am Ende nur noch makabere Realität, "corporate behaviour". Die überspitzte Zeichnung der Figuren in dieser Tragikomödie mit Tanz- und Songeinlagen à la Bollywood sowie der schrille und unbekümmerte Stilmix sorgen für Leichtigkeit trotz des ernsten Themas. mk.
| Darsteller: | Isabella Ragonese | als Marta | |
|---|---|---|---|
| Micaela Ramazzotti | als Sonia | ||
| Sabrina Ferilli | als Daniela | ||
| Valerio Mastandrea | als Giorgio Conforti | ||
| Elio Germano | als Lucio 2 | ||
| Massimo Ghini | als Claudio | ||
| Mary Cipolla | als Martas Mutter | ||
| Giulia Salerno | als kleine Lara | ||
| Tatiana Farnese | als Senora Franca | ||
| Caterina Guzzanti | als Fabiana Lanza Campitelli | ||
| Valentina Carnelutti | als Maria Chiara | ||
| Paola Tiziana Cruciani | als Sonias Mutter | ||
| Niccolo Senni | als Sebastiano Mangiarotti | ||
| Regie: | Paolo Virzì | ||
| Drehbuch: | Francesco Bruni | ||
| Paolo Virzì | |||
| Produzent: | Paolo Virzì | ||
| Ausf. Produzent: | Daniele Mazzocca | ||
| Buchvorlage: | Michela Murgia | ||
| Kamera: | Nicola Pecorini | ||
| Schnitt: | Esmeralda Calabria | ||
| Musik: | Franco Piersanti | ||
| Produktionsdesign: | Davide Bassan | ||
| Kostüme: | Francesca Sartori | ||
| Ton: | Mario Iaquone | ||
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