Ulrich Noethen
Sebastian Koch
Piet Klocke
Regie: Tomy Wigand
Verleih: Constantin
Tunichtgut Jonathan (Hauke Diekamp) ist bereits von acht verschiedenen Internaten geflogen, als ihm ausgerechnet der berühmte Leipziger Thomanerchor eine letzte Bewährungschance einräumt. Eigentlich der festen Überzeugung, auch hier nicht allzu alt zu werden, belehrt ihn nichts Geringeres als die Macht der Kreativität eines Besseren. Ein zufällig in einem Bauwagen gefundenes Manuskript dient Jonathan und seinen frischgebackenen Freunden als Vorlage für eine Space-Oper in bester "Star Trek"-Tradition. Zunächst allerdings müssen Autoritäten gefoppt und die externen Feinde in ihre Schranken verwiesen werden.
Nach "Emil und die Detektive" und "Pünktchen und Anton" serviert das Produzentenduo Uschi Reich und Peter Zenk die dritte Erich Kästner-Adaption in Folge. Regie beim behutsam modernisierten Vergnügen führt Tomy Wigand ("Fußball ist unser Leben").
Mit phantastischen Darstellern präsentiert Tomy Wigand eine erfrischende Neuinterpretation von Erich Kästners großem Kinderbuch-Klassiker.
Es gab Zeiten, da hieß es, die Deutschen könnten "nur" erfolgreiche Komödien machen. Doch inzwischen haben unsere Regisseure ein weiteres Genre für sich entdeckt und zu Blockbuster-Reife geführt - den Kinderfilm.
Ob Animationsabenteuer wie "Der kleine Eisbär", Kinderbuchadaptionen wie "Das Sams" oder verfilmte Hörspiele wie "Bibi Blocksberg" - allesamt erreichten sie ein Millionenpublikum. Der Boom mit Werken für unseren Nachwuchs lässt sich außerdem an zwei Namen festmachen: Erich Kästner und Ulrich Noethen.
Während Ersterer für die Vorlagen einer ganzen Reihe von Remakes wie Franziska Buchs "Emil und die Detektive" oder Caroline Links "Pünktchen und Anton" verantwortlich zeichnet, hat sich Letzterer mit unwiderstehlichen Auftritten als Herr Taschenbier in "Das Sams" und als Bernhard Blocksberg im gleichnamigen Hexenspaß in beinahe jedes deutsche Kinderherz gespielt.
Mit "Das fliegende Klassenzimmer" treffen nun die beiden Künstler, die den deutschen Kinderfilm in den letzten Jahren entscheidend geprägt haben, aufeinander.
Der große Literat Kästner lieferte die Roman-Vorlage, und Noethen gibt in Tomy Wigands Neuverfilmung die zentrale Lehrerfigur des Dr. Justus Bökh, den Liebling aller Schüler des Thomaner-Internats in Leipzig. Und er tut dies so unaufdringlich-zurückhaltend und dennoch stets präsent, wie es dieser Charakter von ihm verlangt.
Dabei überlässt er großzügig das Feld den eigentlichen Hauptdarstellern, den jungen Pennälern: Da ist zum Beispiel Jonathan (Hauke Diekamp), der schon aus acht Schulen geflogen ist, aber bei den Thomanern wider Erwarten schnell Anschluss findet.
Oder Kreuzkamm Junior (François Göske), der sich mit seinem Vater (höchst überzeugend: Komiker Piet Klocke mit seinem Leinwand- Debüt) - zufällig Direktor des Internats - herrlich gewitzte Rededuelle liefert. Oder auch der kleine Uli (Hans Broich Wuttke), den mangelndes Selbstbewusstsein zu einer beinahe selbstmörderischen Mutprobe verleitet.
Aber nicht nur die von herausragenden Jungmimen verkörperten Rollen machen dieses "fliegende Klassenzimmer" besonders sehenswert. Der rätselhaft-legendäre "Nichtraucher" Eisenbahn-Waggon, ein Theaterstück, das alte Wunden wieder aufreißt, oder auch die unvermeidliche Schneeballschlacht mit den verhassten Externen zeigen, dass hier das Unmögliche möglich gemacht wurde - nämlich den Spagat, einen Stoff zu modernisieren, ohne dessen Geist zu manipulieren.
| Darsteller: | Ulrich Noethen | als Dr. Justus Bökh | |
|---|---|---|---|
| Sebastian Koch | als Bob "Nichtraucher" Uthofft | ||
| Piet Klocke | als Kreuzkamm senior | ||
| Anja Kling | als Kathrin | ||
| Hauke Diekamp | als Jonathan Trotz | ||
| Philipp Peter-Arnolds | als Martin Thaler | ||
| Frederick Lau | als Matz Selbmann | ||
| Hans Broich-Wuttke | als Uli von Simmern | ||
| François Goeske | als Kreuzkamm junior | ||
| Theresa Vilsmaier | als Mona | ||
| Regie: | Tomy Wigand | ||
| Drehbuch: | Henriette Piper | ||
| Hermine Kunka | |||
| Produzent: | Uschi Reich | ||
| Peter Zenk | |||
| Buchvorlage: | Erich Kästner | ||
| Kamera: | Peter von Haller | ||
| Schnitt: | Christian Nauheimer | ||
| Musik: | Niki Reiser | ||
| Moritz Freise | |||
| Biber Gullatz | |||
| Produktionsdesign: | Ingrid Henn | ||
| Ton: | Andreas Biegler | ||
Mit insgesamt neun Auszeichnungen war "Good Bye, Lenin!" der große Abräumer beim Deutschen Filmpreis.
Die Ost/West-Dramödie wurde mit dem Filmpreis in Gold und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Auch Hauptdarsteller Daniel Brühl erhielt den Publikumspreis. Er wurde außerdem für seinen Leistungen in "Elefantenherz" und "Good Bye, Lenin!" als bester Hauptdarsteller geehrt.
Auch die Preise für die beste Regie und den besten Nebendarsteller gingen an "Good Bye, Lenin!" (Wolfgang Becker, Florian Lukas). Als beste Nebendarstellerin wurde Corinna Harfouch ("Bibi Blocksberg") gefeiert. Eine Lola für die beste Hauptdarstellerin erhielt Hannelore Elsner für ihre Rolle in "Mein letzter Film".
Als bester Dokumentarfilm wurde "Rivers and Tides", als bester Kinder- und Jugendfilm "Das fliegende Klassenzimmer" ausgezeichnet.
In der Kategorie "Drehbuch" gingen die Preise an Almut Getto ("Fickende Fische") sowie Maggie Peren und Dennis Gansel ("Napola").
Zwei Filmpreise in Silber erhielten "Nackt" (Regie: Doris Dörrie) und Hans-Christian Schmids "Lichter", als bester ausländischer Film wurde Stephen Daldrys "The Hours" gewürdigt.
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