Neuverfilmung von Oscar Wildes skandalträchtigem Roman als schaurig-schönem Gothic-Horror mit Colin Firth als maliziösen Verführer. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto49/09490078/b150x150.jpg Das Bildnis des Dorian Gray

Filmdetails

Das Bildnis des Dorian Gray

Neuverfilmung von Oscar Wildes skandalträchtigem Roman als schaurig-schönem Gothic-Horror mit Colin Firth als maliziösen Verführer.


Das Bildnis des Dorian Gray
Start: 15.04.2010

Originaltitel: Dorian Gray

Drama / Horror

Großbritannien 2009
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Ben Barnes
Colin Firth
Ben Chaplin

Regie: Oliver Parker
Verleih: Concorde

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Inhalt

Dorian Gray kommt Ende des 19. Jahrhunderts nach London. Sein makelloses Aussehen öffnet ihm nicht nur die Türen der Gesellschaft, ihm liegen auch die Frauen und die aristokratische Welt zu Füßen. Unter den Fittichen des maliziösen Lord Henry Wotton lernt das Unschuldslamm bald hedonistische Freuden schätzen. Der homosexuelle Maler Basil Hallward hält in einem außergewöhnlichen Gemälde seine physische Ausstrahlung fest. Aus Angst vor Vergänglichkeit wünscht sich Gray, nur das Abbild möge altern, aber nicht er. Der Wunsch wird grauenvolle Wirklichkeit.


Kritik

Das Bildnis des Dorian Gray

Neuverfilmung von Oscar Wildes skandalträchtigem Roman als schaurig-schönem Gothic-Horror mit Colin Firth als maliziösen Verführer.

"Laster und Tugend sind dem Künstler Werkzeug für seine Kunst" schrieb Oscar Wilde zu seinem Roman, der sogar einen Unzuchtprozess im viktorianischen England gegen ihn ins Rollen brachte. Für moralische Entrüstung kann die Geschichte vom Jüngling, der aus dunklen Gründen trotz Ausschweifungen und Dekadenz seine perfekte Schönheit bewahrt, heute nicht mehr sorgen.

Wenn das sanfte Unschuldslamm Dorian Gray Ende des 19. Jahrhunderts nach London kommt, öffnet ihm sein makelloses Aussehen die Türen der Gesellschaft, liegen ihm die Frauen und die aristokratische Welt zu Füßen. Unter den Fittichen des maliziösen Lord Henry Wotton (Colin Firth unschlagbar gut) lernt er bald hedonistische Freuden schätzen. Der homosexuelle Maler Basil Hallward hält in einem außergewöhnlichen Gemälde seine physische Ausstrahlung fest. Aus Angst vor Vergänglichkeit wünscht sich Gray, nur das Abbild möge altern nicht er. Der Wunsch wird grauenvolle Wirklichkeit.

Schon 1913 gab es eine erste Stummfilmversion, 1970 spielte Helmut Berger den amoralischen Lebemann, dem nichts heilig war. Regisseur Oliver Parker, der seine Laufbahn im Theater begann und gemeinsam mit Clive Barker Horrorshows auf die Bühne brachte, packt die Gelegenheit beim Schopf, sich dem Horrorgenre wieder anzunähern, setzt weniger auf diskrete Andeutungen als auf direkte blutige Gruseltaten, obgleich er mit "Ernst sein ist alles" und "Ein perfekter Ehemann" schon solide Wilder-Adpation ablieferte. Die Modernisierung dieser schaurig-schönen Geschichte mündet im wüsten Gothic-Horror, der wenig Platz für ausdifferenzierte Charakterzeichnung lässt, sondern das Klischee der Verruchtheit feiert mit Opiumhöhlen, Alkoholexzessen und Sexorgien. Es reicht nicht der rapide Verfall des Bildes und die Reduzierung zu einer hässlichen Teufelsfratze, es krabbeln Maden, während Gray im Kreise seiner im Alter an Mumien erinnernden Freunde, in toter Jugendlichkeit erstarrt. Trotz exzellenter Ausstattung, wirkungsvollem Ästhetizismus des Fin de siècle und wunderbarer Schauspieler ist die Suggestivkraft des düsteren Zaubers der literarischen Vorlage nur in Ansätzen zu spüren, die Gebrochenheit eines Menschen, dem das Menschliche abhanden gekommen ist. mk.

Das Bildnis des Dorian Gray

Darsteller:  Ben Barnes   als Dorian Gray
  Colin Firth   als Lord Henry Wotton
  Ben Chaplin   als Basil Hallward
  Rebecca Hall   als Emily Wotton
  Fiona Shaw   als Agatha
  Emilia Fox   als Lady Victoria Wotton
  Rachel Hurd-Wood   als Sybil Vane
  Douglas Henshall   als Alan Campbell
  Caroline Goodall   als Lady Radley
  Maryam D'Abo   als Gladys
  Jo Woodcock   als Celia Radley
  Max Irons   als Lucius
 
Regie:  Oliver Parker  
Drehbuch:  Toby Finlay  
Produzent:  Barnaby Thompson  
Ausf. Produzent:  Paul Brett  
  James Hollond  
  Xavier Marchand  
  James Spring  
Buchvorlage:  Oscar Wilde  
Kamera:  Roger Pratt  
Schnitt:  Guy Bensley  
Musik:  Charlie Mole  
Produktionsdesign:  John Beard  
Kostüme:  Ruth Myers  
Maske:  Jeremy Woodhead  
Casting:  Lucy Bevan  

"Diese Rolle ist eigentlich unmöglich"

Oliver Parker ging es bei "Das Bildnis des Dorian Gray" vor allem darum, den Oscar-Wilde-Klassiker für ein junges Publikum aufzubereiten.

Großansicht Oliver Parker hat mit "Dorian Gray" nach "Ernst sein ist alles" und "Ein perfekter Ehemann" bereits den dritten Oscar-Wilde-Stoff verfilmt

Oliver Parker hat mit "Dorian Gray" nach "Ernst sein ist alles" und "Ein perfekter Ehemann" bereits den dritten Oscar-Wilde-Stoff verfilmt

Wie viele der früheren Verfilmungen haben Sie sich zur Vorbereitung angesehen?
OLIVER PARKER: Es gibt einige Versionen, die fürs Fernsehen entstanden sind, aber fürs Kino ist meines Erachtens nur eine wirklich ernsthafte Verfilmung entstanden - 1946 mit George Sanders. So gut dieser Film auch ist, er wirkt nach über 60 Jahren ziemlich veraltet. Da war es höchste Zeit, mit einer neuen Verfilmung ein jüngeres Publikum anzusprechen.

Wie sind Sie vorgegangen, um die Geschichte aufzufrischen?
Während die Figur des Dorian Gray in der alten Verfilmung eher distanziert angelegt wurde, lag mir viel daran, sie fürs Publikum emotionaler zu gestalten - eine kleine Änderung, aus der ein ganz anderer Film entstanden ist. Die alte Verfilmung ist auch viel langsamer erzählt, das Tempo wird den Sehgewohnheiten jüngerer Zuschauer nicht mehr gerecht. Auch da mussten wir uns etwas einfallen lassen und bauten Thrillerelemente ein.

Sie stellen Dorian Gray mit etlichen Erotikszenen auch verführerischer dar. Gab es Diskussionen, wie weit Sie gehen dürfen?
Wir mussten manche Szenen etwas entschärfen, um in Großbritannien eine Altersfreigabe ab 15 Jahren zu bekommen. Mir war es wichtiger, ein junges Publikum anzusprechen, als auf meiner Fassung zu bestehen. Letztendlich unterscheidet sich die jetzige Fassung gar nicht so sehr von der Ursprungsfassung. Vielleicht wird sie irgendwann auf DVD erscheinen.

In Großbritannien ist der Film bereits als DVD erhältlich. Kommt der Film nicht sehr spät auf deutsche Leinwände?
Er ist auch gerade erst in Russland und Italien in den Kinos gestartet. Jedes Land entscheidet selbst, wann der beste Zeitpunkt ist. Natürlich stellt sich die Frage, ob eine internationale Kinoauswertung überhaupt sinnvoll ist, aber ich glaube, dass das Kino immer noch der beste Ort ist, um sich einen Film anzusehen.

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Das Zeitfenster zwischen Kinoauswertung und multimedialer Veröffentlichung wird immer kleiner.
Mir wäre es lieber, den Zeitpunkt der DVD-Veröffentlichung so weit wie möglich nach hinten zu legen, damit ein Film überhaupt eine Chance im Kino hat. Andererseits will ich die DVD auch nicht schmälern. Es ist natürlich toll, dass sich ein zweiter Markt entwickelt hat.

Wie lange mussten Sie nach einem Hauptdarsteller suchen?
Im Grunde genommen ist es unmöglich, diese Rolle zu besetzen. Wie sieht der schönste Mensch auf Erden aus? Da hat jeder seine eigenen Vorstellungen. Produzent Barnaby Thompson schlug Ben Barnes vor, ich war mir anfangs nicht so sicher.

Wie viele Kandidaten haben Sie sich für die Besetzung der Hauptrolle angesehen?
Ben war der einzige. Danach ging alles ziemlich schnell. Colin Firth als Lord Henry hatten wir zuerst besetzt. Für "Das Bildnis des Dorian Gray" brauchte ich wegen der visuellen Effekte ein höheres Budget, und dafür musste ein großer Name auf der Besetzungsliste her.

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Nach "Das Bildnis des Dorian Gray" haben Sie die Fortsetzung zu Ihrem "Die Girls von St. Trinian" gedreht. Wurde sie bereits nach Deutschland verkauft?
Es gibt wohl Verhandlungen über "St. Trinian's 2: The Legend of Fritton's Gold" mit deutschen Verleihern, aber ich bin darin nicht involviert. Ich kann nur sagen, dass die Fortsetzung in Großbritannien genauso gut ankam wie "der erste Teil". Es kann sein, dass der Humor einfach zu britisch ist, um damit internationale Erfolge feiern zu können. Aber davon lassen wir uns den Spaß nicht verderben, es ist ein dritter Teil geplant, bei dem ich allerdings nur als Produzent agieren werde.

Was Ist Ihr nächstes Projekt als Regisseur?
Ich schwanke zwischen einer weiteren Komödie und einem Spionagethriller. Sicherer ist der Spionagefilm nach "On Green Dolphin Street" von Sebastian Faulks. Die Geschichte spielt in Washington D.C., als sich Nixon und J.F. Kennedy für die Präsidentschaftswahl aufstellen ließen. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Frau eines Angehörigen der britischen Botschaft auf eine Affäre mit einem US-Journalisten ein, der in den Verdacht gerät, ein Spion zu sein.

Steht schon fest, wer mitspielen wird?
Sobald wir grünes Licht bekommen, fangen wir mit der Besetzung an. Eine Herausforderung wird es sein, Amerika in den 60ern nachzustellen, zumal der Dreh hauptsächlich in Großbritannien stattfinden soll.

Star

Ben Barnes

* 20.08.1981

Star

Colin Firth

Englands Mann für alle Jahreszeiten, Kostüme und Leidenschaften - der Brite Colin Firth ist mit zwei Rollen zu einem kulturellen Markenzeichen...

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