Originaltitel: Ghosts of Mississippi
USA 1996
Alec Baldwin
Whoopi Goldberg
James Woods
Regie: Rob Reiner
Verleih: Concorde
Mississippi, 1963. Vor den Augen seiner Familie wird der schwarze Bürgerrechtler Medgar Evers ermordet, gerichtet von der Kugel des Ku-Klux-Klan-Mitglieds Beckwith, der einer Strafverfolgung in zwei fragwürdigen Prozessen entkommt. Bis Staatsanwalt Bobby DeLaughter 26 Jahre später den Schand-Fall amerikanischer Rechtsprechung wiederaufzurollen beginnt.

Im Vorfeld als heißer Oscar-Kandidat gehandelt, enthüllt sich "Ghosts Of Mississippi" als kompetent inszeniertes und gespieltes, liberales, doch zu glattes Bürgerrechtsdrama, dem inhaltliche und emotionale Höhepunkte fehlen. Zu vorhersehbar entwickelt sich die Geschichte der juristischen Verfolgung eines rassistischen Mörders, den erst nach über 30 Jahren der lahme Arm des Gesetzes trifft. Ehrenwertes, aber auch etwas blutleeres Kino, das an der Kasse ganz auf seine Stars setzen muß.
Erstklassig, aber mit einer zu kleinen Rolle abgespeist, Whoopi Goldberg, die mühelos ihre meist clowneske filmische Vergangenheit vergessen läßt und wie schon in "Die Farbe Lila" oder "Der lange Weg" dramatisch überzeugt. Sie spielt Myrlie Evers, die zu Beginn des Films ihren Mann, einen couragierten schwarzen Bürgerrechtler, in ihren Armen sterben sieht. Erschossen vom Klu-Klux-Klan-Mitglied Byron De La Beckwith (sonnt sich als Widerling: James Woods), der trotz erdrückender Beweise in zwei Prozessen den Gerichtssaal als freier Mann verläßt. Erst 1989, 26 Jahre nach der Tat, beginnt Staatsanwalt Bobby DeLaughter (souverän, aber nicht übermäßig gefordert: Alec Baldwin) den Fall wieder aufzurollen, gegen einflußreiche Kräfte aus dem politischen Establishment, den Ku-Klux-Klan und das kollektive Vergessen. Daß Baldwin als Mitglied feudaler Südstaatenkreise, die mit der Tat des Mörders zumindest sympathisierten, vor der eigenen Türe fegt, daß Beckwith wiederholt als gemeingefährliches Monster beschrieben wird, sorgt nur kurzfristig für aufgestellte Haare, die sich schnell legen, als dramatische Konsequenzen ausbleiben. Von einer Bombendrohung abgesehen, behindern letztlich nur Schweigen und Lügen die Ermittlungen, werden Baldwins anfangs sorgfältig eingeführte Helfer (darunter "Fargo"-Spießer William H. Macy) bald arbeitslos. Nach etwa 90 Minuten Vorbereitung, die für fünf Jahre im realen, auuthentischen Fall stehen, beginnt der wiederaufgenommene Prozeß, der ohne Überraschungen einem vorhersehbaren Finale entgegensteuert, in dem Regisseur Rob Reiner wie schon in "Eine Frage der Ehre" auf Pathos statt besinnliche Zurückhaltung setzt. So spuken sie nicht lange im Kopf, die "Ghosts of Mississippi", weil Reiner ihren subtilen Auswüchsen (Baldwin hat keine afro-amerikanischen Freunde, er singt seiner Tochter das Dixie-Traditional) weniger Platz als seinem plakativen Muster-Fall einräumt. So bleibt ein ordentlicher, aber spannungsarmer Film zurück, der nie den Zorn, die emotionale Sprengkraft, aber immerhin das Einspiel von "Mississippi Burning" (ca. 211.000 Zuschauer) übertreffen kann. kob.
| Darsteller: | Alec Baldwin | als Bobby DeLaughter | |
|---|---|---|---|
| Whoopi Goldberg | als Myrlie Evers | ||
| James Woods | als Byron De La Beckwith | ||
| Craig T. Nelson | als Ed Peters | ||
| Susanna Thompson | als Peggy Lloyd | ||
| Lucas Black | als Burt DeLaughter | ||
| William H. Macy | als Charlie Crisco | ||
| Lloyd "Benny" Bennett | als Benny Bennett | ||
| James Pickens Jr. | als Medgar Evers | ||
| Virginia Madsen | als Dixie DeLaughter | ||
| Wayne Rogers | als Morris Dees | ||
| Bill Cobbs | als Charlie Evers | ||
| Joseph Tello | als Drew DeLaughter | ||
| Alexa Vega | als Claire DeLaughter | ||
| Darrell Evers | als Darrell Evers | ||
| Yolanda King | als Reena Evers | ||
| Regie: | Rob Reiner | ||
| Drehbuch: | Lewis Colick | ||
| Produzent: | Frederick Zollo | ||
| Nicholas Paleologos | |||
| Andrew Scheinman | |||
| Rob Reiner | |||
| Koproduzent: | Frank Capra III. | ||
| Ausf. Produzent: | Jeffrey Stott | ||
| Charles Newirth | |||
| Kamera: | John Seale | ||
| Schnitt: | Robert Leighton | ||
| Musik: | Marc Shaiman | ||
| Produktionsdesign: | Lilly Kilvert | ||
| Kostüme: | Gloria Gresham | ||
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