Originaltitel: Dark Water
USA 2005
Jennifer Connelly
John C. Reilly
Tim Roth
Regie: Walter Salles
Verleih: Buena Vista
Die Welt hat schon mal schöner ausgesehen für Dahlia Williams (Jennifer Connelly) und ihre kleine Tochter Ceci (Ariel Gade). Weil aber die schmutzige Scheidung vom Ex in die dritte Runde geht, die gute Schule der Tochter finanziert und nebenbei die Existenz in einer neuen Stadt aufgebaut werden muss, zieht die Kleinfamilie ins billigste Appartement am Platz. Dort entdeckt sie jedoch schnell das Phänomen eines mysteriösen Wasserflecks, der sich zu einem Alptraum entwickelt.
Bonjour Tristesse! Einmal mehr dient ein Werk des "Ring"-Schöpfers Hideo Nakata als Vorlage für ein angemessen stimmungsvolles Hollywood-Remake.
Bewegend und beklemmend: Hollywoods Top-Talente schufen einen Mystery-Schocker, der mit Spannung und Atmosphäre überzeugt.
Remakes japanischer Horrorstreifen gab es bereits mehrere, doch noch nie war die filmische Umsetzung so gelungen. So wie Roman Polanski in "Rosemaries Baby" nimmt Starregisseur Walter Salles ("Motorcycle Diaries") seinen Mystery-Schocker und seine Charaktere ernst.
In erster Linie erzählt er von der geschiedenen jungen Mutter Dahlia (Jennifer Connelly), die ein neues Leben beginnen und ihrer kleinen Tochter Ceci ein neues Zuhause geben will. Die Situation wird nicht leichter, als es zu einem erbitterten Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann kommt und sich in der heruntergekommenen Wohnung, die sie beziehen, merkwürdige Dinge ereignen. Gespenstische Wassereinbrüche und seltsame Geräusche häufen sich.
Weil dieses Szenario glaubwürdig vermittelt wird, von den psychologischen Details bis zur bedrückenden Atmosphäre, wirkt "Dark Water" ungemein beklemmender als seine Vorgänger.
Nicht zufällig finden sich einige der besten Charakterdarsteller Hollywoods bei der Besetzung, von Oscarpreisträgerin Jennifer Connelly ("Beautiful Mind") bis zu John C. Reilly ("Aviator"). Thriller in Edelkultur.
| Darsteller: | Jennifer Connelly | als Dahlia Williams | |
|---|---|---|---|
| John C. Reilly | als Mr. Murray | ||
| Tim Roth | als Jeff Platzer | ||
| Dougray Scott | als Kyle | ||
| Pete Postlethwaite | als Veeck | ||
| Camryn Manheim | als Lehrerin | ||
| Ariel Gade | als Cecilia | ||
| Perla Haney-Jardine | als Natasha/Junge Dahlia | ||
| Debra Monk | als Lehrerin der jungen Dahlia | ||
| Shelley Duvall | |||
| Regie: | Walter Salles | ||
| Drehbuch: | Rafael Yglesias | ||
| Produzent: | Takashige Ichise | ||
| Bill Mechanic | |||
| Roy Lee | |||
| Doug Davison | |||
| Koproduzent: | Diana Pokorny | ||
| Ausf. Produzent: | Ashley Kramer | ||
| Buchvorlage: | Koji Suzuki | ||
| Kamera: | Affonso Beato | ||
| Schnitt: | Daniel Rezende | ||
| Musik: | Angelo Badalamenti | ||
| Produktionsdesign: | Thérèse DePrez | ||
| Andrew Stearn | |||
| Nicholas Lundy | |||
| Kostüme: | Michael Wilkinson | ||
| Ton: | Glen Gauthier | ||
| Casting: | Mali Finn | ||
| Tina Gerussi | |||
Sie ist Oscar-Preisträgerin und eine der schönsten Frauen Hollywoods. Mit "Dark Water" ist Jennifer Connelly dabei, endlich ein Superstar zu werden.
Als besorgte Mutter in "Dark Water" am Rand der Verzweiflung: Jennifer Connelly (Foto: Buena Vista)
» Frau Connelly, mit "Dark Water" kehren Sie zu Ihren Wurzeln, dem Horrorfilm, zurück.
JENNIFER CONNELLY: Moment, wenn Sie auf eine frühe Arbeit von mir mit Dario Argento anspielen, muss ich sie enttäuschen. Das ist doch wirklich schon sehr lange her. Ich war gerade einmal 14 Jahre alt und habe seither nicht wieder in einem Horrorfilm mitgespielt. Und damals habe ich doch auch nur deshalb mitgespielt, weil ich den Haarschnitt von Argento so ulkig fand.
Warum man mich immer wieder darauf anspricht, kann ich nicht verstehen. Überhaupt: "Dark Water" ist doch gar kein Horror.
» Zumindest hat er nicht die konsequente Gruselatmosphäre der japanischen Vorlage von Hideo Nakata.
Mich hat der Film interessiert, weil mir diese Figur gefallen hat. Da war es mir eigentlich egal, um welches Genre es sich handelt. Ich wusste gleich beim Lesen des Drehbuchs, dass ich mich in diese Frau vertiefen kann. Das ist mir ausgesprochen wichtig: Wenn ich so viel Zeit in etwas stecke, will ich mich nicht darüber ärgern, während ich es mache. Vielmehr will ich mich hineinsteigern können.
Und so war das bei diesem Film. Dass er sich als Psychothriller entpuppte, in dem zwar das Psychogramm der Mutter im Mittelpunkt steht, der aber auch spannend und unterhaltsam ist, war für mich zunächst sekundär.
» Von Vorteil war es gewiss, dass Sie mittlerweile selbst zweifache Mutter sind.
Ich konnte einzelne Dinge sicherlich besser nachvollziehen. Sicherlich kann ich die Angst besser verstehen, die sie um ihre Tochter hat. Denn es ist eine Angst, die man als Mutter kennt, auch wenn sich meine Kinder noch nie in einer vergleichbar bedrohlichen Situation befunden haben.
Aber als Schauspieler muss man etwas auch spielen können, ohne dass man selbst weiß, wie es sich exakt anfühlt. Deshalb übt man den Beruf ja aus.
» Ihnen ist also nicht wichtig, dass Sie sich mit Ihren Filmfiguren identifizieren können?
Überhaupt nicht. "Dark Water" hat gewiss nichts mit mir oder meinen Fantasien zu tun. Es ist auch nicht meine Aufgabe, mein eigenes Leben als Inspirationsquelle anzuzapfen. Ich will vielmehr in Filmen mitspielen, die von etwas Neuem handeln und mich entsprechend fordern.
» Das trifft auf "Dark Water" sicherlich zu. Sie sind fast in jeder Einstellung des Films zu sehen.
Bill Mechanic, der Produzent des Films, soll gesagt haben, ich sei der Film. Das finde ich natürlich maßlos übertrieben, auch wenn es mir schmeichelt. Beim Lesen des Drehbuchs war mir das gar nicht richtig aufgefallen, dass sich wirklich alles um meine Figur dreht. Da war ich einfach nur gefesselt von der Geschichte und den Figuren. Als man mir dann den Drehplan zuschickte, war ich fast ein wenig erschrocken: Da drehte sich auf einmal wirklich alles um mich.
50er-Jahre-Ambiente mit Nick Nolte in "Nach eigenen Regeln" (Foto: Intertainment (Central))
» War Ihnen das zu viel?
Ich war nur nicht ganz sicher, ob ich das packen würde. Aber diese konzentrierte tägliche Arbeit gefiel mir dann doch richtig gut. So intensiv habe ich mich eigentlich noch nie in eine Rolle vertiefen können. Das war eine tolle Erfahrung.
» Und Sie konnten umso enger mit Regisseur Walter Salles arbeiten, der zum ersten Mal eine amerikanische Produktion inszenierte.
Das ist richtig. Ich kannte seine frühen Filme, "Central Station" und "Hinter der Sonne", und war unglaublich gespannt auf die Zusammenarbeit. Es war traumhaft, weil Walter mich immer wieder anfeuerte, neue Dinge auszuprobieren. Ich habe Seiten an mir entdeckt, die ich überhaupt noch nicht kannte. Aber genau das war so reizvoll.
In "Haus aus Sand und Nebel" kämpft Connelly als einsame Alkoholikerin um ihr Haus (Foto: Kool (Central))
» Muss man selbst ein gefestigter Mensch sein, wenn man in einer Rolle derart ans Limit geht, wie Sie es tun?
Ich weiß nicht, ob man das sein muss, aber hoffe einfach, dass ich das bin. Sonst könnte ich als Mutter doch gar nicht bestehen. Sicher gab es Zeiten, in denen ich mit mir gerungen habe, in denen ich mir überhaupt erst einmal klar werden musste, warum ich als Schauspielerin arbeite.
Ich stehe seit meinem elften Lebensjahr vor der Kamera. Irgendwann muss man einfach einmal einen Schritt zurücktreten und sich überlegen, was man da eigentlich macht - und ob man es wirklich machen will.
» Was haben Sie dabei entdeckt?
Dass mir die Leidenschaft gefehlt hat, wirklich eine Filmfigur zu schaffen. Die Filmrollen begannen dafür, so langsam von meinem Leben Besitz zu ergreifen. Weil ich gar nicht so recht wusste, wer ich selbst bin. Heute ist das anders. Ja, ich fühle mich gefestigt - als Schauspielerin und als Mensch.
» Hat der Gewinn des Oscars dazu beigetragen?
Er hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Filmangebote besser wurden. Früher wurde ich gern einmal auf mein Aussehen reduziert, während man nicht so recht auf mein Talent schaute. Der Oscar verschafft einem den nötigen Respekt. So kam es dann, dass ich, wie bei "Haus aus Sand und Nebel", auf einmal eine tolle Rolle bekam, obwohl sie für eine Blondine vorgesehen war.
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