Ehemalige Fassbinder-Stars inszenieren und spielen eine halb dokumentarische Story über Deutschlands schillernden "Superstar". http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz22/z0422431/b150x150.jpg Daniel, der Zauberer

Filmdetails

Daniel, der Zauberer

Ehemalige Fassbinder-Stars inszenieren und spielen eine halb dokumentarische Story über Deutschlands schillernden "Superstar".


Daniel, der Zauberer
Start: 12.08.2004

Drama

Deutschland/USA 2004
Laufzeit: 80 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Daniel Küblböck
Ulli Lommel
Katja Rupé

Regie: Ulli Lommel
Verleih: Rekord-Film

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Humor
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Spannung
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Inhalt

Deutschland im Jahre 2004: Die gesamte Nation liegt Daniel Küblböck, dem Gute-Laune-Berserker aus der bayerischen Provinz, zu Füßen. Ganz Deutschland? Nein! Zwei sozialethisch desorientierte Teenager projizieren ihren Welthass auf den Tausendsassa und beschließen, Daniel anlässlich eines Konzertes in Passau in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Kann Daniel seine Widersacher mit einer Charme-Offensive entwaffnen? Und welche Rolle spielt dabei sein längst verstorbener Opi (Peter Schamoni)?

Die des Regisseurs, soviel steht mal fest: Fassbinder-Compañero Ulli Lommel nimmt mit Unterstützung von Peter Schamoni das teutonische Entertainment-Ereignis der vergangenen Dekade unter die kritische Lupe eines halbdokumentarischen Spielfilms.


Kritik

"DSDS"-Entdeckung Daniel Küblböck feiert sein Kinodebüt.

Großansicht Daniel mit dem Opa Winter (Foto: Rekord-Film)

Daniel mit dem Opa Winter (Foto: Rekord-Film)

Extrovertierter Pop-Prinz, schrill-schräger Medienvogel, gut gelauntes Energiebündel. In "Daniel - der Zauberer" spielt Daniel Küblböck sich selbst - und verblüfft.

Ein von Tausenden Faniels umschwärmter Superstar, der "positive Energie" verbreitet und Jung wie Alt in Verzückung und Hysterie versetzt, wo immer er auftaucht.

Man sieht ihn bei Konzerten, im Kreis der Familie (Vater Günther spielt auch im Film seinen Vater), im Zwiegespräch mit dem Geist seines Großvaters, der ihn als Schutzengel und Lehrmeister begleitet und ihm Mut spendet für das doch bisweilen kräftezehrende Starsein.

Großansicht Der Zaubermeister und sein Lehrling (Foto: Rekord-Film)

Der Zaubermeister und sein Lehrling (Foto: Rekord-Film)

Schattenseiten des Starruhms

Denn das hat bekanntlich seine Schattenseiten. Als die gutgelaunte Frohnatur von zwei gefrusteten Teenagern mit dem Entschluss, die Kulturschande Küblböck aus dem Weg zu räumen, gekidnappt wird, geht es um alles. Daniel muss sich beweisen.

Ein Film, ebenso schräg wie sein Hauptdarsteller, mit Ulli Lommel von einem ehemaligen Fassbinder-Kompagnon und Warhol-Gefährten inszeniert.

Das Ergebnis dieser skurrilen Mischung: ein Ferienfilm für Kids, Teenager sowie Eltern und Großeltern, die jung geblieben sind.

Daniel, der Zauberer

Darsteller:  Daniel Küblböck   als Daniel
  Ulli Lommel   als der Zauberer Johnny Merlin
  Katja Rupé   als Oma Küblböck
  Rudolf Waldemar Brem   als der böse Zauberer Baltazar
  Günther Küblböck   als Daniels Vater
  Manuel Lommel   als Daniel als Kind
  Peter Schamoni   als Opa Winter, Kaffeehausbesitzer
  Roger Fritz   als US-Filmproduzent
  Adele Eden   als Rike
  Oliver Möller   als Tom, Rikes Freund
  Marina Lommel   als Petra
  Isabella Jantz   als 2. Teenage-Fan
  Robert Fischer   als Moderator
  Dagmart Hahn   als Agentin
  Pippo Culoso   als Agent
  Günther Ziegler   als Gesangslehrer
  Gaby Schmidberger   als Frau Selig
  Hilla Werner   als Verehrerin
  Jacko Miles   als Tänzer
 
Regie:  Ulli Lommel  
Drehbuch:  Ulli Lommel  
Produzent:  Peter Schamoni  
Ausf. Produzent:  Pia Yvonne Woods  
Kamera:  Manuel Lommel  
  Max Nikoff  
  Jurg Walther  
Schnitt:  Angelika Steinbock  
Produktionsdesign:  Patricia Devereaux  
Ton:  Tay Arnold  

"Vom ersten Augenblick an faszinierend"

In "Daniel, der Zauberer" spielt der schlagzeilenträchtige Casting-Star sich selbst, einen Profi-Entertainer, der "von Millionen geliebt und gehasst" wird (so der Untertitel). Ulli Lommel, der den Film inszenierte, spielt Daniels Schutzengel während Produzent Peter Schamoni als grantiger Opa Winter zu den Küblböck-Gegnern im Film gehört.

Großansicht Daniel: durch DSDS zum heiß diskutierten Star (Foto: Rekord-Film)

Daniel: durch DSDS zum heiß diskutierten Star (Foto: Rekord-Film)

» Was hat Sie motiviert, einen Film über Daniel Küblböck zu drehen?

ULLI LOMMEL:

Ich lernte Daniel letzten Oktober bei einem RTL-Event kennen. Da ich 30 Jahre lang nicht in Deutschland gewesen bin und die Casting-Shows auch nicht mitverfolgt habe, kannte ich ihn überhaupt nicht. Doch vom ersten Augenblick an faszinierte er mich. Mir war sofort klar, dass ich dieses Phänomen filmisch verarbeiten wollte.

» Was macht für Sie Küblböck zu einem Phänomen?

LOMMEL: Die Tatsache, dass er in Deutschland einerseits total angefeindet, andererseits total verehrt wird. Wie Daniel es schafft, die deutsche Gesellschaft zu polarisieren, das ist phänomenal.

PETER SCHAMONI:

Als mir Ulli von seinem Vorhaben erzählte, war meine erste Reaktion: "Bist du wahnsinnig? Über diesen durchgeknallten Frosch einen Film zu machen?" Dann habe ich mich überzeugen lassen und bin als Produzent und Schauspieler eingestiegen. Daniel ist ein unheimlich begabter Mensch, der Emotionen zeigen kann. Die Verbindung von ehemaligen Fassbinder-Stars und Küblböck - das ist der Witz an dem Film.

Großansicht Ulli Lommel: Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler (Foto: fictionFACTory/Crossed Arrows
)

Ulli Lommel: Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler (Foto: fictionFACTory/Crossed Arrows )

» Wie sind Sie vorgegangen?

LOMMEL: Ich habe erst einmal viel im Internet recherchiert. Da gibt es die irrsinnigsten Sachen: Morddrohungen, Hasstiraden wie "das Schlimmste seit Adolf Hitler ist Daniel Küblböck" etc. Wirklich unglaublich. Und andererseits existiert eine unsagbare Verehrung.

» Wie ist es Ihrer Meinung nach zu erklären, dass Daniel Küblböck "von Millionen geliebt, von vielen gehasst" wird?

LOMMEL: Meiner Empfindung nach hat der Großteil der Deutschen unheimliche Schwierigkeiten damit, Gefühle auszudrücken. Auf der anderen Seite, was das Rationale betrifft, können die Deutschen unheimlich schnell urteilen. Das intellektuelle Niedermachen funktioniert einmalig. Das trifft auch und gerade auf die Medien zu. Und nun kommt dieser Küblböck daher, der seine Gefühle einfach ausdrückt. Er hat überhaupt keine Hemmungen. Für die einen ist das eine Erlösung. Für die anderen das Allerletzte. Unsicherheit und Hass sind die Folgen. Und Daniel wird zur Zielscheibe. Das ist Thema meines Films.

Großansicht Daniel Küblböck überreicht Peter Schamoni seine Autobiografie (Foto: Peter Schamoni)

Daniel Küblböck überreicht Peter Schamoni seine Autobiografie (Foto: Peter Schamoni)

» Hat es lange gedauert, Daniel für Ihr Projekt zu gewinnen?

LOMMEL: Gleich nach einem Konzert in München habe ich mich mit Daniel und seinem Vater getroffen und von meiner Idee erzählt. Beide fanden sofort Gefallen daran.

» Wo und wie lange haben Sie gedreht?

LOMMEL: Wir haben im Januar 2004 begonnen und u.a. in Passau, München, Los Angeles, New York und Las Vegas gedreht. Ich hatte am Schluss über 30 Stunden Filmmaterial. Viel zu viel. Dann habe ich beschlossen, mich auf das deutsche Phänomen zu konzentrieren und den von zwei gefrusteten Teenagern geplanten Mordanschlag auf Daniel ins Zentrum zu stellen.

SCHAMONI: Für mich hat die Art und Weise, wie "Daniel, der Zauberer" entstanden ist, absolut hohe cineastische Qualitäten. Seine Machart erinnert mich an "Zur Sache, Schätzchen", den wir damals in 14 Tagen im Kasten hatten. Auch "Daniel" ist sehr schnell und witzig gemacht.

Großansicht Peter Schamoni will mit seinen Filmen die Welt verändern (Foto: Kurt Krieger)

Peter Schamoni will mit seinen Filmen die Welt verändern (Foto: Kurt Krieger)

» Welcher Gedanke stand hinter der Figur, die Sie verkörpern?

LOMMEL: Daniels Großmutter erzählte mir, dass Daniel das Talent von ihrem Mann hätte, der Musiker auf dem Oktoberfest und ein unheimlich guter Entertainer war. Und ich fand die Idee ganz schön, mit Johnny Merlin eine Rolle einzubauen, die eine Art Lehrmeister und Schutzengel darstellt.

» Laufen Sie nicht Gefahr, mit diesem Film ebenso zur Zielscheibe der Kritiker zu werden wie Daniel Küblböck?

SCHAMONI: Interessant ist doch, dass alle Argumente, die man gegen Küblböck anführen kann, in dem Film vorweggenommen werden. Die beiden Hasser, die ihn als Kulturschande darstellen. Oder meine Figur, der grantige Opa Winter, der die Musik als Müll abtut. Der Film enthält alles, was man gegen Daniel sagen kann, und alles, was man für Daniel sagen kann.

» Was hätte Fassinder zu dem Film gesagt?

SCHAMONI: Der wäre begeistert. Die Machart ist sehr in seinem Stil: diese Leichtigkeit, dieses Hingetupfte und Skizzenhafte, das der Fantasie viel freien Lauf lässt.

Star

Daniel Küblböck

Daniel Küblböck ist ein Paradebeispiel für Medienmacht und den Willen zum Konsum. An dem am 27. August 1985 in Hutthurm geborenen Bayern...

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In seinen Anfangsjahren als Darsteller eng mit Rainer Werner Fassbinder verbunden, gelang Ulli Lommel in den 80er- und 90er-Jahren eine zweite...

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