Düsterer Thriller im Spannungsfeld zwischen Copmovie und übernatürlichem Horror. http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz33/z0233067/b150x150.jpg Dämon

Filmdetails

Dämon

Düsterer Thriller im Spannungsfeld zwischen Copmovie und übernatürlichem Horror.


Dämon
Start: 26.03.1998

Originaltitel: Fallen

Thriller

USA 1997
Laufzeit: 124 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Denzel Washington
John Goodman
Donald Sutherland

Regie: Gregory Hoblit
Verleih: Warner

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Detective Hobbes hat einen psychopathischen Serienkiller zur Strecke gebracht und wohnt dessen Hinrichtung in der Gaskammer bei. Sein Körper mag dabei sterben, nicht aber sein böser Geist, der auf einen anderen Menschen übergeht und diesen nun als Mordinstrument nutzt. Hobbes steht vor einem Rätsel - er kann nicht ahnen, daß der Urdämon Azazel ein Katz-und-Maus-Spiel mit ihm spielt.


Kritik

Dämon

"Sieben" hat mit "Fallen" einen würdigen Nachfolger gefunden. Er mag eine Spur weniger visionär sein in seiner visuellen Umsetzung der Hölle auf Erden und sich nicht ganz so sehr delektieren an der eigenen Bösartigkeit und Düsternis, aber Denzel Washingtons Katz-und-Maus-Spiel mit dem personifizierten Bösen verfügt über ausreichend Finten, Einfälle und abgründige Wendungen, um mit David Finchers infernalischem Thriller mithalten zu können. Obendrein kann dieser Polizei-Schocker in der astreinen Tradition von Filmen wie "Das Omen" oder "Der Exorzist" mit einem Überraschungs-Showdown aufwarten, der selbst "Die üblichen Verdächtigen" neidisch machen sollte.

"Habe ich Ihnen schon die Geschichte erzählt, wie ich beinahe umgebracht worden wäre?" Mit diesen Worten aus dem Off, begleitet von Bildern von Denzel Washington in der Rolle des Detective John Hobbes, der sich in einem verlassenen Waldstück in Krämpfen auf dem Boden windet, beginnt "Fallen" und packt sein Publikum damit schon in der ersten Szene an der Kehle. Der Griff wird nicht mehr gelockert. In einer einzigen langen Rückblende erzählt dieser verstörend unheimliche Thriller seine mit biblischen Elementen verbrämte Teufelsstory, in der es zum ungleichen Zweikampf zwischen einem rechtschaffenen, aber von Zweifeln geplagten Polizisten und einem heidnischen Naturdämon namens Azazel kommt.

Zunächst steht aber die Hinrichtung eines von Hobbes zur Strecke gebrachten Serienmörders (von Elias Koteas aus "Crash" mit hemmungloser Lust am Overacting als augenrollender Psycho auf den Punkt gebracht) im Mittelpunkt. Wenn er, den Stones-Klassiker "Time Is on My Side" trällernd, in der Gaskammer sein Leben aushaucht, dann meint das Drehbuch von Nicholas Kazan das durchaus wörtlich. Mit subjektiver Kamera und verzerrtem Objektiv folgt Regisseur Gregory Hoblit der aus dem Körper des Toten entweichenden Seele und zeigt, wie sie sich einen neuen Gastkörper sucht. Vom Geist Azazel besessen, der sich durch bloßes Handauflegen übertragen läßt, werden die Menschen buchstäblich zur Marionette in dessen blutigem Spiel - ein recht genialer, von Jack Sholders "The Hidden - Das Böse" aus dem Jahr 1988 entliehener Kunstgriff, mit dem für atemlose Spannung gesorgt wird, wenn Azazel in einer Art humizidalem Staffellauf seelenruhig Opfer verfolgt, die atemlos um ihr Leben rennen. Die Szene, in der Denzel Washington seinem übermächtigen Gegenspieler nach einer Reihe raffinierter Rätsel und nicht minder trickreicher Morde auf die Schliche kommt, als der durch eine Reihe willkürlich gewählter Passanten zu ihm spricht, will in diesem Jahr in Sachen Terror erst einmal überboten werden. Seinen Feind kennen, heißt in diesem Fall nicht, daß man ihn besiegen kann. Azazel erhöht den Einsatz und hält Einzug im Zuhause des rechtschaffenen Polizisten. Zum Äußersten getrieben, entscheidet sich der gefallene Engel Hobbes zu einer Verzweiflungstat in einer einsamen Waldhütte, in der sich Hase und Fuchs gute Nacht sagen.

Die Auflösung, ebenso simpel wie genial, darf nicht verraten werden. Sie ist das Kernstück dieses diabolischen Stück Spannungskinos, in dem alles vorangegangene - die schwerfällige Symbolik, Denzel Washingtons herrlich aufrechte Eindringlichkeit, die Diskussionen über Gut und Böse - zur bloßen Finte erklärt wird. Da erinnert "Fallen" an "The Game" oder "Scream - Schrei!", die alles daran setzen, einem Publikum, das schon alles gesehen hat, immer noch einen postmodernen Schritt voraus zu sein. Bei "Fallen", von Gregory Hoblit ähnlich kalt entschlossen, aber mit etwas mehr Finesse inszeniert als sein Erstling "Zwielicht", wirkt das Ende allerdings nicht beliebig angetackert, sondern ist seine einzige raison d'être. Und wenn die Kinolichter angehen, wird man wohl die Leistung der Darsteller - neben Washington überzeugen John Goodman, Donald Sutherland und eine etwas unterbeschäftige Embeth Davidtz mit routinierten Auftritten - anerkennen, reden wird man aber über den Schluß, und man wird dem Teufel etwas Sympathie entgegenbringen. ts.

Dämon

Darsteller:  Denzel Washington   als Detective John Hobbes
  John Goodman   als Jonesy
  Donald Sutherland   als Lt. Stan Stanton
  Embeth Davidtz   als Gretta Milano
  James Gandolfini   als Lou
  Elias Koteas   als Edgar Reese
  Gabriel Casseus   als Art
  Michael J. Pagan   als Sam
  Robert Joy   als Charles The Anorexic
  Aida Turturro   als Tiff
  Allelon Ruggiero   als Jimmy
 
Regie:  Gregory Hoblit  
Drehbuch:  Nicholas Kazan  
Produzent:  Charles Roven  
  Dawn Steel  
Koproduzent:  Kelly Smith-Wait  
Ausf. Produzent:  Elon Dershowitz  
  Nicholas Kazan  
  Robert Cavallo  
  Ted Kurdyla  
Kamera:  Newton Thomas Sigel  
Schnitt:  Lawrence Jordan  
Musik:  Tan Dun  
Produktionsdesign:  Terence Marsh  
  William Cruse  
Kostüme:  Colleen Atwood  
Ton:  Jay Meagher  

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