Originaltitel: Crimson Tide
USA 1995
Denzel Washington
Gene Hackman
George Dzundza
Regie: Tony Scott
Verleih: Buena Vista
Ein unberechenbarer Politiker bringt in der ehemaligen Sowjetunion einen nuklearen Waffenstützpunkt in seine Gewalt. Das amerikanische U-Boot USS Alabama wird sofort dorthin entsendet, um die US-Interessen zu wahren. Als die Lage eskaliert, wird ein Atomschlag auf das Waffenarsenal angeordnet.

Vorsicht, dieser Thriller ist nuklearbetrieben! Kein Wunder, daß der submarine Reißer aus dem Hause Simpson/Bruckheimer (ihre dritte Zusammenarbeit mit Tony Scott) wie ein Torpedo an die Spitze der US-Charts schoß und mit 18,6 Mio. Dollar das bislang beste Wochenendergebnis des Jahres verzeichnen konnte. Kaum ein Thema mobilisiert Fans perfekter Spannungsunterhaltung mehr als das Schreckensszenario des drohenden atomaren Holocausts. In Verbindung mit einer hochkarätigen Besetzung, dem Powerplay-Drehbuch von Michael Schiffer und der absolut ökonomischen, will heißen: atemlosen, Regie entlädt sich "Crimson Tide - In tiefster Gefahr" als donnerndes Duell der Weltanschauungen, in dem sich Denzel Washington und Gene Hackman als deren Gallionsfiguren gegenüberstehen. Wer ein technokratisches Update von "Jagd auf Roter Oktober" erwartet hatte, sieht sich getäuscht. Natürlich gibt es Parallelen zu John McTiernans Blockbuster von 1990: Tom Clancy dürfte feuchte Augen bekommen, wenn sich die Besatzung über diverse Etagen mit rasender Geschwindigkeit Befehle in unverständlichem U-Boot-Kauderwelsch zubrüllt. Doch inmitten der klaustrophobischen Enge des U-Boots, der Kakophonie des Maschinenlärms und der einschüchternden Atmosphäre aus Machismo und Militarismus entfaltet Scott einen elementaren Konflikt, in dem die Kalter-Krieg-Mentalität des militärischen Armdrückens auf die überlegte Besonnenheitspolitik der Perestroika-Generation trifft. Als Szenario dient die außer Kontrolle geratene ehemalige Sowjetunion, in der ein fiktiver, unberechenbarer Politiker einen nuklearen Waffenstützpunkt in seine Gewalt bringt. Die USA schickt das Atom-U-Boot USS Alabama unter dem Befehl von Capt. Frank Ramsey und dessen neuem Adjutanten Ron Hunter auf Weltpolizisten-Streife. Schon in den ersten Gesprächen und während der Routinehandlungen an Bord wird überdeutlich, daß die gedanklichen Universen des zigarrerauchenden Frontkämpfers von altem Schrot und Korn und des aufstrebenden Militärschulabgängers, dem die Theorie ebenso wichtig ist wie die Praxis, kaum zu vereinen sind. Die angespannte Lage eskaliert, als die US-Regierung einen Nuklearstreich auf Rußland anordnet. Simpler Aufhänger der entstehenden, an Spannung kaum zu übertreffenden Situation ist eine kurz darauf folgende Regierungsmeldung, die nicht durchgestellt werden kann, weil das Bordradio bei der Attacke eines feindlichen Unterseeboots zu Bruch geht. Während Ramsey mit dem Angriff fortfahren will, rät Hunter zum Abwarten: Die Meldung könnte eine Entwarnung gewesen sein. Im Angesicht des dritten Weltkriegs kommt es auf der USS Alabama zu Meuterei und Gegenmeuterei. So rasend Scott seinen Kameramann Dariusz Wolski die Kamera durch die engen Räume manövrieren läßt, so fulminant er die Unterwasserschlachten in Szene setzt, seine Höhepunkte erlebt "Crimson Tide", wenn die Bilder bei den beiden Hauptdarstellern verharren: Bei ihren Wortgefechten können die beiden all ihre Qualitäten entfalten. Ihre Leistungen geben den Ausschlag, daß dieser Film über die Unordnung der neuen Welt mehr ist als nur eine neunziger-Jahre-Ausgabe von "Die Caine war ihr Schicksal". Es ist zeitloses Starkino, wie es gegenwärtig nur in Hollywood produziert wird. ts.
| Darsteller: | Denzel Washington | ||
|---|---|---|---|
| Gene Hackman | |||
| George Dzundza | |||
| Viggo Mortensen | |||
| James Gandolfini | |||
| Matt Craven | |||
| Lillo Brancato Jr. | |||
| Rocky Carroll | |||
| Danny Nucci | |||
| Steve Zahn | |||
| Rick Schroder | |||
| Vanessa Bell Calloway | |||
| Regie: | Tony Scott | ||
| Drehbuch: | Michael Schiffer | ||
| Richard P. Henrick | |||
| Produzent: | Don Simpson | ||
| Jerry Bruckheimer | |||
| Ausf. Produzent: | Bill Unger | ||
| Lucas Foster | |||
| Mike Moder | |||
| Kamera: | Dariusz Wolski | ||
| Schnitt: | Chris Lebenzon | ||
| Musik: | Hans Zimmer | ||
Zwei Mafia-Killer geraten im Berlin der 90er Jahre aus der Spur.
Schon seit Jahren feilt Tony Scott am Drehbuch zu seinem nächsten Film "Potsdamer Platz". Jetzt haben sich immerhin schon bei den Darstellern Neuigkeiten ergeben: Scott ist in Verhandlung mit Jason Statham, Mickey Rourke und Javier Bardem - sowie Hollywood-Urgestein Gene Hackman. Mit ihm drehte Tony Scott bereits "Staatsfeind Nr. 1" und "Crimson Tide - In tiefster Gefahr".
Wer welche Rolle in dem neuen Film spielen wird, ist noch nicht bekannt. Auch nicht, wie das Ganze am Ende tatsächliche heißen soll: "Potsdamer Platz" wahrscheinlich nicht, weil der Handlungsort von Berlin nach Puerto Rico verlegt wird.
"Potsdamer Platz" klingt nach deutschem Dokumentarfilm - ist aber ein amerikanischer Mafia-Thriller nach dem gleichnamigen Buch von Buddy Giovinazzo: Zwei amerikanische Killer namens Tony und Hardy werden nach Berlin auf die Baustelle am Potsdamer Platz geschickt, um mit der Russen-Mafia aufzuräumen. Doch dann geht alles schief: Völlig überfordert von der fremden Mentalität und dem Großstadtgeflirr landet Hardy in den Armen von Neonazis und Tony in einer Sinnkrise, die sein ganzes Dasein umkrempeln wird.
Ob von diesen speziellen Gegebenheiten in Tony Scotts Film noch viel übrig bleiben wird, ist fraglich, es sei denn, die Berliner Nazis wandern samt dem Bau-Boom der 90er in die Karibik aus...
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