Nachtschwarze Mediensatire über die seltsame Beziehung zwischen einem Serienmörder und seinem TV-Darsteller. http://images.kino.de/flbilder/max97/bf97/bf18/b9718005/b150x150.jpg Crime Time

Filmdetails

Crime Time

Nachtschwarze Mediensatire über die seltsame Beziehung zwischen einem Serienmörder und seinem TV-Darsteller.


Crime Time
Start: 29.05.1997

Thriller

USA 1996
Laufzeit: 118 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Stephen Baldwin
Pete Postlethwaite
Sadie Frost

Regie: George Sluizer
Verleih: Studiocanal

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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lau

Inhalt

Schauspieler Bobby Mahon erhält die Chance seines Lebens, als er in einer Reality-TV-Serie einen immer noch aktiven Serienmörder darstellen soll. Der ist leider ein großer Fernsehfan und manipuliert sein alter ego bald wie eine Marionette. Auch Bobby fällt es immer schwerer, Realität und Fiktion zu trennen.


Kritik

Crime Time

Mediensatire, Psychostudie, Gesellschaftskommentar und Thriller will der neue Film des Niederländers George Sluizer (unerreichtes Meisterwerk: "Spurlos") sein. Doch diese deutsch-englische Koproduktion wirkt zu anorganisch und unausgewogen, um auch nur eines der gesteckten Ziele überzeugend erreichen zu können. Ein ambitionierter Versuch also, der sich als Irrtum herausstellt und auf den thematischen Reiz und seine internationale Besetzung bauen muß, um kleinere Programmhäuser zu füllen.

Mittelpunkt des auf Oberflächenreize zielenden Drehbuches von Brendan Somers ist die Interaktion von Leben und Imitation, die Annäherung von Realität und Fiktion und ihre fatalen Konsequenzen. Katalysator dieser Reaktion ist die Reality-TV-Show "Crimetime", eine spekulative Variante von "Aktenzeichen XY", die Verbrechen nachstellt - vermeintlich um Täter, tatsächlich aber um Zuschauer zu fangen. Der erfolglose Schauspieler Bobby Mahon (glänzender Poseur, überforderter Akteur: Stephen Baldwin) steigt zum Star der Show auf, während Frauenmörder Sidney (Pete Postlethwaite als unsichtbarer Kleinbürger) in einsamen Gassen zuschlägt und seine ermordeten Opfer um ein Auge (Symbol!) beraubt. Method-Actor Bobby, dessen Intensität der Zuschauer schon in einer frühen (parodistischen?) Szene im Workshop erfahren durfte, kriecht nach jeder weiteren Leiche tiefer in die reale Figur hinein, wird schließlich von ihr kontaktiert und beraten, bis die Rollen von Mörder und Showstar getauscht werden. Wie schon in "Network" erfährt die Quotengeilheit des Fernsehens in einer karriereorientierten Domina (Karen Black in der Faye-Dunaway-Rolle) ihre Hauptrepräsentantin, schießt sich die Kritik auf den Sender, aber zu wenig auf den Empfänger ein. Obwohl doch die Verantwortung für die von Sluizer hier monierte Trivialisierung der Gewalt nicht nur das Medium trägt, sondern auch der kritiklose Konsument, dessen Sensationsgier nicht Funktion von Beeinflussung, sondern menschlicher Natur ist. Diesem Faktum stellt sich "Crimetime" nicht wirklich. Statt dessen gibt es Einblicke in zwei sehr dekorativ gestörte Psychen und deren Umfeld (Sidneys trost- und schmucklose Wohnhöhle als Spiegel der Einsamkeit), die wie Karikaturen wirken. Die somit aufgebaute Distanz zu den zentralen Figuren macht ein emotionales Engagement eigentlich unmöglich, womit auch Sluizers Medienkritik (die auch Hollywood nicht ausspart) verpufft. Denn der Verstand reagiert oft nur, wenn das Gefühl zum Nachdenken zwingt.kob.

Crime Time

Darsteller:  Stephen Baldwin   als Bobby
  Pete Postlethwaite   als Sidney
  Sadie Frost   als Val
  Geraldine Chaplin   als Thelma
  Karen Black   als Millicent
  James Faulkner   als Crowley
  Philip Davis  
  Marianne Faithfull  
 
Regie:  George Sluizer  
Drehbuch:  Brendan Somers  
Produzent:  David Pupkewitz  
Ausf. Produzent:  Phil Alberstat  
  Barry Barnholtz  
  Marc Vlessing  
  George Sluizer  
Kamera:  Jules van den Steenhoven  
Schnitt:  Fabienne Rawley  

Star

Stephen Baldwin

* 12.05.1966

Star

Pete Postlethwaite

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