Robert Stadlober
Tom Schilling
Oona Devi Liebich
Regie: Hans-Christian Schmid
Verleih: Constantin
Teenager Benjamin wird von seinen Eltern, die sich ständig zanken, ins Internat geschickt. Dort zieht der halbseitig gelähmte Junge mit seiner Clique umher, feiert an Lagerfeuern, witzelt im Sexualkunde-Unterricht, besucht einen Striptease-Schuppen und macht erste linkisch-zärtliche Annäherungsversuche bei Klassenkameradin Malen.

Nach einer kleinen Verschnaufpause im Mai buhlt der deutsche Film ab Juni wieder - beinahe im Wochen-Rhythmus - um die Gunst des Kinopublikums. Dabei gilt: experimentierfreudig und niveauvoll. So kommt zwischen Romuald Karmakars "Manila" (Start: 1. Juni) und Veit Helmers "Tuvalu" (22. Juni) auch Hans-Christian Schmids Literatur-Adaption "Crazy" zur Aufführung. Der mit leichter Hand inszenierte, zwischen Tragik und Komik fein ausbalancierte Initiationsfilm kann seinen Vorgängern "Nach fünf im Urwald" und "23" sowohl in qualitativer als auch in publikumswirksamer Hinsicht leicht das Wasser reichen.
Im Vergleich zu dem schwierig zu recherchierenden, im Grundton düster-melancholischen Thriller "23" ist die Handschrift von Hans-Christian Schmid, der einmal mehr gemeinsam mit Michael Gutmann auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, hier zunächst kaum zu erkennen. "Crazy" ist unbeschwertes und direktes, humorvolles, aber auch nachdenklich machendes Kino. Das liegt vor allem an der Vorlage, schließlich traf Autor Benjamin Lebert, Jahrgang 1982, mit den Aufzeichnungen seiner Internats-Erlebnisse einen Publikums-Nerv. Das Büchlein gilt inzwischen als kleine Revolution in der Literaturszene, avancierte binnen kürzester Zeit zum Bestseller und ging rund 170.000 Mal über den Ladentisch. Und trotzdem - für einen abendfüllenden Spielfilm schienen die Anekdoten um Schüler-Streiche, Mutproben und die ersten sexuellen Erfahrungen nicht unbedingt auszureichen. Doch der 35-jährige Filmemacher fügte (nach ausführlichen Gesprächen mit Lebert) hier und da etwas hinzu, umgab sich mit einem - wie immer - ausgezeichneten Darsteller-Ensemble, fand im Internat Neubeuern den idealen (Original-)Schauplatz und in Sonja Rom eine Kamerafrau, die mit der nötigen Sensitivität daran ging, Bilder von großer Intensität einzufangen. Das war auch nötig, schließlich ist Benjamin, Held des Films wie auch Autor des Romans, Halbseitenspastiker. Es ist das Verdienst von Robert Stadlober (zuletzt als Wuschel in "Sonnenallee" zu sehen), dass man weder Mitleid noch Betroffenheit mit seiner halbseitig gelähmten Figur empfindet. So verfolgt man vielmehr mit einer Mischung aus Neugier und Interesse die Beziehung zu seinen Eltern (umwerfend realitätsnah: Dagmar Manzel und Burghard Klaussner), die linkisch-zarten Annäherungsversuche bei Klassenkameradin Malen (betörend: Oona Devi Liebich) und - im Besonderen - die Abenteuer der Internatsclique, die vom kessen Janosch (Tom Schilling aus "Schlaraffenland") angeführt wird. Zu den pubertären Highlights gehören hierbei die Sitzung bei der Sexualkundlerin, der Besuch eines Sexschuppens, inklusive Striptease, sowie das berühmt-berüchtigte Auf-Kekse-Onanieren in der Gruppe (wer nicht trifft, muss das klebrige Etwas essen).
Hans-Christian Schmid erweist sich erneut als idealer Regisseur für die Umsetzung von
Eltern-Kind-Konfliktstoffen, die jedermann - weil zumeist selbst schon mal erlebt - nachvollziehen kann. "Crazy" besitzt zwar nicht die unheilvolle, bedrohliche Stimmung von "Sie küssten und sie schlugen ihn". Dennoch darf man ihn durchaus mit dem Truffaut-Klassiker aus dem Jahre 1959 vergleichen - und zwar bezogen auf die Glaubwürdigkeit (sämtlicher) Figuren, die Authentizität der Ereignisse sowie den direkten, beinahe dokumentarischen Erzählstil. Schmids nostalgischer Blick auf eine Jugend, die unschuldiger zu sein scheint als es die heutige tatsächlich ist, ist auch deshalb ein aufregender, ein gelungener Film, weil der Regisseur seine Protagonisten immer respektiert, obwohl er sie hin und wieder kräftig auf die Schippe nimmt.
"Crazy" wurde - wie schon Schmids ersten beiden Filme - von Jakob Claussen und Thomas Wöbke produziert. Hier ist - gemeinsam mit Autor Michael Gutmann und einigen weiteren Stabmitgliedern - nun schon seit mehreren Jahren eine kreative Gemeinschaft aktiv, die Kinostoffe in erster Linie aus Liebe zum Medium selbst zur Leinwandreife bringt. Ein Ansatz, der heutzutage selten geworden ist. Schön, dass dieses Konzept bisher stets von künstlerischem wie kommerziellem Erfolg gekrönt war. "Crazy" sollte da keine Ausnahme bilden. lasso.
| Darsteller: | Robert Stadlober | als Benjamin | |
|---|---|---|---|
| Tom Schilling | als Janosch | ||
| Oona Devi Liebich | als Malen | ||
| Julia Hummer | als Marie | ||
| Can Taylanlar | als Troy | ||
| Christoph Ortmann | als Kugli | ||
| Willy Rachow | als Florian | ||
| Joseph Bolz | als Dünner Felix | ||
| Dagmar Manzel | als Juliane | ||
| Burghart Klaußner | als Klaus | ||
| Mira Bartuschek | als Paula | ||
| Karoline Herfurth | als Anna | ||
| Alexandra Maria Lara | als Melanie | ||
| Nic Romm | als Richy | ||
| Regie: | Hans-Christian Schmid | ||
| Drehbuch: | Hans-Christian Schmid | ||
| Michael Gutmann | |||
| Produzent: | Thomas Wöbke | ||
| Jakob Claussen | |||
| Buchvorlage: | Benjamin Lebert | ||
| Kamera: | Sonja Rom | ||
| Schnitt: | Hansjörg Weißbrich | ||
| Musik: | Christoph M. Kaiser | ||
| Produktionsdesign: | Ingrid Henn | ||
| Kostüme: | Anke Winckler | ||
| Maske: | Tatjana Krauskopf | ||
| Claudia Stolze | |||
| Ton: | Marc Parisotto | ||
| Dirk Jacob | |||
Teuflische Verschwörung und höllische Qualen: Die Dreharbeiten zu "Anatomie 2" sind im vollen Gange. Jetzt geht das Team nach München.
"Die einen studieren, die anderen werden studiert." Franka Potente kam 2000 in "Anatomie" dem Pflichtfach eines jeden Medizinstudenten näher, als ihr lieb war.
Sehr zur Freude der Kinogänger, die ihr und dem Film den Deutschen Publikumsfilmpreis zusprachen. Jetzt ist die Inszenierung des zweiten Teiles - wieder unter der Regie von Stefan Ruzowitzky - im vollen Gange.
Sechs Wochen machte das Horror-Team Berlin unsicher, u.a. im Benjamin-Franklin Krankenhaus und im Gehry Bau am Pariser Platz. Der Action-Thriller "Made in Germany" verspricht wieder Spannung: Jo, ein junger Arzt, freut sich auf das Berufsleben. Als er sich an einem elitären Forschungsprojekt beteiligen will, ahnt er aber nicht, dass er sich damit dem äußerst zweifelhaften Geheimbund der Antihippokraten anschließt. Bald ist es zu spät und der krankhafte Forschungswahn (am Menschen!) nimmt seinen Lauf.
Also Vorsicht, jenseits des Weißwurst-Äquators sind die Skalpelle gewetzt. Da beruhigt auch die Bemerkung des Regisseurs nur wenig: "Ich freue mich sehr auf München, weil ich so gute Erinnerungen daran habe. "Anatomie" wurde damals fast ausschließlich in München gedreht, und die Bedingungen dort waren sehr angenehm." Ja lecker.
Die Deutsche Columbia Pictures ("Anatomie") produziert mit Claussen + Wöbke ("Was tun, wenn's brennt?", "Crazy"), vor der Kamera stehen neben anderen Barnaby Metschurat, Heike Makatsch und Herbert Knaup. Ort des gruseligen Geschehens ist nun der High-Tech-Operationssaal 17, der unter großem Aufwand in den Bavaria Studios gebaut wurde. Und die Produzenten versprechen natürlich aufwendige Special-Effect Szenen...
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