Steve Carell
Julianne Moore
Ryan Gosling
Regie: Glenn Ficarra, ...
Verleih: Warner
Als seine Frau ankündigt, ihn nach vielen Ehejahren verlassen zu wollen, fällt Cal in ein tiefes Loch und schließlich regelmäßig in eine Bar ein. Nach mehreren Abstürzen in Selbstmitleid nimmt sich Jacob, der in diesem Revier ständig Frauen abschleppt, seiner an. So wird aus dem braven Mann nach einem peinlichen Lernprozess schließlich ein Eroberer. Doch Cal sehnt sich nach seiner großen Liebe, nach den tiefen Gefühlen, die auch seinen 13-jährigen Sohn schon erwischt haben und auch Womanizer Jacob infizieren werden.

Die Geschichte eines Familienvaters in der Ehekrise, der mit Hilfe eines Womanizers lernt, seine Frau zurückzuerobern, gibt Hoffnung für die Liebe und für Komödien mit Niveau.
"Es hätte auch Krebs sein können", wird Cal im Büro ermuntert, nachdem ihm seine Frau mit Scheidungsabsichten aus seinem bisher perfekten Leben gerissen hat. Die Kombination von ernst zu nehmendem Gefühlschaos und pointiertem Witz prägt den neuen Film von Glen Ficarra und John Recqua, die nach "I Love You, Phillip Morris" ein weiteres Plädoyer für die Liebe halten, dabei aber Kurs auf ein größeres Publikum nehmen. Mit einem Szenario, das den Mustern des Genres folgt, dockt diese Krisenkomödie am Mainstream an, ohne Kontakt zum Derben aufzunehmen. Dafür steht auch Steve Carells Protagonist Cal, der in ein tiefes Loch fällt, als Emily, seine erste und einzige Liebe, ihm die Trennung ankündigt. Was folgt, ist Cals Lernprozess, die Verantwortung für das Scheitern einer glücklichen Ehe auch bei sich selbst zu suchen. Zunächst aber ertrinkt er in Selbstmitleid, in einer Bar, wo er Womanizer Jacob (Ryan Gosling) kennenlernt, der dem verzweifelten Beziehungsunfall lehren will, sich mit vielen Frauen über eine hinwegzutrösten. Vom eröffnenden Make-over, mit dem der Sneakerverwahrlosungs-Look von einem stilvollen Eroberungsoutfit abgelöst wird, über peinliche Erstversuche als selbstbewusster Aufreißer bis hin zur Befreiung durch Marisa Tomei, die wieder einmal einen verunsicherten Mann sexuell von seinem Elend erlösen muss, folgt hier einiges der Konvention. Außergewöhnlich aber ist der parallel entwickelte Handlungsstrang mit Cals Sohn - ein smarter 13-Jähriger, der seine ältere Babysitterin mit Liebesschwüren verfolgt und dem Vater mit Hartnäckigkeit und großen romantischen Gesten vorlebt, was er vernachlässigt hat. Diese Leidenschaft bei scheinbarer Aussichtslosigkeit bringt "Crazy, Stupid, Love" in den Kosmos von Wes Andersons "Rushmore", an den diese Komödie in ihren besten Momenten erinnert. Überzeugend ist auch die Entwicklung eines coolen Frauenjägers zum verliebten Ersttäter, die Ryan Gosling und Emma Stone plausibel machen. Für zusätzliche emotionale Erdung sorgt Julianne Moore mit berührender Verletzlichkeit als Carells Frau, die nach der Trennung ähnlich desorientiert ist wie ihr Mann. "Crazy, Stupid, Love", ist als Beziehungsseismograph sensibel, aber geht nicht tiefer, als es sein Unterhaltungsauftrag für ein großes Publikum zulässt und ist am Ende auch märchenhaft versöhnlich. Aber das Drehbuch von Dan Fogelman ("Rapunzel - Neu verföhnt") zeigt Wortwitz und ein sichtbares Interesse an mehreren Figuren, der Film selbst Zurückhaltung in der Inszenierung von Situationskomik, die Besetzung überdurschnittliche Qualität. Am Ende verlässt man das Kino mit einem Lächeln, das größere Halbwertszeit als jeder Lacher hat, und dem Gefühl, dass Charme im Mainstream tatsächlich noch eine Nische gefunden hat. kob.
| Darsteller: | Steve Carell | als Cal Weaver | |
|---|---|---|---|
| Julianne Moore | als Emily Weaver | ||
| Ryan Gosling | als Jacob Palmer | ||
| Emma Stone | als Hannah | ||
| Marisa Tomei | als Kate | ||
| John Carroll Lynch | als Bernie Riley | ||
| Kevin Bacon | als David Lindhagen | ||
| Analeigh Tipton | als Jessica Riley | ||
| Liza Lapira | als Liz | ||
| Josh Groban | als Richard | ||
| Jonah Bobo | als Robbie | ||
| Joey King | als Molly | ||
| Beth Littleford | als Claire Riley | ||
| Regie: | Glenn Ficarra | ||
| John Requa | |||
| Drehbuch: | Dan Fogelman | ||
| Produzent: | Steve Carell | ||
| Denise Di Novi | |||
| Ausf. Produzent: | Vance DeGeneres | ||
| Charlie Hartsock | |||
| David Siegel | |||
| Kamera: | Andrew Dunn | ||
| Schnitt: | Lee Haxall | ||
| Musik: | Christophe Beck | ||
| Produktionsdesign: | Bill Arnold | ||
| Kostüme: | Dayna Pink | ||
Weil er sich nicht sein ganzes Leben auf eine Sache konzentrieren möchte, denkt "Crazy, Stupid, Love"-Star Ryan Gosling offen über sein Karriereende als Schauspieler nach.
Vom Mouseketeer zum Superstar: Ryan Gosling zählt heutzutage zu den gefragtesten Mimen Hollywoods und bricht regelmäßig die Herzen der stolzesten Frauen der Filmmetropole. Alles läuft bestens für den Star aus "Crazy, Stupid, Love" - und trotzdem denkt Gosling darüber nach, die Schauspielerei hinzuwerfen.
Er kann sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, bis ins hohe Alter den selben Beruf auszuüben. Begonnen hatte Ryan bereits als zwölfjähriger Knirps in Disneys "Mickey Mouse Club". Einen Namen als Schauspieler und die Anerkennung der Kritiker verdiente sich Gosling hauptsächlich in Arthousefilmen.
So wurde er 2007 für seine Rolle in "Half Nelson" für den Oscar nominiert, 2011 führte seine Leistung in "Blue Valentine" zu einer Golden-Globe-Nominierung.
Jetzt ist Ryan Gosling dreißig Jahre alt und langsam seines Berufs überdrüssig. "Ich mache das, seit ich zwölf Jahre alt bin", begründet er sein Vorhaben und verrät weiter: "Ich möchte nicht viel länger schauspielern. Ich kann eine Sache nicht mein ganzes Leben lang machen. Ich weiß, es gibt noch so viele Rollen, die ich spielen könnte. Es wird vorbei sein, sobald die Inspiration versiegt."
Welche neue Betätigung Gosling dann vorschwebt, behielt er noch für sich.
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