Originaltitel: Conan the Barbarian
USA 2011
Jason Momoa
Rachel Nichols
Stephen Lang
Regie: Marcus Nispel
Verleih: Warner
Schon als Kind erfährt Conan Gewalt: Aus dem Bauch seiner sterbenden Mutter gerettet, sieht er seinen Vater Corin vom Barbarenstamm der Cimmerier unter der sadistischen Hand des selben Wüterichs sterben, der seinen ganzen Clan massakrierte: Der finstere Khalar Zym, der mithilfe seiner Hexentochter Marique ein schwarzmagisches Ritual zur Reanimierung seiner verstorbenen Gattin - und Erlangung unmittelbarer Weltherrschaft - anstrebt, wofür er nur noch ein letztes Menschenopfer benötigt. Jahre später schreitet Conan zur wohlverdienten Rache.

In Marcus Nispels rasantem Remake tritt der Hawaiianer Jason Momoa in Arnold Schwarzeneggers Fußstapfen, um den berühmten Barbaren in einem visuell hochkarätigem Actionfantasyspektakel zu verkörpern.
Nispels gut ausgelastete Remake-Fabrik hat einen weiteren Genreklassiker neu geschmiedet, protzt budgetgesättigt mit Action und Kulissen, statt in Stars zu investieren. Jason Momoa, bislang nur aus "Stargate Atlantis" bekannt, bringt die nötige Physis mit und kann ebenso wenig schauspielern wie der Stahlhühne aus der Steiermark, der vor 30 Jahren damit seinen Durchbruch als Actionheld feierte.
Perfekte Voraussetzungen gewissermaßen für den weltbekannten Barbar, seine - angeblich näher an Robert E. Howards Vorlagen beruhenden - Abenteuer in Hyboria als hochmodernisiertes Actionderby in plastischem 3D zu erleben. Das Morden beginnt für den Cimmerier schon im Mutterleib, beschert ihm eine Blutgeburt und rüstet ihn von Kindesbeinen zur Ein-Mann-Armee auf, der seinem Vater Corin (blonder Zottel: Ron Perlman) in Mutproben die abgeschlagenen Schädel der Feinde als Trophäen anschleppt. Blutrünstig ist die testosterongeschwängerte Fantasy aus der Abteilung "Sword & Sorcery" nämlich nicht zu knapp.
Hat der juvenile Hitzkopf das Geheimnis des Stahls verstanden, steht nach so viel intellektueller Erkenntnis Corins Tod in einer Art "Spiel mir das Lied vom Tod"-Hommage auf dem Programm, das fortan zwischen den Actionszenen nur die allernötigsten Verschnaufpausen einlegt. Animalisch brüllende Krieger, sowie die schwarzmagischen Reanimations-Absichten des sadistischen Khalar Zym und seiner Hexentochter Marique (Rose McGowan als Goth-Alptraum mit Krallenhand) von Khalars verstorbener Frau sind mit großem Ernst inszeniert, was auf seine Art für Unterhaltungswert bürgt.
Während der chauvinistische Heros statt wie bei John Milius in der Knochenmühle heranzureifen, die Zeit als feierfreudiger Freiheitskämpfer verbringt, führt ihn seine Rache-Agenda auf die Fährte des zum Herr der Schatten aufgestiegenen Zym. Auf der Suche nach dem letzten Reinblut für sein Ritual, hetzt er die Ordensschwester Tamara, was einen rastlosen Actionmarathon verlangt, der sich in optisch schicken Kulissen austobt: Die hinreißend rustikalen Landschaften und dekorativ zerfallene Säulen speisen sich aus mittelalterlichen wie griechisch-mythologischen Einflüssen. Auch aufgrund eines Krakenungetüms ähnelt diese grobe Adventure-Variante für Hartgesottene nicht nur visuell "Kampf der Titanen" und kann auf puristischem Kurs mit einem Hauch morbider Monumentalität im Stile des Conan-Illustrators Frank Frazetta sowohl auf muskulöse Kampfkraft als auch bombastisches Spektakel bauen.
tk.
| Darsteller: | Jason Momoa | als Conan | |
|---|---|---|---|
| Rachel Nichols | als Tamara | ||
| Stephen Lang | als Khalar Zym | ||
| Rose McGowan | als Marique | ||
| Saïd Taghmaoui | als Ela-Shan | ||
| Ron Perlman | als Corin | ||
| Leo Howard | als Conan, jung | ||
| Steven O'Donnell | als Lucius | ||
| Raad Rawi | als Fassir, der Hohepriester | ||
| Nonso Anozie | als Artus | ||
| Bob Sapp | als Ukafa | ||
| Milton Welsh | als Remo | ||
| Regie: | Marcus Nispel | ||
| Drehbuch: | Thomas Dean Donnelly | ||
| Joshua Oppenheimer | |||
| Sean Hood | |||
| Produzent: | Fredrik Malmberg | ||
| Boaz Davidson | |||
| George Furla | |||
| Joe Gatta | |||
| Les Weldon | |||
| John Baldecchi | |||
| Danny Lerner | |||
| Ausf. Produzent: | Danny Dimbort | ||
| Trevor Short | |||
| Avi Lerner | |||
| Eda Kowan | |||
| John Sacchi | |||
| Michael Paseornek | |||
| Buchvorlage: | Robert E. Howard | ||
| Kamera: | Thomas Kloss | ||
| Schnitt: | Ken Blackwell | ||
| Musik: | Tyler Bates | ||
| Produktionsdesign: | Chris August | ||
| Kostüme: | Wendy Partridge | ||
| Casting: | Kerry Barden | ||
| Paul Schnee | |||
Ich bin zu alt für diesen Scheiß!
Auch wenn's ziemlich zwickt im Rücken: John Rambo kehrt noch einmal zurück! (Foto: Warner)
Das Kultzitat von Danny Glover aus "Lethal Weapon" gilt inzwischen auch für Action-Haudegen Sylvester Stallone. Seit einem Unfall beim Dreh zu "The Expendables" kämpft er mit einer Rückenverletzung und soll keine eigenen Stunts mehr absolvieren. Auch deswegen ist die Arbeit am fünften Film um die Figur, die Stallone einst berühmt gemacht hat, ins Stocken geraten.
Doch tot ist John Rambo nicht - zumindest noch nicht. Denn Drehbuchautor Sean Hood, der unter anderem das wenig erfolgreiche "Conan"-Remake verfasst hat, vermeldet über Twitter, dass Stallone die Arbeit am fünften Spektakel um die legendäre Ein-Mann-Armee nur aufgeschoben habe:
"Momentan steht 'Rambo 5' auf Pause, da Sly gerade 'Expendables 2' fertig macht. Er hat noch nicht entschieden, ob 'R5' ein 'Erbarmungslos' oder eine Staffelübergabe werden soll."
Damit ist zumindest klar, dass "Rambo V" nicht gänzlich abgeblasen ist, obwohl Sylvester Stallone zwischenzeitlich schon einen Abgesang hatte verlauten lassen. Zwar will Sly mittelfristig raus aus der Rambo-Nummer, aber einen letzten Auftritt hat er wohl noch im Köcher: Die Variante 'Erbarmungslos' aus dem Tweet von Autor Sean Hood läuft dabei auf ein großes Finale für den Veteranen hinaus, in dem er möglicherweise sogar selbst ins Gras beißen muss.
"Übergabe des Staffelstabs" hieße dagegen, dass ein jüngerer Darsteller Sylvester Stallone beerben soll. Auch darüber hatte Sly bereits öffentlich sinniert.
Plan B hätte natürlich klar den Vorteil, dass sich noch weitere Action-Spektakel ins Kino bringen lassen würden - dann vielleicht gewürzt mit kurzen Gastauftritten von Stallone als weisem Mentor á la "Karate Kid".
Stellt sich nur die Gretchenfrage: Wer zum Geier könnte Sylvester Stallone als Rambo beerben?
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